Bis zur letzten Sekunde alles gegeben

Ganz unglückliche Niederlage der Falken gegen die Huskies

Heilbronner Falken Kassel Huskies DEL2 Eishockey Christopher Fischer
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Falken-Kapitän Christopher Fischer feiert gegen Kassel sein Comeback.
  • Marc Thorwartl
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Die Heilbronner Falken zeigen eine ganz starke Partie gegen die Kassel Huskies, versäumen es aber, im ersten Drittel mehr Tore zu erzielen und verlieren knapp mit 1:2.

Zum Tabellen-Nachbarschaftsduell kommt es heute Abend in der DEL2 zwischen den Heilbronner Falken und den Kassel Huskies. Die Schlittenhunde stehen auf dem sechsten Tabellenplatz, haben sechs Punkte mehr auf dem Konto als die Unterländer und dabei noch zwei Spiele weniger absolviert. Für die Truppe von Falken-Trainer Jason Morgan kann es deshalb heute nur eine Devise geben: Das Ding MUSS gewonnen werden, egal wie. Bis zum Donnerstag standen da die Chancen eigentlich ganz gut. Nicht nur Verteidiger Leon Fern machte deutlich, dass er wieder mitwirken kann. Auch Kapitän Christopher Fischer erklärte, dass er gegen die Kassel Huskies - nach fast dreimonatiger Verletzungspause - für die Heilbronner Falken sein Comeback gibt.

Zudem sollte Förderlizenzspieler Philipp Preto von den Adler Mannheim kommen und Julius Ramoser auch mitwirken. Somit wären dem Falken-Trainer sieben Verteidiger und zehn Stürmer zur Verfügung gestanden. Wären, denn auf dem Spielberichtsbogen gegen die Hessen fehlen Preto - und auch Stefan Della Rovere. Beide „Ausfälle“ haben miteinander zu tun. Bei Della Rovere gab es einen auffälligen Corona-Test. Falken-Geschäftsführer Timo Ruf: „Alles ist mit der DEL2 abgeklärt und die Zusammenarbeit mit dem städtischen Gesundheitsamt klappt ausgezeichnet.“ Alle anderen Spieler-Tests sind unauffällig, alle sind geboostert, deshalb findet die Partie statt. Aber ohne Preto. Den Adler Mannheim war sein Einsatz zu riskant, solange kein PCR-Ergebnis bei Della Rovere vorliegt.

Heilbronner Falken mit ganz viel Tempo

Das Fehlen der beiden Akteure scheint die Heilbronner Falken aber eher zu beflügeln, statt zu hemmen. Die Gastgeber von Beginn an im Vorwärtsgang. Dazu auch noch mit Unterstützung der Huskies, die früh eine Strafe kassieren. Das Powerplay der Heilbronner Falken druckvoll, gute Schüsse, doch Huskies-Goalie Gerald Kuhn ist hellwach. Auch, als die Heilbronner Falken 24 Sekunden eine doppelte Überzahl haben. Das nächste Powerplay der Unterländer ist ebenfalls stark, aber der Goalie noch stärker. Die Gäste ihrerseits aufgrund der drei Unterzahlsituationen offensiv noch nicht so in Erscheinung getreten, wenn sie aber in Puckbesitz sind, dann geht es meist ganz schnell nach vorne.

Judd Blackwater (rechts) bejubelt seinen Treffer zum 1:0.

In der zwölften Minute ist der Bann dann gebrochen. Justin Kirsch legt ab auf Kenney Morrison, der bringt den Puck halbhoch vors Tor, wo Judd Blackwater ihn unhaltbar abfälscht. Einen Tag, nachdem er seinen Vertrag in Heilbronn um zwei Jahre verlängert hat, zeigt der Kanadier, wie wichtig er fürs Team ist. Die Kassel Huskies antworten mit wütenden Angriffen, jetzt rückt Ilya Andryukhov immer häufiger in den Mittelpunkt. Jamie MacQueen scheitert am Torgestänge. 21:9 Torschüsse zählt die Statistik für die Heilbronner Falken nach dem ersten Drittel - da könnte das 1:0 fast zu wenig sein.

Heilbronner Falken mächtig unter Druck

Im Mittelabschnitt wird schnell klar: Die Kassel Huskies sind jetzt bei den Heilbronner Falken angekommen und im Spiel. Immer häufiger kommen sie aus ihrer Abwehrzone mit schnellem Direktpass-Spiel ins Angriffsdrittel. Dort wird jede Möglichkeit zum Schuss genutzt. Trotzdem benötigen sie beim Ausgleich Heilbronner Hilfe. Ein Missverständnis in der Abwehr, die Zuordnung stimmt für einen Moment nicht, den ersten Schuss pariert Andryukhov noch sensationell, doch dann ist er geschlagen.

Jetzt haben die Gäste klar Oberwasser. Da weiß einer, wo der andere steht. Die Heilbronner Falken werfen Kampf entgegen. Keine Scheibe wird verloren gegeben, immer setzt ein Spieler nach, vorne versuchen sie, immer wieder Nadelstiche zu setzen. Andryukhov wird aufseiten der Heilbronner Falken immer mehr zum Fels in der Brandung, lässt die Schlittenhunde mit seinen Paraden fast schon verzweifeln. 8:19 lautet die Schussbilanz im zweiten Drittel. Jetzt haben die Heilbronner Falken Glück, dass sie nicht in Rückstand liegen.

Heilbronner Falken mit ganz viel Pech

Den Schlussabschnitt können die Heilbronner Falken ausgeglichener gestalten. Die Kassel Huskies zwar immer noch mit der besseren Spielanlage, aber die Unterländer erspielen sich auch einige gute Chancen. In der 48. Minute dann die Vorentscheidung. Hauptdarsteller: Falken-Verteidiger Morrison. Erst hat er ganz viel Pech bei einer Direktabnahme, weil er den Puck nicht richtig trifft, im Gegenzug überläuft ihn MacQueen und trifft zum 1:2. Die Heilbronner Falken versuchen alles, um die Partie noch umzudrehen, scheitern aber mit einigen guten Chancen immer am Gäste-Keeper. Am Ende nehmen die Unterländer eine Auszeit und ersetzen ihren Goalie für einen weiteren Feldspieler, ohne Happy End, es bleibt bei der knappen 1:2-Niederlage.

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