Falken weiter im Trudeln

Falken-Sturzflug geht auch gegen Nauheim weiter

  • Marc Thorwartl
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Die Gäste müssen auf ihre besten Spieler verzichten - und den Unterländern fällt wirklich herzlich wenig ein, sie verlieren 3:4 nach Verlängerung.

Heute bestreiten die Heilbronner Falken ihr erstes Heimspiel in der DEL2 unter den 2G-Plus-Regeln. Zu Gast ist der EC Bad Nauheim, der aktuelle Ligaprimus. Und die Hessen kommen mit einer beeindruckenden Serie, wie es sie bisher in der DEL2 noch nie gegeben hat. Acht Auswärtspartien haben die Roten Teufel bisher bestritten. Achtmal haben sie das Eis als Sieger verlassen. Ganz anders die Heilbronner Falken, die nach gutem Saisonstart völlig die Linie verloren haben - und sich auch am Freitag bei der Partie in Selb nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben.

Also eine klare Sache für die Gäste schon vor dem ersten Bully? Mitnichten, denn die Kurstädter sind lediglich mit einem Minikader in die Käthchenstadt gereist. Es fehlen DEL2-Top-Scorer Taylor Vause und Top-Torjäger Tristian Keck. Außerdem ist Marc El-Sayed, der erst vor Kurzem nach Long-Covid-Folgen wieder auf dem Eis stand, out, und zudem ist Jerry Pollastrone angeschlagen. Fünf Verteidiger und neun Stürmer können die Hessen nur aufbieten. Aber die Heilbronner Falken haben ja diese Saison schon des Öfteren leidvolle Erfahrungen mit kleinen gegnerischen Kadern gemacht.

Stefan Della Rovere (2. von rechts) bejubelt seinen Treffer zum frühen 1:0.

Heilbronner Falken mal wieder mit neuen Reihen

Jason Morgan, Trainer der Heilbronner Falken, hat sein Team erneut umgestellt. Judd Blackwater spielt jetzt mit Simon Thiel und Karl Fabricius in einer Reihe, Youngster Noah Dunham stürmt an der Seite von Julian Lautenschlager und Jeremy Williams. Die erste offensive Aktion geht von den Heilbronner Falken aus. Stefan Della Rovere wird nicht attackiert, nimmt Maß und jagt den Puck genau in den Winkel. Ein idealer Start nach zweieinhalb Minuten. Zumal die Heilbronner Falken auch in der Folgezeit das spielbestimmende Team sind, aber das so immens wichtige zweite Tor nicht nachlegen. Dann passiert es wieder. Ein hüpfender Puck, eine Direktabnahme und die Hartgummischeibe geht wirklich ins Tor. 1:1, das kommt völlig überraschend.

Danach die Heilbronner Falken auch noch in Unterzahl. Zum Glück fehlen den Gästen ihre besten Leute, weshalb die Unterzahl unbeschadet überstanden wird. Als die Unterländer dann selbst Powerplay haben, sind sie wirklich nur immer wenige Zentimeter vom 2:1 entfernt, aber die Schiebe geht nicht ins Tor. Dann erneut Überzahl für den EC Bad Nauheim - Torhüter Florian Mnich hat den Puck hinter dem Tor außerhalb der Markierung gespielt. Die beste Chance bei diesem Überzahlspiel haben die Heilbronner Falken. Ein Konter, ein Flippass von Lautenschlager auf Alex Lambacher, Direktabnahme - und der Puck fliegt haarscharf am Tor vorbei. Es bliebt beim 1:1, ein etwas schmeichelhaftes Ergebnis für die Gäste.

Heilbronner Falken sind nicht wiederzuerkennen

Mit dem Start des zweiten Drittels verlieren die Heilbronner Falken ihre Linie. Die Nauheimer jetzt mit konsequentem Forechecking, das schmeckt den Unterländern überhaupt nicht. Immer wieder leisten sie sich Fehler im Spielaufbau. Dann kommt es auch noch knüppeldick: Noah Dunham muss nach einem Bandencheck für fünf Minuten auf die Strafbank. Zum Glück geht auch ein Gästespieler, sodass es nur drei Minuten Powerplay für die Hessen bedeutet, doch da liegt mehrfach die Führung für die Kurstädter in der Luft.

Als die Heilbronner Falken dann wieder komplett sind, wird es nicht besser. Die Partie verflacht zusehends. Das bessere Eishockey zeigen ganz klar die Gäste, in der Hintermannschaft der Falken schleichen sich die altbekannten Fehler ein. Sichere Scheiben werden total unnötig verloren. Zum Glück ist Mnich auf dem Posten, als Mick Köhler ganz alleine vor ihm auftaucht. Es bleibt beim 1:1. Jetzt ist der Spielstand für die Hausherren schmeichelhaft.

Heilbronner Falken retten sich in die Verlängerung

Auch im letzten Drittel sind es die Gäste aus Bad Nauheim, die eindeutig mehr vom Spiel haben. Sie starten strukturierte Angriffe, bei den Heilbronner Falken ist vieles wieder nur Stückwerk. Dann macht Kenney Morrison das einzig Richtige. Er bringt die Scheibe einfach mal vors Tor - und die zappelt im Netz. Aus dem Nichts das 2:1 für die Falken. Das sollte doch Auftrieb geben? Nein. Nauheim mit durchdachtem Spiel, schlechte Heilbronner Abwehrleistung, 2:2.

Und es kommt noch dicker für die Heilbronner Falken. Die Gäste jetzt mit Bock auf Hockey und mit ganz viel Übersicht, 2:3! Der Todesstoß für die Heilbronner? Nein, im direkten Gegenzug Judd Blackwater mit einem Backhander, der ins lange Eck trudelt. 3:3. Kurz vor Ende der Partie dann Vorteil Heilbronn. Die Gäste bekommen eine Strafzeit. Doch das Powerplay sticht nicht, viel schlimmer noch, auch die Gastgeber kassieren eine Zeitstrafe. Immerhin rettet sich Heilbronn in Unterzahl in die Verlängerung. Dort machen die Gäste dann kurzen Prozess. Fünf Sekunden vor Ablauf der Strafe treffen die Gäste zum 4:3-Sieg. Und der ist jetzt völlig verdient.

Rubriklistenbild: © Marc Thorwartl

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