Die Falken hätten heute wohl nie ein Tor geschossen

Die Chancen sind da, die Falken nutzen sie einfach nicht

  • Marc Thorwartl
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Die Unterländer haben die Möglichkeit, sich oben in der Tabelle festzusetzen - scheitern aber immer wieder am überragenden Leon Hungerecker.

Keine Zeit zum Durchschnaufen, nachdem die Heilbronner Falken am Sonntag beim 7:5-Erfolg über die Kassel Huskies das Sechs-Punkte-Wochenende perfekt gemacht hatten, müssen sie heute schon wieder antreten. Daheim treffen sie auf die Lausitzer Füchse. Die Sachsen hatten einen nahezu perfekten Saisonstart, ehe sie sich eine Schwächeperiode leisteten. Derzeit stehen sie auf Tabellenrang zehn. Die Heilbronner Falken sollten nach den jüngsten Erfolgen aber nicht übermütig werden. Denn die Füchse haben in der vergangenen Woche nochmals auf dem Transfermarkt zugeschlagen und sich die Dienste von Richard Mueller gesichert.

Der Kanadier mit dem deutschen Pass hat den Scoring-Touch auch in dem einen Jahr in der Oberliga nicht verloren. Zwei DEL2-Spiele hat er jetzt für Weißwasser absolviert. Seine Ausbeute: zwei Tore und eine Vorlage. Außerdem kommt es heute zum Aufeinandertreffen der beiden Top-Scorer der DEL2: Jeremy Williams aufseiten der Heilbronner Falken hat neun Treffer und neun Vorlagen, Peter Quenneville von den Füchsen kommt auf zehn Treffer und sieben Assists. Offensivpower ist auf beiden Seiten also reichlich vorhanden. Aus Mannheim sind für dieses Spiel Philipp Preto und Valentino Klos abgestellt worden. Da Karl Fabricius aber noch verletzt ist, muss Falken-Trainer Jason Morgan erneut mit elf Stürmern agieren. Um vier Angriffsreihen zu haben, müssen die Mittelstürmer Doppelschichten fahren.

Judd Blackwater ist unermüdlicher Antreiber im Falken-Spiel.

Heilbronner Falken drückend überlegen, aber es fällt kein Tor

Im Tor der Heilbronner Falken steht Arno Tiefensee. Eine Chance, die er sich nach der Leistung vom Sonntag auch verdient hat. Er bekommt im ersten Drittel relativ wenig zu, ist aber ein sicherer Goalie, wenn er eingreifen muss. Die Heilbronner Falken machen das geschickt. Sie spielen mit kontrollierter Offensive. Nicht volles Risiko, aber mit schnellem Pass-Spiel und konsequentem Forechecking.

Die Gäste aus Weißwasser können sich kaum befreien. Sie verlegen sich hauptsächlich auf das Verhindern von Chancen der Heilbronner Falken. Trotzdem haben sie einige gute Möglichkeiten, in Führung zu gehen, doch Simon Thiel, Noah Dunham oder auch Judd Blackwater finden in Füchse-Goalie Leon Hungerecker ihren Meister. Bei ihm dürfen sich die Sachsen bedanken, dass es torlos in die erste Pause geht.

Heilbronner Falken werden eiskalt ausgespielt

Im zweiten Drittel sind die Gäste dann aktiver. Bereits nach wenigen Sekunden haben sie eine kleine Chance. Dann kassieren die Heilbronner Falken ihre erste Strafzeit. Die Gäste lassen die Scheibe kreisen, bis Hunter Garlent freie Schussbahn hat und die Scheibe in den Winkel drischt. 0:1, die Partie ist auf den Kopf gestellt. Die Heilbronner Falken versuchen zwar, sofort Druck aufzubauen, doch irgendwie fehlt - wie schon im ersten Durchgang - die zündende Idee, der finale Pass. Ganz anders die Füchse. Aus einer massiven und nahezu fehlerfreien Abwehr versuchen sie, mit einfachem Eishockey gefährlich vors Tor der Unterländer zu kommen.

Vielleicht geht für die Heilbronner Falken ja etwas in Überzahl? Ganz im Gegenteil. Kenney Morrison und Williams spielen sich so lange die Scheibe gegenseitig zu, bis die Gäste dazwischenspritzen, kontern und perfekt zum 0:2 abschließen. Danach sind die Gäste dem dritten Tor näher als die Heilbronner Falken dem Anschlusstreffer. Symptomatisch die Szene drei Sekunden vor dem Pausenpfiff. Anstatt den puckführenden Fuchs unter Druck zu setzen, zieht sich Brock Maschmeyer zurück, so wird die Schussbahn frei, der Puck springt Tiefensee aus dem Fanghandschuh - und klatscht an den Pfosten. Das wäre die Vorentscheidung gewesen.

Heilbronner Falken ohne die zündende Idee

Kommt jetzt die Schluss-Offensive der Heilbronner Falken? Zumindest kann man ihnen den Willen, das Spiel noch zu drehen, nicht absprechen. Sie sind fast nur im Vorwärtsgang. Aber wie in den Dritteln zuvor, fehlt das Glück im Abschluss. Selbst im Powerplay, das teilweise richtig gut gespielt wird, scheitern sie immer wieder am Füchse-Goalie. Die Zeit läuft gnadenlos herunter, bereits zwei Minuten vor dem Ende zieht Falken-Coach Morgan den Keeper. Doch das Überzahlspiel ist heute nicht gut genug. Zum ersten Mal bleiben die Heilbronner Falken in dieser Saison ohne eigenes Tor.

Rubriklistenbild: © Marc Thorwartl

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