Falken kommen nach 0:2 zurück

Unterländer Minitruppe zeigt dem Ligaprimus die Grenzen auf

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Die Heilbronner Falken haben keine Chance - aber die nutzen sie. Mit unglaublichem Willen kämpfen sie den Tabellenführer mit 3:2 nach Verlängerung nieder.

Buchstäblich mit dem allerletzten Aufgebot treten die Heilbronner Falken heute Abend im DEL2-Heimspiel gegen den Spitzenreiter Ravensburg Towerstars an. Neben den Langzeitverletzten Christopher Fischer und Alex Lambacher, muss Falken-Trainer Jason Morgan auch noch auf Torhüter Florian Mnich und Defender Kenney Morrison verzichten. Der Keeper wird mehrere Wochen ausfallen, beim kanadischen Verteidiger hofft man, dass er schnell wieder mitwirken kann.

Völlig unverhofft kommt so ein Eigengewächs bei den Heilbronner Falken zu seinem zweiten Einsatz im Profi-Team. Torhüter Jonas Natterer - sonst in der Regionalliga für die HEC Eisbären Heilbronn zwischen den Pfosten - ist heute Abend Back-up von Arno Tiefensee. Ob ausgerechnet gegen die Oberschwaben die Negativserie von drei verlorenen Spielen in Folge gebrochen werden kann, ist unwahrscheinlich. Die Towerstars haben die vergangenen acht Spiele gewonnen.

Nach dem Foul von Justin Kirsch fliegen die Fäuste.

Heilbronner Falken stemmen sich gegen die Übermacht

Die Ravensburg Towerstars machen schnell klar, dass sie ihrer Favoritenrolle gerecht werden wollen. Sie sind es, die den Ton angeben und mit schnellen Kombinationen die neutrale Zone überbrücken. Die Heilbronner Falken versuchen, aus einer massiven Deckung heraus, über Konter zu Chancen zu kommen. Das machen sie auch ganz gut, doch weder Corey Mapes, Julian Lautenschlager, Justin Kirsch oder Judd Blackwater können gute Einschussmöglichkeiten verwerten. Auf der anderen Seite ist Tiefensee gefordert, die Gästeführung zu verhindern.

Das klappt bis zur elften Minute, dann ist er geschlagen. Die Heilbronner Falken verlieren einen Zweikampf hinter dem Tor, der Pass kommt vors Gehäuse, wo sich Sam Herr in Mittelstürmer-Position die Chance nicht entgehen lässt und zum 0:1 trifft. Auch danach die Oberschwaben mit der besseren Spielanlage, die Heilbronner Falken stemmen sich aber mit aller Macht dagegen, vor allem der dritte Block zeigt ein hervorragendes Spiel. In der 16. Minute dann ein Foul von Kirsch, danach kommt es zur Rudelbildung und Keilerei. Kirsch muss für fünf Minuten auf die Strafbank, bis zur Pause fallen aber keine weiteren Treffer.

Heilbronner Falken fighten zurück

Auch im zweiten Drittel lange Zeit dasselbe Bild. Die Towerstars im Vorwärtsgang, die Heilbronner Falken versuchen, erst einmal Schaden vom eigenen Tor abzuwenden, um dann mit Kontern zum Erfolg zu kommen. Eigentlich machen sie das ganz geschickt, doch vorne will die Scheibe einfach nicht ins Tor. Mal wird sie knapp abgefälscht und verpasst das Gehäuse nur um wenige Zentimeter, dann bringt der Towerstars-Keeper irgendein Körperteil dazwischen. Dann muss eigentlich das 0:2 fallen, doch Tiefensee mit einem Monstersave. Allerdings war der für die Katz, weil er in der nächsten Szene eine harmlose Scheibe aus der Hand fallen lässt und Herr seinen Doppelpack schnürt.

Simon Thiel trifft zum 1:2.

Jetzt ist sie wieder da, die Unsicherheit beim Keeper der Heilbronner Falken. Auch den nächsten Puck lässt er aus dem Handschuh fallen - doch der rollt um wenige Zentimeter am Tor vorbei. Das 0:3 ist eigentlich nur noch eine Frage der Zeit. Hinten erlauben sich die Unterländer jetzt viele Leichtsinnsfehler. Doch dann kommt die 37. Minute. Die Heilbronner Falken mit Druck, irgendwie kommt der Puck zu Simon Thiel, der aus der Drehung abzieht - und genau ins lange Eck trifft. Nur 36 Sekunden später eine Traumkombination von Willliams zu Blackwater, der lässt Verteidiger und Keeper elegant aussteigen, netzt zum 2:2 ein. Die Gäste jetzt von der Rolle, Schuss der Falken die Scheibe liegt frei vor dem leeren Tor, doch Stefan Della Rovere trifft nur den Pfosten. Pause.

Heilbronner Falken mit dem besten Drittel der Saison

Im letzten Abschnitt zeigen die Heilbronner Falken, dass sie sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen wollen. Sie sind jetzt in allen Bereichen ein ebenbürtiger Gegner und Keeper Tiefensee ist jetzt wieder voll auf der Höhe. Technisch sind die Oberschwaben vielleicht einen Tick besser, doch mit Kampf und Einsatz machen das die Unterländer wett. Die besseren Chancen haben am Ende sogar die Hausherren, doch leider will der Puck nicht mehr ins Tor. Es bleibt beim 2:2, die Partie geht in die Verlängerung.

In der sind 90 Sekunden gespielt, da fällt die Entscheidung. Thiel erkämpft eine verlorene Scheibe, passt zu Lautenschläger, der macht noch eine coole Drehung und trifft ins leere Tor zum 3:2 Endstand.

Rubriklistenbild: © Marc Thorwartl

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