Kaum zu glauben

Wahnsinnsspiel zwischen Falken und den Huskies

  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
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Eigentlich waren die Falken nach zehn Minuten bereits geschlagen. Was dann passierte ist einfach unglaublich.

Heute Abend empfangen die Heilbronner Falken in der DEL2 die Kassel Huskies. Der Vizemeister der vergangenen Saison, der nur haarscharf am Aufstieg in die DEL vorbeischrammte, ist in dieser Saison derzeit ein Schatten seiner selbst. Obwohl der letztjährige Kader vermeintlich noch auf einigen Positionen verstärkt wurde, sind die Schlittenhunde (noch) nicht ins Laufen kommen. Derzeit zieren die Nordhessen das Tabellenende.

Also eine Pflichtaufgabe für die Heilbronner Falken? NEIN! Zum einen haben die Unterländer mit Schlusslichtern schon immer ihre Probleme gehabt, zum anderen steckt so viel individuelle Klasse im Kader der Huskies, dass jedes Team der Liga geschlagen werden kann. Die Falken müssen - passend zu Halloween - also höllisch aufpassen. Das wird nicht einfach, denn immer noch fehlen Falken-Trainer Jason Morgan der zwölfte Stürmer und in der Verteidigung stehen ihm heute nur fünf Abwehrrecken zur Verfügung.

Noah Dunham Treffer wird zum Dosenöffner, danach spielen die Falken wie entfesselt. .

Heilbronner Falken mit desaströsem Abwehrverhalten

Und genau diese Abwehr erweist sich als Achillesferse. Die Heilbronner Falken haben zwar die erste gute Offensivaktion, doch dann bricht das Unheil über sie herein. Kassel bringt die Scheibe einfach vors Tor, ein Schläger fälscht ab, 0:1. Wieder Scheibe vors Tor, die Scheibe prallt vom Rücken eines Spielers ab, nur die Gäste reagieren, 0:2. Bully, Kassel gewinnt die Scheibe, dreht eine Ehrenrund durchs gesamte Angriffsdrittel und überrascht Goalie Florian Mnich mit einem Schuss ins kurze Eck. Damit endet der Arbeitstag für den Keeper, aber auch sein Back-up Arno Tiefensee wird gleich erwischt. Wieder sind die Heilbronner Falken nur Statisten, glänzen durch Passivität, 0:4. Nach nicht einmal zehn Minuten ist mehr als die Vorentscheidung gefallen. Vier Gegentore in etwas mehr als sechs Minuten, ohne dass die Huskies spielerisch glänzten, sondern nur durch das desaströse Defensivverhalten der Unterländer.

Dann gibt es Powerplay für die Heilbronner Falken, das ist gut, aber die Scheibe will einfach nicht über die Linie. Immerhin, jetzt sind die Hausherren wacher, agieren nicht mehr ganz so sorglos in der Verteidigung und starten endlich strukturierte Angriffszüge. Aber das so wichtige Tor, das eventuell nochmals Kräfte freisetzen könnte, will nicht fallen. Horrornachricht zudem: Nach einem harten Check an der Bande kehrt Karl Fabricius nicht mehr aufs Eis zurück. Die Gäste gehen mit einer komfortablen Führung in die erste Pause.

Kommt das Aufbäumen der Heilbronner Falken?

Wenn die Heilbronner Falken in dieser Partie noch irgendwie eine Chance bekommen wollen, dann müssen sie endlich treffen. Die Chance bekommen sie gleich zweimal nacheinander, da die Gäste Strafzeiten kassieren. Doch das Powerplay ist heute gar nicht das Ding der Unterländer. Zu statisch, ausrechenbar, da fehlt natürlich auch ein Fabricius mit seiner Übersicht und seinen Ideen. Die Zeit läuft herunter, die Gäste sind jetzt vornehmlich damit beschäftigt, das Aufbauspiel der Heilbronner Falken zu unterbinden.

Dann endlich mal eine schnelle Kombination, Luca Tosto bedient den mitgelaufenen Noah Dunham, 1:4. Nur wenige Sekunden später scheitert Alex Lambacher am Pfosten, doch die Scheibe bleibt im Drittel, kommt zu Jeremy Williams, 2:4. Zwei Treffer in 40 Sekunden, jetzt die Heilbronner Falken mit Oberwasser, nichts mehr zu sehen von der Pucksicherheit der Huskies aus dem ersten Drittel. Die Partie wird ruppiger, aber es bleibt beim 2:4, Pause.

Heilbronner Falken schlagen zurück

Auch im letzten Drittel kann die Devise der Heilbronner Falken nur lauten: ab nach vorne. Das machen sie auch. Kassel trifft in Überzahl nur das Gestänge, im Gegenzug hält Williams bei einer Hereingabe den Schläger hin, 3:4. Gespielt sind gerade einmal 59 Sekunden. Und es kommt noch besser. 45. Minute, Schuss Christian Obu, Julian Lautenschlager fälscht ab, 4:4. Und dann ist sie da, die erstmalige Führung der Falken, Luca Tosto verwandelt nach feiner Vorarbeit von Simon Thiel. Aber noch gibt sich Kassel nicht geschlagen, ein Schuss von der blauen Linie geht durch Freund und Feind, 5:5. Aber das wollen sich die Heilbronner Falken nicht bieten lassen, sie machen Druck, Kenney Morrison findet die Lücke, 6:5! Als die Gäste alles riskieren, den Keeper vom Eis holen, macht Williams mit seinem Hattrick zum 7:5 alles klar. Die Halle tobt!

Rubriklistenbild: © Marc Thorwartl

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