Eine dumme Strafe entscheidet die Partie

Falken-Geburtstagskind Knaub schenkt den Steelers den Derby-Sieg

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Vieles wird in Bietigheim davon abhängen, wie gut Topscorer Dylan Wruck sich in Szene setzen kann.
  • Marc Thorwartl
    vonMarc Thorwartl
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Fast gelingt dasselbe Comeback wie am Sonntag, doch das dumme Foul von Michael Knaub ist eine zu schwere Hypothek.

Gelingt den Heilbronner Falken heute Abend unter Trainer Bill Stewart der dritte Sieg im dritten Spiel? Die Trauben dafür hängen ziemlich hoch, denn die Unterländer müssen zum Derby bei den Bietigheim Steelers antreten. Eben jene Steelers, die Anfang Februar mit dem letzten Aufgebot die Falken mit einer schmerzlichen 4:1-Packung im Gepäck nach Hause schickten und damit auch das Schicksal des damaligen Cheftrainers Michel Zeiter besiegelten, der drei Tage später freigestellt wurde.

Bill Stewart will nichts von alten Wunden oder Niederlagen wissen. Er hat ein klares Ziel: „Meine Aufgabe ist es, die Heilbronner Falken irgendwie in den verbleibenden Spielen noch in die Playoffs zu führen.“ Aber natürlich weiß auch er, dass gerade mit einem Sieg im Derby er viele Wunden bei den Fans zum Heilen bringen kann. Wie heute von echo24.de bereits vermutet, hat Verteidiger Brock Maschmeyer die Reise zum Nachbarn angetreten und wird nach vier Wochen Verletzungspause sein Comeback im Falken-Dress feiern. Im Tor startet Arno Tiefensee.

Die Falken dürfen Brett Breitkreuz und Riley Sheen heute nicht so wie vor drei Wochen alleine vors Tor kommen lassen.

Heilbronner Falken mit zu vielen Strafen und individuellen Fehlern

Die Partie beginnt wie vor drei Wochen mit einem Warnschuss. Nur 20 Sekunden nach dem Eröffnungsbully kommen die Steelers frei vor dem Tor der Heilbronner Falken zum Schuss. Aber dieses Mal ist das ein Wachmacher, in der Folgezeit lassen die Unterländer kaum etwas zu, haben selbst eine gute Chance und können das Spiel ausgeglichen halten. Dann muss Geburtstagskind Michael Knaub auf die Strafbank. Aber auch diese prekäre Situation überstehen die Heilbronner Falken unbeschadet. Dann sichert Dylan Wruck die Scheibe, ein langer Pass auf Bryce Gervais, der scheitert noch am Keeper, aber den Nachschuss verwandelt Wruck zum 0:1. Dann kommt er wieder, der Fehler im Falken-Abwehrbereich. Anstatt die sichere Scheibe zu klären, wird sie vertändelt, die Steelers nutzen das zum 1:1, obwohl der Treffer erst nach Video-Überprüfung gegeben wird. Nach diesem Tor verlieren die Gäste die Ordnung. Vieles ist nur noch Stückwerk, zu viele Fehlpässe, und das bis dahin so gut funktionierende Forechecking will gar nicht mehr klappen. Mit 1:1 geht es in die Pause.

Das zerfahrene Spiel setzt sich auch im Mitteldrittel fort. Von beiden Teams. Vielleicht geht ja etwas im Powerplay für die Heilbronner Falken? Es gibt Strafe gegen die Steelers. Nein, die Gastgeber mit einem guten Penalty-Killing, die Unterländer können den finalen Pass nicht anbringen. Dann kommt es richtig schlimm. Knaub checkt Robin Just - und bekommt dafür eine Spieldauerdisziplinarstrafe. Fünf Minuten Unterzahl gegen das beste Powerplay-Team der Liga, das ist einfach nur dämlich. Nach zweieinhalb Minuten ist die Scheibe im Tor. Und es gibt wieder Videobeweis, die Falken reklamieren hohen Stock. Aber die Schiris geben den Treffer erneut. Wenn man da an den hohen Stock von Stefan Della Rovere beim Saisoneröffnungsspiel in Freiburg denkt, dann wird in der Liga mit zweierlei Maß gemessen. Dann fällt auch noch das 3:1. Die Falken sind gerade wieder komplett, ein Pfostenschuss der Steelers und den Nachschuss versenken sie. Tiefensee kassiert ihn durch die Hosenträger. Im Anschluss bekommt Gervais eine Strafe - in UNTERZAHL wird es hier ganz sicher nichts zu holen geben! Das Penalty-Killing klappt. Kaum komplett folgt aber wieder der Fehler. Erst kann Maschmeyer kann die Scheibe im Angriffsdrittel nicht sichern, dann ist er im Back-Check zu langsam, 4:1! Pause.

Ob Coach Stewart die Heilbronner Falken nochmals so wie am Sonntag fürs letzte Drittel motivieren kann? Bis zu der Strafe von Knaub hatten sie eigentlich die besseren Chancen. Zweieinhalb Minuten dauert es, dann steht es nur noch 4:2. Matt Neal macht das Ding irgendwie rein. Bekommen die Heilbronner Falken jetzt die zweite Luft? Nur Sekunden später scheitert Justin Kirsch. Es gibt nur ein Problem: Immer wieder gibt es katastrophale Fehler der Gäste, die den Steelers Großchancen eröffnen. Die Unterländer mit Chancen im Minutentakt. Doch Josh Nicholls, Davis Koch und auch Della Rovere scheitern. Neun Minuten vor dem Ende Überzahl Falken. Jetzt MUSS etwas passieren, aber das Powerplay ist einfach viel zu statisch. Die Zeit tickt herunter. Dann auch noch ein Pfiff der richtig schwachen Schiedsrichter. Drei Minuten vor dem Ende schicken sie Wruck auf die Strafbank. Das ist nur noch lächerlich. Nix passiert - und 15 Sekunden vor dem Ende machen die Falken das 4:3 durch Wruck. Zu mehr reicht es aber nicht mehr.

„Für uns war das heute ein Lernprozess. Ich denke, dass wir bis zur 28. Minute ganz solide gespielt haben. Es gab dann diese eine Situation, in der wir den Fokus verloren haben. Du musst in solchen Partien körperbetont spielen, sollst dabei aber nicht die Grenze überschreiten. Das ist passiert. Es war eine dumme Aktion von Michael, wir waren drauf und dran, das 2:1 zu erzielen. Wenn du gegen das beste Powerplay-Team der Liga zu oft Unterzahl spielst, dann kostet das viel Kraft. Ich hoffe, dass er aus seinem Foul etwas lernt“, erklärt Stewart nach der Partie.

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