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Heilbronner Falken scheitern erneut bei den Löwen Frankfurt

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Von: Marc Thorwartl

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Jeremy Williams findet kurz vor Schluss endlich die Lücke. © Marc Thorwartl

Obwohl die Heilbronner Falken ihr bestes Spiel zeigen, verlieren sie mit 2:5 bei den Löwen Frankfurt, weil sie zu wenig aus ihren Chancen machen.

Drittes Spiel in der DEL2-Halbfinalserie zwischen den Löwen Frankfurt und den Heilbronner Falken - und die Unterländer stehen bereits mit dem Rücken zur Wand. Sie haben die ersten beiden Partien verloren und müssen unbedingt gewinnen, um in die Serie zurückzufinden. Ganz anders die Hessen. Sie können ohne Druck in die Begegnung gehen, werden allerdings auch keine Kompromisse machen. Denn: Je schneller sie das Halbfinale für sich entscheiden, desto mehr Erholungszeit haben sie für die Finalserie, die in den Aufstieg in die DEL münden soll.

Jason Morgan, Trainer der Heilbronner Falken, vertraut exakt derselben Mannschaft wie am Samstag bei der 3:7-Niederlage. Damit hütet Arno Tiefensee weiterhin das Tor, Morgan will seine vier Importspieler auf dem Feld sehen. Für Stefan Stéen bleibt somit erneut nur die harte Bank auf der Tribüne. Fast schon standardmäßig sind hingegen die veränderten Reihen. Julian Lautenschlager tauscht mit Simon Thiel den Platz. Justin Kirsch rückt in die zweite Reihe, dafür stürmt Luca Tosto im dritten Block. Das Ziel dieser Umstellungen: Die Heilbronner Falken sollen mehr Durchschlagskraft quer durch die ersten drei Reihen bekommen.

Heilbronner Falken mit ihrem besten Drittel - aber einem 0:1-Rückstand

Das machen die Heilbronner Falken auch richtig gut, sie spielen die besten ersten fünf Minuten der Halbfinalserie, sind das bessere Team, Kirsch verzieht knapp, Tosto und Valentino Klos haben ebenfalls Chancen. Die Unterländer sind eng am Gegenspieler, fahren die Checks zu Ende, erarbeiten sich ein optisches Übergewicht. Diesen Vorteil geben sie dann ab, weil Maximilian Heim eine Strafe kassiert. Die ist etwas fraglich, denn erst kam das Foul der Löwen. Aber da hilft kein Lamentieren, Unterzahl - da sahen die Heilbronner Falken bisher schlecht aus. Aber dieses Mal machen sie das sehr gut, und haben zehn Sekunden vor Ablauf dann auch Glück, weil eine abgefälschte Scheibe nur die Latte trifft.

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Stefan Della Rovere scheitert zweimal beim Rebound - und kann es selbst nicht fassen. © Marc Thorwartl

Dann MUSS das 1:0 für die Heilbronner Falken fallen, doch Luke Volkmann scheitert aus der Nahdistanz. Im direkten Gegenzug ist es Pierre Preto, der die Löwen mit 1:0 in Front bringt. Das ist zum Haareraufen, wieder laufen die Unterländer einem Rückstand hinterher - obwohl sie bisher die besseren Chancen hatten. Aber die Heilbronner Falken schütteln das Tor ab, spielen weiterhin zielstrebig nach vorne, erarbeiten sich weiter sehr gute Chancen. Lautenschlager, Leon Fern, die Unterländer bringen viele Scheiben aufs Tor. Stefan Della Rovere scheitert zweimal innerhalb weniger Sekunden mit den Rebounds, Kirsch entwickelt sein Privat-Duell gegen Löwen-Keeper Jake Hildebrand - doch noch bleibt der Goalie Sieger. Mit dem knappen 1:0 für Frankfurt geht es in die Pause.

Heilbronner Falken verwerten ihre Chancen nicht

Können die Heilbronner Falken dieses hohe Tempo und diese Intensität auch im zweiten Drittel aufs Eis bringen? Zumal sich die bange Frage stellt, ob Karl Fabricius zurückkommt. Der hatte kurz vor Ende des ersten Drittels einen Schlag auf die Hand bekommen und danach nicht mehr gespielt. Entwarnung, der Schwede ist wieder mit dabei. Die Heilbronner Falken wollen weiter nach vorne spielen, machen sich das Leben aber selbst schwer, da sie sich Fehlpässe im Aufbauspiel leisten. Tiefensee in dieser Phase mit brillantem Stellungsspiel und Reflexen, da brennt es mehrfach vor seinem Gehäuse. Dann kommt wieder dieser eine Fehler. 28. Minute, Puckverlust im Angriffsdrittel, ein Konter der Löwen, und Brett Breitkreuz schiebt die Scheibe durch die Schoner, 2:0.

Kurz danach haben die Heilbronner Falken zum ersten Mal Powerplay, aber das ist nicht gut. Zu langsam, nicht ein einziges Mal wird die Aufstellung erreicht, die Löwen sogar mit einem Break in Unterzahl. Danach eine Direktabnahme von Tosto, aber irgendwie bleibt den Heilbronner Falken das Pech treu, so eine Schuss kann auch mal reingehen. Dann dürfen die Gastgeber erneut Powerplay üben. Die beste Chance haben die Unterländer, ein Break, ein Schuss von Tosto, der Rebound kommt direkt zu Judd Blackwater, der den Puck aus einem Meter Entfernung nicht über die Linie bringt. Wenn solche Chancen nicht verwertet werden, dann kann man gegen Frankfurt nicht gewinnen! Im Anschluss etwas Leerlauf auf beiden Seiten, Tiefensee noch mit einer sehr guten Parade. Kurz vor der Pause ein guter Angriff der Heilbronner Falken, aber auch Corey Mapes bringt den Puck nicht über die Linie. Mit 2:0 geht es in die Pause, das wird ein ganz schweres letztes Drittel, wenn die Heilbronner die Partie noch drehen wollen.

Heilbronner Falken mit toller Moral

Keine Minute ist gespielt, da hat Kirsch eine Großchance für die Heilbronner Falken, dann brennen Simon Thiel, Blackwater und wieder Kirsch ein Feuerwerk ab, aber der Puck will einfach nicht ins Tor. Und genau das macht den Unterschied. Die Löwen Frankfurt kommen direkt danach ins Angriffsdrittel, Pass, Schuss, Tor. Einfach eiskalt die Chancenverwertung der Löwen, das ist definitiv die Vorentscheidung in dieser Partie. Eines muss man den Falken aber lassen. Sie geben sich nicht geschlagen, gehen jetzt noch konsequenter auf den Körper, fahren jeden Check zu Ende. Die Hessen nehmen jetzt deutlich Tempo aus der Partie. Sie müssen nicht mehr, die Heilbronner Falken versuchen und wollen mehr, aber die Löwen stehen defensiv richtig gut.

Vielleicht geht ja was im Powerplay für die Heilbronner Falken? Morgan riskiert alles, zieht sogar fünf Minuten vor dem Ende seinen Keeper, die Unterländer also mit doppelter Überzahl, ohne Erfolg. Auch nach dem Powerplay bleibt Tiefensee vom Eis. Kirsch sieht Jeremy Williams, und der findet endlich die Lücke, trifft zum 1:3. Das haben sich die Heilbronner Falken redlich verdient. Das Spiel geht weiter, kaum sind die Falken im Angriffsdrittel, zieht Morgan den Keeper und die Falken treffen wirklich, Morrison mit dem Hammer von der blauen Linie, nur noch 3:2, gerade einmal 32 Sekunden nach dem Anschlusstreffer. Dann die kalte Dusche. Die Falken weiter im Vorwärtsgang, Puckverlust, Dylan Wruck läuft alleine auf Tiefensee zu und überwindet ihn zum 4:2. Kurz danach noch ein Empty-Net-Treffer der Hessen, zum Endstand von 5:2. Die Löwen haben in der Serie drei Matchpucks gegen die Heilbronner Falken, aber die haben den Hessen das Leben richtig schwer gemacht.

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