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Heilbronner Falken sind lange Zeit zu zaghaft gegen die Löwen Frankfurt

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Von: Marc Thorwartl

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Heilbronner Falken Löwen Frankfurt DEL2 Eishockey Playoffs Halbfinale
Eine defekte Scheibe sorgte für den verspäteten Beginn. © Marc Thorwartl

Wie im ersten Spiel der Halbfinalserie vermasseln es sich die Heilbronner Falken gegen die Frankfurter Löwen durch ein schlechtes, erstes Drittel.

Die Playoffs kennen keine Gnade. Nur zwei Tage nach dem ersten Aufeinandertreffen im DEL2-Halbfinale zwischen den Löwen Frankfurt und den Heilbronner Falken steht heute Partie Nummer zwei an. Im Heilbronner Eisstadion - mehr als 2.800 Karten wurden im Vorverkauf abgesetzt, das garantiert für gute Stimmung, zumal auch die Gäste-Fans in Scharen in die Käthchenstadt zur Unterstützung ihres Teams gereist sind. Die Heilbronner Falken stehen nach der 1:4-Niederlage in der Hessen-Metropole bereits unter Zugzwang. Geburtstagskind Philipp Preto verspricht: „Wir werden besser spielen als am Donnerstag - und gewinnen!“

Nein, das ist keine Hochnäsigkeit, die der Verteidiger der Heilbronner Falken hier an den Tag legt. In der Tat konnten die Falken in Frankfurt zwei Drittel richtig gut mithalten, und für die heutige Partie haben sie ein Ass im Ärmel. Simon Thiel kann nach seiner Verletzung beim dritten Spiel in Dresden wieder mitwirken. Er erklärt die Taktik: „Wir werden 60 Minuten Vollgas geben.“ Jason Morgan, Trainer der Heilbronner Falken, hat ihn zugleich in den ersten Sturm beordert. Außerdem hat er die Verteidiger-Pärchen neu gemischt. So läuft im ersten Block der offensivstarke Kenney Morrison zusammen mit dem Stay-at-home-Defender Corey Mapes auf. Im Tor vertraut er weiterhin auf die Fangkünste von Arno Tiefensee, sodass Karl Fabricius im Sturm aufläuft, während Goalie Stefan Stéen auf der Tribüne sitzt.

Heilbronner Falken werden überfahren

Die Partie beginnt mit Verspätung. Beim Warmmachen zeigen die Löwen Frankfurt, dass sie Scharfschützen sind, ein abgefeuerter Puck zerschlägt die Scheibe direkt hinter dem Tor. Bis eine Ersatzscheibe befestigt ist, dauert es eine knappe halbe Stunde. Das bringt die Gäste aber nicht aus dem Tritt. 27 Sekunden sind gespielt, da kassiert Mapes eine Strafe. 20 Sekunden dauert das Powerplay der Hessen, schon steht es 1:0. Wieder ein Fehlstart - genau den wollten die Heilbronner Falken doch so vermeiden. Durch den Treffer sind die Gäste beflügelt, ziehen ihr routiniertes Kombinationsspiel auf. Mit zwei Pässen kommen sie aus der eigenen Zone vors Tor, Querpass, Schuss, 2:0. Wieder hat die vierte Reihe der Löwen zugeschlagen.

Heilbronner Falken Löwen Frankfurt DEL2 Eishockey Playoffs Halbfinale Karl Fabricius
Valentino Klos und Karl Fabricius feiern ihren Treffer. Beim 1:2 keimte kurzfristig Hoffnung auf. © Marc Thorwartl

Die Heilbronner Falken nehmen bisher gar nicht am Spielgeschehen teil, selbst im Powerplay gelingt nicht viel. Thiel verzieht knapp aus der Drehung. Dann verhindert Tiefensee zweimal das 0:3, im direkten Gegenzug macht Fabricius den Abpraller zum 1:2. Das gibt Aufwind, Valentino Klos scheitert allein vor dem Keeper. Dann wieder ein schneller Konter der Gäste, Dylan Wruck hat Zeit, zieht ab, 1:3. Auch beim 1:4 herrscht im Abwehrverbund der Heilbronner Falken Konfusion. Die neuen Verteidigungs-Pärchen funktionieren gar nicht. Was Coach Morgan auch nicht gefallen dürfte: Die Gegentore zwei, drei und vier fallen, als die zweite Heilbronner Reihe auf dem Eis steht. Die Arbeit nach hinten klappt dort gar nicht. Hoffentlich findet Morgan die passenden Worte in der Pause.

Heilbronner Falken vergeben ihre wenigen Chancen leichtfertig

Wer aufseiten der Heilbronner Falken auf eine Besserung nach der Pause gehofft hat, sieht sich schnell eines Besseren belehrt. Die Unterländer wollen, das ist ihnen anzumerken, aber die Löwen Frankfurt sind immer einen Tick schneller. Außerdem bekommen die Gastgeber bereits in der 22. Minute wieder eine Strafzeit. Das Powerplay der Hessen exzellent, doch dieses Mal klappt das Penalty-Killing der Heilbronner Falken, sie haben sogar bei zwei Breaks die Chance, das Ergebnis zu verkürzen, aber beide Male trifft Stefan Della Rovere die falsche Entscheidung. Heute will einfach nur ganz wenig klappen. Symptomatisch dafür: das 1:5. Ein Schuss von außen, der irgendwie den Weg ins Tor findet. Den hätte Tiefensee in allen Partien zuvor locker gehalten, aber heute ist der Wurm drin.

Die Heilbronner Falken versuchen, durch verstärkten körperlichen Einsatz das Momentum auf ihre Seite zu ziehen. Sehr zur Freude der Falken-Fans hallen ein paar krachende Checks durch das Stadion, aber die Löwen Frankfurt sind davon gänzlich unbeeindruckt. Sie spielen weiter ihr schnelles, direktes Eishockey, es brennt noch einige Male lichterloh vor Tiefensee, weitere Tore fallen bis zur Pause aber nicht mehr. Eigentlich ist hier die Messe bereits gelesen, aber vielleicht gelingt ja im letzten Abschnitt noch ein kleines Eishockey-Wunder?

Heilbronner Falken zeigen erhoffte Reaktion

Für die Heilbronner Falken geht es im letzten Drittel darum, Selbstvertrauen zurückzugewinnen, am besten in Form von Toren. Dieses Mal sind sie es, die ein Powerplay bekommen. Das ist nicht besonders zielstrebig, bis Lautenschlager erst die Scheibe und dann Geschwindigkeit an der eigenen blauen Linie aufnimmt, den Frankfurter Verteidiger wie ein Pylone benutzt - und dann auch noch den Keeper ins falsche Eck schickt, 2:5. Das war stark. Die Heilbronner Falken jetzt mit der zweiten Luft, Konfusion in der Gäste-Abwehr, Judd Blackwater trifft ins Kreuzeck, nur noch 3:5. Jetzt sind die Unterländer ein ebenbürtiger Gegner, die Dominanz der Gäste ist weg. Allerdings können die Falken keinen weiteren Treffer nachlegen.

Und dann passiert er wieder, der individuelle Fehler bei den Heilbronner Falken. Geburtstagskind Philipp Preto setzt sich stark hinter dem Tor durch, doch dann spielt er den Puck direkt auf den gegnerischen Schläger, Schuss, eventuell wird die Scheibe noch leicht abgefälscht, 3:6. Das ist jetzt die Entscheidung. Coach Morgan nimmt noch eine Auszeit, ersetzt seinen Keeper durch einen weiteren Feldspieler, aber das bringt nichts mehr. Mit der Schluss-Sirene erhöhen die Gäste noch zum 3:7. Immerhin, die Heilbronner Falken haben die erhoffte Reaktion gezeigt, das macht Mut für Montag.

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