Der dritte Sieg in Folge

Falken gelingt die Sensation bei den Tölzer Löwen

Heilbronner Falken  Tölzer Löwen Eishockey DEL2 Aron Reisz
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Aron Reisz (rechts) macht den Treffer zum 2:7.
  • Marc Thorwartl
    vonMarc Thorwartl
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Am Ende wird es noch einmal unnötig spannend, aber letztendlich setzen sich die Unterländer verdient bei den Oberbayern durch.

Vor einer fast unlösbaren Aufgabe stehen die Heilbronner Falken heute Abend im DEL2-Spiel bei den Tölzer Löwen. Die Oberbayern sind so etwas wie das Duracell-Team der Liga. Trotz eines Minikaders, der auch ständig neue Ausfälle zu verkraften hat, eilen die Löwen von Sieg zu Sieg, sind derzeit Tabellenzweiter, nur noch rechnerisch aus den Playoffs zu verdrängen und haben die Unterländer in den bisherigen drei Begegnungen immer in die Knie gezwungen.

Das wollen die Heilbronner Falken heute Abend natürlich ändern, wollen an die vergangenen zwei Siege anknüpfen, um im Kampf um den achten und letzten Playoff-Platz noch mitwirken zu können. Das wird heute nicht einfacher, da Trainer Bill Stewart auf den zuletzt in großartiger Form auftrumpfenden Josh Nicholls verzichten muss. Dafür kann er wieder auf Valentino Klos zurückgreifen, der ja am Samstag beim Sieg in Bayreuth gefehlt hatte.

Heilbronner Falken stecken schnellen Rückstand weg und treffen im Powerplay

Die Partie geht gleich munter los. Nach einem kurzen Geplänkel gibt es eine Strafzeit gegen die Tölzer Löwen. Die Chance für die Heilbronner Falken, frühzeitig in Führung zu gehen? Nein, denn niemand aufseiten der Unterländer denkt, dass die Oberbayern einen Konter fahren, schon steht es 1:0. Immerhin, noch während des Überzahlspiels ist es Justin Kirsch, der mit einem abgefälschten Schuss den Ausgleich erzielt. Die Hausherren sind immer dann gefährlich, wenn die Top-Reihe auf dem Eis ist, bei den Unterländern haben Lukas Ribarik, Bryce Gervais, Simon Thiel und Arkadiusz Dziambor gute Einschuss-Möglichkeiten.

Dylan Wruck trifft zum 1:2.

Dann gibt es das zweite Powerplay für die Heilbronner Falken. Eine Minute passiert da gar nichts, dann geht es blitzschnell über Kevin Maginot und Stefan Della Rovere zu Dylan Wruck, der durch die Hosenträger zum 1:2 trifft. Aber die Falken bringen den Vorsprung nicht in die Pause, da die vierte Formation zu offensiv agiert, in einen Konter läuft und so das 2:2 kassiert. 20 Sekunden vor dem Ende dann erneut Strafe gegen die Hausherren.

Heilbronner Falken mit gnadenloser Effizienz

Klappt es auch im dritten Anlauf? Die Heilbronner Falken noch 101 Sekunden Überzahl zu Beginn des Mittelabschnitts. Und wirklich, ein Schuss von Yannik Valenti springt aus der Hand des Keepers ins Tor zum 2:3. Genau 59 Sekunden hat es lediglich gedauert. Auch in der Folgezeit sind die Unterländer richtig gut in der Partie, haben gleich mehrfach die Möglichkeit, die Führung auszubauen, doch es dauert bis zur 28. Minute, ehe sie erneut jubeln dürfen. Wruck trifft mit einem humorlosen Schuss ins Kreuzeck. Dann aber zum ersten Mal Strafe gegen die Gäste.

Yannik Valenti macht im Mittelabschnitt zwei Tore.

In Unterzahl machen das die Heilbronner Falken richtig gut, lassen gar nichts zu. Es kommt sogar noch besser. Kurz vor Ablauf der Strafe spritzt Della Rovere zwischen einen Pass, Alleingang, er scheitert, doch im Nachschuss versenkt Davis Koch den Puck zum 2:5. Mit diesem Tor ist der Abend für Maximilian Franzreb im Tölzer Kasten vorbei und Henrik Huwer rückt zwischen die Pfosten. Der wird eiskalt erwischt. Seine Tölzer drängen vorne auf das 3:5, dann ein Falken-Konter, Valenti schnürt den Doppelpack, 2:6! Anschließend können es sich die Falken sogar erlauben, ein Powerplay mal ohne Tor zu spielen, aber das 2:7 fällt 19 Sekunden vor der Pause dann doch: Dziambor zieht von der blauen Linie ab, Aron Reisz fälscht ab. Was für ein Drittel der Heilbronner Falken!!!

Heilbronner Falken machen es durch zu passives Spiel unnötig spannend

Das letzte Drittel beginnt verheißungsvoll für die Tölzer Löwen. Zwei minuten sind gespielt, da erzielen sie das 3:7, der Puck wird vom Schienbein abgefälscht. Danach die Hausherren mit mehr Biss, die Heilbronner Falken hingegen zu lässig. Zweimal könnten sie die Scheibe klären, beide Male vergeben sie die Chance, dafür kommt ein Schuss von der blauen Linie, 4:7. Gespielt sind gerade einmal vier Minuten. Stewart nimmt eine Auszeit - ohne Erfolg, lediglich 38 Sekunden später kann Mnich nur abprallen lassen, Nachschuss, Tor, nur noch 5:7. Die Falken finden überhaupt noch nicht statt, lassen aber bis zum Powerbreak keinen weiteren Gegentreffer zu.

Nach der Werbeunterbrechung die Heilbronner Falken im Powerplay, da Wruck gefoult wurde. Nie wäre ein Überzahltreffer wichtiger gewesen als jetzt. Nein, aber immerhin sind wieder zwei Minuten von der Uhr, noch sind aber siebeneinhalb zu spielen. Aber einen Vorteil hatte dieses Powerplay - die Tölzer sind jetzt nicht mehr so dominant. Zwei Minuten vor dem Ende nehmen die Oberbayern ihren Keeper vom Eis. 15 Sekunden vor dem Ende bemühen die Schiedsrichter den Videobeweis für eine vorangegangene Szene und geben einen Treffer zum 6:7. Die Uhr wird zurückgesetzt, es sind jetzt noch 1:06 zu spielen. 20 Sekunden vor dem Ende scheitern die Tölzer an der Latte. Dann ist es aus, die Falken jubeln über drei ganz wichtige Punkte. Sechs Punkte sind es noch Rückstand auf Ravensburg, sieben auf Crimmitschau. „Wir spielen jedes Drittel um unser Leben - und heute haben wir bei beiden Teams die gute, die schlechte und die hässliche Seite gesehen“, erklärt Stewart nach der Partie.

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