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Heilbronner Falken gewinnen auch bei den Lausitzer Füchsen

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Von: Marc Thorwartl

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Ilya Andryukhov wurde in seinem letzten Spiel für die Falken von seinen Vorderleuten so manches Mal allein gelassen. © Marc Thorwartl

Erst im letzten Drittel setzen die Heilbronner Falken gegen die Lausitzer Füchse die entscheidenden Nadelstiche und holen mit dem 6:3-Erfolg den neunten Sieg in Folge.

Die DEL2 ist beim Endspurt, lediglich vier Spiele sind noch zu absolvieren. Den Heilbronner Falken steht wiederum ein Doppelvergleich ins Haus. Heute Abend müssen sie bei den Lausitzer Füchsen antreten, ehe sie am Dienstag das Team aus Weißwasser daheim in Heilbronn empfangen. Die Lausitzer stehen bereits als Teilnehmer der Playdowns fest, wohingegen die Heilbronner Falken ja immer noch ein bisschen nach oben auf den sechsten Platz schielen. Es treffen zwei personell gebeutelte Mannschaften aufeinander. Die Hausherren können gerade einmal zwei Sturmreihen und fünf Verteidiger aufbieten. Zudem müssen sie auf ihren Stammtorhüter verzichten.

Die Heilbronner treten immerhin mit neun Stürmern und ebenfalls fünf Verteidigern an, wobei nicht sicher ist, ob Kapitän Christopher Fischer im Vollbesitz seiner Kräfte ist, nachdem er sich beim 5:0-Sieg am Freitag gegen Bayreuth kurz vor Ende eine Muskelverletzung zugezogen hatte. Sein letztes Spiel für die Heilbronner Falken bestreitet Torhüter Ilya Andryukhov, der ab morgen wieder zurück nach Schwenningen muss. Auf Heilbronner Seite fehlen Simon Thiel, Brock Maschmeyer und Philipp Preto.

Heilbronner Falken gehen dreimal in Führung

Trotzdem gehören sie ersten Szenen den Lausitzer Füchsen. Die Heilbronner Falken leiden wohl an den berüchtigten „Busbeinen“, zwei gute Einschussmöglichkeiten für die Hausherren sind das Resultat, zum Glück ohne Folgen. Dann die erste konsequente Angriffsaktion der Heilbronner Falken - und es steht 0:1. Arkadiusz Dziambor mit dem Querpass, und Jeremy Williams trifft von der Seite genau in den Winkel, das gibt Sicherheit, danach die Gäste mit deutlich mehr Spielanteilen. Allerdings legen sie das 0:2 nicht nach - und plötzlich liegt die Scheibe im Heilbronner Tor. Vorausgegangen war ein Missverständnis hinter dem Tor, die Heilbronner Falken monieren sofort einen „hohen“ Stock. Die Schiedsrichter bemühen den Videobeweis. Das dauert ewig lange, dann wird das Tor gegeben, 1:1.

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Julian Lautenschlager trifft in Unterzahl. © Marc Thorwartl

Auch nach dem Treffer sind die Heilbronner Falken weiter im Vorwärtsgang. Allerdings nehmen sie sich den Vorteil, weil sie eine Strafe wegen sechs Spielern auf dem Eis bekommen. Aber das nutzen die Gäste zur erneuten Führung. Julian Lautenschlager fängt einen Pass ab, Alleingang, Tor. Das Penalty-Killing klappt danach hervorragend. Kaum wieder komplett, gibt es erneut eine Strafe gegen die Heilbronner Falken. Es trifft Williams. Dieses Mal mit Folgen, die Top-Reihe der Lausitzer Füchse mit einer Traumkombination, bei der sie die Falken wie Statisten aussehen lassen, 2:2. Der Stadionsprecher ist noch bei der Durchsage des Tors, das schlagen die Heilbronner Falken zurück. Karl Fabricius fälscht eine Scheibe unhaltbar ab, - lediglich 52 Sekunden nach dem Ausgleich. Mit dem 2:3 geht es in die Kabinen.

Heilbronner Falken können ihren Spielplan nicht umsetzen

Justin Kirsch gibt im Pauseninterview die Marschroute der Heilbronner Falken bekannt: „Wir müssen weiter gutes Forechecking betreiben und die Füchse müde laufen.“ Das war auch schon am Freitag gegen Bayreuth die Devise. Falken-Coach Jason Morgan: „Viel in Scheibenbesitz sein, ständig kreiseln, den Gegner in der eigenen Verteidigungszone beschäftigen, dann fallen die Tore automatisch.“ Nach einem flotten Start beider Mannschaften ins Mitteldrittel verflacht die Partie. Viele Zweikämpfe an der Bande mit wenig durchdachten Aktionen auf beiden Seiten. Dann bekommen die Heilbronner Falken ihr erstes Powerplay - ohne nennenswerte Chancen.

Im Anschluss kommen die Lausitzer Füchse besser ins Spiel, schießen häufiger, hoffen auf Rebounds. Die Heilbronner Falken hingegen machen es den Tick zu kompliziert im Angriffsdrittel. Dann wieder Überzahl für die Gastgeber, Glanzparade von Andryukhov, auf der Gegenseite scheitert Williams im Nachschuss am Außenpfosten. In der 37. Minute fällt dann das 3:3. Da können sich die Falken fast schon einen Assist gutschreiben lassen, weil sie bei der Abwehrarbeit einfach viel zu passiv sind. Mit dem 3:3 geht es in die Kabine - damit können die Heilbronner Falken nicht zufrieden sein.

Doppelschlag von Kenney Morrison lässt Heilbronner Falken jubeln

Im letzten Abschnitt müssen die Heilbronner Falken die Schlagzahl deutlich erhöhen, wenn ihre Siegesserie weitergehen soll. Das machen sie auch. Justin Kirsch setzt energisch einer Scheibe nach, zieht ab, 3:4. Das MUSS doch jetzt Auftrieb geben. Im Gegenzug die Youngster-Reihe zu optimistisch, nur in der Vorwärtsbewegung, Kenney Morrison muss ein Foul ziehen, Unterzahl Heilbronner Falken. Luca Tosto scheiter bei einem Break, auf der anderen Seite muss Andryukhov Kopf und Kragen riskieren, damit es bei der knappen Führung bleibt. Auch danach die Hausherren mit ganz viel Tempo und super Chancen, doch immer ist Andryukhov Endstation.

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Justin Kirsch war wieder ein Aktivposten im Team der Heilbronner Falken. © Marc Thorwartl

Dann ein Konter der Heilbronner Falken über Stefan Della Rovere, der schießt, die Scheibe prallt ab, geht an den Schlittschuh vom mitgelaufenen Morrison und von dort ins Tor. Wieder bemühen die Schiedsrichter den Videobeweis, erneut dauert es gaaanz lange, dann entscheiden sie auf Tor. 3:5, das müsste doch Sicherheit geben. Kurze Zeit später hat Lautenschlager das 3:6 auf dem Schläger, trifft aber die Scheibe nicht richtig. Noch sind sechs Minuten zu spielen. Verständlicherweise haben es die Heilbronner Falken jetzt nicht mehr so eilig, nehmen Zeit von der Uhr. In der 57. Minute fällt die endgültige Entscheidung. Morrison verzögert an der blauen Linie, bis er die Lücke sieht und schnürt den Doppelpack ins Kreuzeck zum 3:6. Das war es, der neunte Sieg in Folge ist eingetütet, die lange Rückfahrt nach Heilbronn fällt mit dem Sieg im Rücken bestimmt viel leichter.

„Wir hatten einen guten Start“, erklärt Coach Morgan. „Aber Lausitz hat nie aufgegeben, hat immer zurückgeschlagen. Erst nach Morrisons Treffer zum 3:5 und dem Zweitore-Vorsprung war eine Vorentscheidung gefallen. Weißwasser hat mit den zwei Reihen uns alles abverlangt. Im Endeffekt bin ich glücklich über die drei Punkte.“

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