Noch ist alles drin

Heilbronner Falken mit grandiosem Endspurt bei den Oberfranken

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Florian Mnich hütet heute Abend das Tor der Heilbronner Falken.
  • Marc Thorwartl
    vonMarc Thorwartl
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Die Unterländer haben die Möglichkeit, einen Riesenschritt nach vorne zu machen - und sie nutzen die Chancen, als keiner mehr damit gerechnet hat.

Die Serie der Endspiele geht für die Heilbronner Falken unvermindert weiter. Heute Abend müssen sie bei den Bayreuth Tigers in der DEL2 antreten. Auch hier gilt dasselbe wie am Donnerstag gegen den EV Landshut: Die Unterländer müssen gewinnen, wenn sie die minimale Chance auf die Playoffs aufrechterhalten wollen. Zumal die Eispiraten Crimmitschau, die derzeit den achten Platz belegen heute Abend in Bad Tölz antreten müssen. Die Partie hatte bereits um 18 Uhr begonnen - und die Löwen führten zu Beginn des letzten Drittels mit 4:0. Für die Falken also die Chance, Boden gutzumachen.

Während Trainer Bill Stewart aufseiten der Heilbronner Falken fast aus dem Vollen schöpfen kann, muss sein Gegenüber Petri Kujala gleich auf einige Akteure verletzt verzichten. Besonders schmerzhaft dabei: der Ausfall von Tyler Gron. Der ehemalige Falke hatte in den vergangenen drei Partien gegen seinen Ex-Klub sechs Treffer erzielt. Stewart ändert an seiner Aufstellung nichts. Im Tor genießt erneut Florian Mnich sein Vertrauen.

Heilbronner Falken machen es ganz spannend

Über das erste Drittel kann man getrost den Mantel des Schweigens betten. Nach 20 Sekunden steht ein Tiger völlig allein vor Mnich, scheitert aber. Sind die Heilbronner Falken jetzt wach? Nein. Beide Teams mit vielen Stockfehlern und Fehlpässen. Daraus resultieren die besten Chancen der Unterländer, aber sie können sie nicht nutzen. Im Powerplay läuft es auch noch nicht so wie am Donnerstag, beim einzigen Unterzahlspiel hat Bryce Gervais mit einem Konter die beste Chance, sein Schuss wird aber gerade noch von der Linie gekratzt. Kurz danach scheitert Matt Neal. Dann Bully vor dem Tigers-Tor, Wruck setzt nach, Tor. Nur 39 Sekunden später dann wieder einmal der Beweis, warum die Falken im Keller stehen. Im Abwehrverbund laufen alle Unterländer nur Begleitschutz, es wird nur halbherzig gestört, Pass vors Tor, 1:1. Der Pausenpfiff kurze Zeit später ist wie eine Erlösung. Hoffentlich findet Stewart die passenden Worte für sein Team.

Wieder einmal ist es Dylan Wruck, der die Initiative übernimmt.

Bereits nach wenigen Sekunden im zweiten Drittel muss man feststellen: anscheinend nicht. Die Heilbronner Falken wie im Tiefschlaf. Langsam, ja fast schon behäbig und ohne eigenen Ideen im Spiel nach vorne. Die wahrlich nicht starken Oberfranken schnüren die Unterländer in der Abwehrzone förmlich ein. Folgerichtig fällt das 2:1. Das Defensivverhalten der Heilbronner schlecht: null Körperkontakt, kein Zweikampfverhalten - die Hausherren nutzen ihre Freiräume und erzielen die verdiente Führung in der 28. Minute. Frappierend: Bis dahin haben die Falken noch nicht einen Schuss im zweiten Drittel auf das gegnerische Gehäuse abgegeben. Auch danach nur wenig Positives von den Unterländern. Gervais vergibt eine Großchance, Wruck scheitert aus der Nahdistanz - das war es eigentlich. Auch im zweiten Powerplay der Falken gibt es wenige Erbauliches.

Der letzte Abschnitt beginnt mit einer Strafzeit gegen die Heilbronner Falken. Wruck muss wegen eines hohen Stocks raus. Die Unterzahl überstehen sie unbeschadet, dann fangen die Unterländer an, nach vorne zu spielen. Wieder ist es Gervais, der die erste Chance hat - und scheitert. Kurz danach auch Stefan Della Rovere. Jetzt bauen die Unterländer den Druck auf, den man im zweiten Drittel erwartet hatte. Alles spielt sich nur noch im Drittel der Tigers ab, aber der Puck will einfach nicht ins Tor. Und dann fällt es doch noch, das 2:2. Marcus Götz schlenzt die Scheibe zwei Minuten vor dem Ende einfach vors Tor - und die geht durch Freund und Feind ins Netz. Es kommt noch besser. 55 Sekunden vor dem Ende der Partie fängt Della Rovere einen Pass der Hausherren ab, fackelt nicht lange und trifft ins Eck zum 2:3. Die Tigers nehmen den Keeper vom Eis, ohne Erfolg. Die Heilbronner Falken haben in den letzten beiden Minuten die Partie noch gedreht - und dürfen weiter auf die Playoffs hoffen, da die Konkurrenz an diesem Abend ausnahmslos bis auf Bad Nauheim gepatzt hat.

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