65 Minuten Hochspannung

Falken müssen sich in Kaufbeuren im Shoot-out geschlagen geben

  • Marc Thorwartl
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Es wird der erwartet enge Kampf zweier Teams auf Augenhöhe, bei dem am Ende Kaufbeuren im Penalty-Schießen mit 4:3 die Oberhand behält.

Heute Nachmittag treten die Heilbronner Falken in der DEL2 beim ESV Kaufbeuren an. Nur zu gerne würden sich die Unterländer für die knappe Niederlage von vor knapp zwei Wochen revanchieren. Damals hatten die Allgäuer als Tabellenletzter mit 4:3 die Nase vorn - und seitdem eine Siegesserie von vier Spielen hingelegt. Vielleicht endet die jetzt auch gegen die Heilbronner Falken?

Jason Morgan, Trainer der Heilbronner Falken, kann gegen den ESV Kaufbeuren auf dieselbe Mannschaft wie beim 3:2-Sieg über Landshut am Freitag zurückgreifen. Also kann er erneut das von ihm so präferierte Vier-Reihen-Powerhockey zurückgreifen. Einen Wechsel hat er vorgenommen. Julian Lautenschlager und Stefan Della Rovere haben die Plätze in ihren jeweiligen Reihen getauscht. In der Tabelle sind beide Teams Nachbarn - wer gewinnt, kann sich vom anderen ein wenig absetzen.

Judd Blackwater sorgt für die frühe Führung der Heilbronner Falken.

Heilbronner Falken mit Raketenstart

Die Heilbronner Falken haben das, was man einen idealen Start nennt. Jeremy Williams klaut einem ESVK-Spieler beim Aufbau den Puck von der Kelle, passt zu Stefan Della Rovere, der sieht Judd Blackwater, 0:1! Gespielt sind gerade einmal 73 Sekunden. Endlich eine Partie, in der die Heilbronner Falken nicht einem frühen Rückstand hinterherlaufen müssen. Aber da sich im direkten Gegenzug Malte Krenzlin und Corey Mapes bei der Zuordnung nicht einig sind, fällt lediglich 43 Sekunden später der Ausgleich. In der Folgezeit viele Zweikämpfe, gutes Stellungsspiel beider Teams, und auch im Powerplay können sie jeweils nichts reißen.

Zwei Minuten vor dem Pausenpfiff dann eine Entscheidung zugunsten der Heilbronner Falken. Eigentlich stehen die Spieler bereit zum Bully, doch dann verschwinden die Schiedsrichter in der Kabine, ziehen den Videobeweis zurate und geben einem Kaufbeurer zwei Minuten wegen hohen Stocks. Die ersten 60 Sekunden dieser Überzahl sind ganz schwach. Als dann die zweite Formation der Heilbronner Falken auf dem Eis steht, geht es ganz schnell. Justin Kirsch marschiert über die linke Seite, hat das Auge für den gänzlich frei stehenden Alexander Lambacher, und der macht das 1:2. Damit geht es auch in die Pause.

Heilbronner Falken mit unnötigen Strafzeiten

Auch ins zweite Drittel starten die Heilbronner Falken mit viel Tempo. Blackwater nach wenigen Sekunden zu verspielt, anstatt zu schießen, passt er nochmals auf Williams, das war eine gute Möglichkeit. Noch besser die von Simon Thiel, der nach einem Fehler in der ESV-Hintermannschaft ganz allein vor dem Keeper auftaucht, aber scheitert. Dann eine Strafzeit gegen die Falken. Valentino Klos hält einen Tick zu lange - und die Allgäuer nutzen das zum 2:2. Gleich darauf kassiert auch Kenney Morrison eine Strafe, weil er nach dem Abpfiff Gegenspieler Markus Lillich klarmacht, dass er das „Einseifen“ von Keeper Florian Mnich gar nicht gutheißt.

Jeremy Williams trifft zum 2:3.

Dadurch kommt ein Bruch ins Spiel der Heilbronner Falken. Erst nach ein paar Minuten fangen sie sich wieder. Doppelpass von Krenzlin und Williams - der Torjäger der Heilbronner Falken schlägt eiskalt zum 2:3 zu. Doch wie im ersten Drittel ist es dann die Reihe um Lautenschlager, die im direkten Gegenzug dem Gegner zu viel Platz lässt und nicht hart genug attackiert, schon steht es 3:3. Damit geht es auch in die zweite Pause.

Heilbronner Falken müssen sich im Penalty-Schießen geschlagen geben

Im letzten Abschnitt gehen dann beide Mannschaften nicht mehr ganz so offensiv zu werke. Bei den Heilbronner Falken schleichen sich Konzentrationsfehler ein, die Pässe finden nicht mehr so genau den Mitspieler, manchmal bringt man sich selbst unnötig unter Druck. Dann Überzahl der Falken. Nicht ganz so druckvoll, doch dadurch gewinnen die Unterländer wieder die Oberhand. Bis Lambacher auf die Strafbank muss. Ganz gefährliche Situation jetzt für die Heilbronner Falken, das kann spielentscheidend sein.

Doch die Heilbronner Falken überstehen diese Situation unbeschadet - auch weil Mnich mit einem sensationellen Reflex eine abgefälschte Scheibe noch von der Linie kratzt. Knapp drei Minuten sind noch zu spielen, geht das hier in die Verlängerung? Doch dann kassiert Simon Thiel wieder eine dieser saudummen Strafzeiten, 70 Sekunden vor dem Schluss. Das ist einfach nur dämlich. Allerdings ziehen auch die Gastgeber 24 Sekunden vor dem Ende eine Strafe, das sollte wenigstens für die Verlängerung reichen. Die Unterländer haben sogar noch die Chance zum Siegtreffer, doch Blackwater scheitert - und kassiert im Gegenzug eine Strafe. Verlängerung. Die Falken müssen dort in Unterzahl starten. Sie überstehen diese - und dann muss ein Kaufbeurer raus. Das ist jetzt DIE Chance für die Falken. Aber auch sie können die numerische Überlegenheit nicht nutzen, es geht ins Penalty-Schießen. Mit dem besseren Ende für Kaufbeuren.

Rubriklistenbild: © Marc Thorwartl

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