Schade, da war mehr drin

Im Schlussabschnitt geht den Falken gegen die Sachsen die Luft aus

Heilbronner Falken Dresdner Eislöwen Eishockey DEL2 Stefan Della Rovere
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Stefan Della Rovere und Simon Karlsson tauschen Meinungsverschiedenheiten aus.
  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
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40 Minuten lang liegt die Sensation der Heilbronner Falken gegen die Eislöwen Dresden in der Luft - ehe der Favorit sich am Ende mit 5:2 durchsetzt.

Zu ungewohnt früher Uhrzeit treten die Heilbronner Falken heute in der DEL2 um 16 Uhr gegen die Dresdner Eislöwen an. Eigentlich war für heute der Familien-Tag bei den Falken geplant. Wie so oft in den vergangenen zwei Jahren machte dann Corona einen Strich durch die Planungen. Falken-Trainer Jason Morgan muss sich wenigstens kein Kopfzerbrechen machen, wie er seine Reihen aufstellt, denn erneut hat er gerade sechs Verteidiger und neun Stürmer, sodass er genau drei komplette Blöcke aufbieten kann. Und diese 15 Feldspieler hatten ja zuletzt gegen Crimmitschau und in Bad Tölz eine prima Arbeit abgeliefert.

Allerdings nimmt der Coach der Heilbronner Falken einen Tausch vor. Im Tor vertraut er wieder Ilya Andryukhov, der das Offensivfeuerwerk der Sachsen stoppen soll. Eislöwen-Trainer Andreas Brockmann hingegen kann aus dem Vollen schöpfen. Ihm stehen vier Sturmreihen und sieben Verteidiger zur Verfügung. Die Dresdner kamen zu Beginn der Saison nicht sofort auf Touren, sind dann aber förmlich durchgestartet. Sie haben die Playoffs fest im Visier, der Höhenflug katapultierte sie auf den dritten Platz, lediglich einen Punkt hinter den Löwen Frankfurt. Die Favoritenrolle liegt bei den Sachsen - vielleicht ist das die Chance für die Heilbronner Falken?

Heilbronner Falken stehen defensiv sicher und treffen vorne

Die Dresdner Eislöwen wollen schnell klarmachen, wer Chef im Ring ist, setzen gleich die ersten Duftmarken. Allerdings übertreiben sie es dabei, kassieren gleich eine Strafzeit. Da hatten die Heilbronner Falken doch zuletzt in Tölz gute Erfahrungen mit gemacht? Aber die Erfolgsserie im Powerplay findet gegen die Eislöwen keine Fortsetzung. Die Gäste verteidigen das geschickt, lassen nur zwei echte Chancen zu, bei denen ihr Keeper beherzt zugreift. In der Folgezeit sind die Sachsen optisch überlegen, aber auch Adryukhov ist auf dem Posten. In der 10. Minute dann die Erlösung. Simon Thiel erkämpft eine Scheibe zurück, Stefan Della Rovere sucht den direkten Weg zum Tor und trifft ins lange Eck.

Die Falken bejubeln das 1:0 durch Stefan Della Rovere.

Gleich im Anschluss Alarmstufe Rot bei den Heilbronner Falken. Erst muss Judd Blackwater in die Kühlbox, 23 Sekunden vor deren Ablauf auch noch Julian Lautenschlager. Aber die Heilbronner Falken verteidigen ihren Vorsprung mit bedingungslosem Einsatz, können die prekäre Situation unbeschadet überstehen. Danach ein Spiel auf Augenhöhe mit einem Aufreger kurz vor Ende der Partie. Jeremy Williams muss nach einem Foul auf die Strafbank, das nachfolgende Revanche-Foul von Eislöwen-Topscorer Jordan Knackstedt lassen die Schiedsrichter aber ungestraft. Die Heilbronner Falken starten ins zweite Drittel in Unterzahl.

Heilbronner Falken machen es wieder im Powerplay

Das Powerplay der Dresdner Eislöwen richtig gut - allerdings die Heilbronner Falken auch mit toller Defensivleistung. Sie überstehen die Unterzahl unbeschadet, kassieren dann aber, kaum komplett, fast den Ausgleichstreffer. Vladislav Filin macht alles richtig, überwindet auch Andryukhov, scheitert aber am Pfosten. Kurz danach setzt sich Maximilian Heim durch, kann nur durch ein Foul gestoppt werden, die Heilbronner Falken haben Überzahl. Und was für eine. Erst haben die Gäste erst ein Break, dann kommt die Scheibe irgendwie durchs Angriffsdrittel getrudelt, Justin Kirsch zieht den Onetimer - und der Puck saust ins Kreuzeck zum 2:0.

Brock Maschmeyer und seine Verteidiger-Kollegen kämpfen verbissen um jeden Puck.

Die Gäste antworten mit wütenden Angriffen. Es ist schon beeindruckend, wie sie sich durch die neutrale Zone kombinieren, doch die Heilbronner Falken wehren sich gegen die spielerische Überlegenheit der Eislöwen mit bedingungslosem Einsatz. Corey Mapes blockt nicht nur Schüsse, er vereitelt auch mehrere Zwei-auf-Eins-Situationen. Bezeichnend die letzten Sekunden in diesem Drittel. Dresden mit unglaublichem Druck, doch Lautenschlager und Della Rovere blocken zweimal gefährliche Schüsse. Mit der 2:0-Führung geht es ins letzte Drittel.

Heilbronner Falken gehen die Kräfte aus

Erwartungsgemäß erhöhen die Dresdner Eislöwen den Druck im Schlussabschnitt. Eine Unterzahl der Heilbronner Falken - Lautenschlager muss wegen eines mehr als fragwürdigen Badenchecks raus - überstehen sie noch unbeschadet, Simon Karlsson trifft nur das Lattenkreuz. Dann gibt es Strafen gegen beide Teams, die Gäste treffen den Pfosten und im Nachschuss erzielen sie den Anschlusstreffer. Jetzt geht den Heilbronner Falken etwas die Struktur verloren, dazu kommt eine Bande, die einen Puck unglücklich abfälscht, es steht 2:2. Innerhalb von 100 Sekunden sind die Gäste herangekommen.

Dann wieder eine zweifelhafte Entscheidung gegen die Heilbronner Falken. Luke Volkmann marschiert ins Angriffsdrittel, ihm werden ganz klar die Beine weggezogen - der Pfiff bleibt aus, im Gegenzug treffen die Eislöwen zum 2:3. Die Heilbronner Falken versuchen verbissen, dem Spiel noch eine Wende zu geben, aber sie vergeben vorne ihre guten Chancen, hinten kassieren sie einen weiteren Treffer. Als die Heilbronner Falken alles riskieren und den Keeper vom Eis nehmen, machen die Sachsen mit dem 2:5 alles klar.

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