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Die Falken lassen gegen die Eispiraten wirklich gar nichts anbrennen

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Von: Marc Thorwartl

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Jeremy Williams bejubelt seinen Treffer zum 1:0. © Marc Thorwartl

Gestützt auf ihren überragenden Goalie zeigen die Unterländer endlich wieder ihre Torgefährlichkeit und treffen auch zweimal im Powerplay.

Mit exakt derselben Aufstellung wie am Sonntag in Ravensburg, treten die Heilbronner Falken heute Abend in der DEL2 daheim gegen die Eispiraten Crimmitschau an. Im Klartext: Falken-Trainer Jason Morgan stehen gerade einmal komplette drei Reihen zur Verfügung. Im Tor vertraut er wieder den Fangkünsten von Ilya Andryukhov.

Im Angriff hat der Coach der Heilbronner Falken die Reihen gemischt. Justin Kirsch und Julian Lautenschlager haben die Positionen in ihren jeweiligen Blöcken getauscht. Nahezu aus dem Vollen kann hingegen der Eispiraten-Coach Marian Bazany schöpfen. Er bietet vier Sturmreihen und drei Verteidigungsblöcke auf. Im Tor steht Luka Gracnar, der ja die Heilbronner Falken bei der Saisoneröffnung zum Verzweifeln brachte.

Heilbronner Falken im Vorwärtsgang

Die Heilbronner Falken wollen den personellen Notstand aber durch Einsatz wettmachen. Das sieht sehr gut aus, was sie bereits in den ersten Minuten zeigen. Immer eng am Mann stören sie die Gäste frühzeitig beim Spielaufbau, um ihrerseits nach Scheibeneroberung schnelle Gegenstöße zu fahren. In der dritten Minute versucht es Brock Maschmeyer mit einer scharfen Hereingabe von außen - findet aber keinen Abnehmer. Drei Minuten später macht er es besser - und Jeremy Williams fälscht vor dem Tor unhaltbar ab. 1:0 für die Heilbronner Falken.

Auch in der Folgezeit sind es die Heilbronner Falken, die den Takt vorgeben. Die an sich so starke Offensive der Eispiraten kommt gar nicht richtig ins Spiel. Wenn dann doch einmal flott kombiniert wird, ist Andryukhov zur Stelle. Die Unterländer bleiben giftig, versuchen, weitere Nadelstiche zu setzen. Doch Kenney Morrison, Wiliams oder auch Simon Thiel scheitern aus aussichtsreicher Position. 15 Sekunden vor der Pause die erste Strafzeit. Corey Mapes muss in die Kühlbox, das bedeutet, dass die Sachsen mit Powerplay in den Mittelabschnitt starten.

Heilbronner Falken treffen in der Crimmitschauer Drangphase

Das überstehen die Heilbronner Falken aber unbeschadet, obwohl die Eispiraten die Scheibe schnell durch die Reihen laufen lassen. Kaum wieder komplett, bekommen die Hausherren Überzahl. Da scheitert erst Morrison aus guter Position. Als danach die zweite Powerplay-Formation auf dem Eis ist, will nicht viel gelingen, bis Maschmeyer die Faxen dicke hat und eine Scheibe von Thiel direkt nimmt. Wie ein Strahl schießt der Puck genau in den langen Winkel. Fünf Sekunden vor Ablauf der Strafe steht es 2:0. Die Gäste müssen sich kurz durchschütteln, um diesen Schock zu verdauen, aber ab der 27. Minute sind es die Sachsen, die das Kommando übernehmen.

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Brock Maschmeyer und Ilya Andryukhov sind zwei Hauptdarsteller im zweiten Drittel. © Marc Thorwartl

Jetzt kommt die ganz große Phase von Andryukhov. Der Keeper der Heilbronner Falken steht unter Dauerbeschuss. Mindestens vier sogenannter Hundert-Prozent-Chancen haben die Gäste auf dem Schläger, doch der Deutsch-Russe bringt sie zur Verzweiflung, hat immer wieder einen Schoner, die Fanghand, den Stock oder notfalls auch den Helm dazwischen. Ob Weitschüsse, Direktabnahmen 50 Zentimeter vor dem Tor oder Schüsse aus dem Slot - der Goalie ist einfach famos. Gerade hat er wieder einen solchen „Unhaltbaren“ entschärft, da fällt im Gegenzug das 3:0. Stefan Della Rovere erkämpft die Scheibe an der Bande, passt zu Thiel, der ins lange Eck vollendet. Ein Treffer, der Wirkung zeigt, die Eispiraten lassen jetzt - zwei Minuten vor der Pause - merklich die Köpfe hängen.

Heilbronner Falken machen schnell alles klar

Das Beste, das den Heilbronner Falken passieren könnte, wäre ein schnelles, weiteres Tor. Zweieinhalb Minuten sind gespielt, da ist der Puck auch im Netz. Allerdings bemühen die Schiedsrichter den Videobeweis. Ewig lange dauert es, bis sie wieder aufs Feld zurückkommen und das 4:0 bestätigen. Torschütze Karl Fabricius. Die Unterländer wollen jetzt den Sack zumachen. Sie bekommen Powerplay. Das dauert 65 Sekunden, dann hämmert Williams die Scheibe unter die Latte, 5:0. Spätestens jetzt ist die Partie gelaufen. Es stellt sich eigentlich nur eine Frage: Wird Andryukhov für seine gute Leistung mit einem Shut-out belohnt?

Nein, denn in der 49. Minute ist auch der Torhüter der Heilbronner Falken machtlos. Ein Gewaltschuss geht durch Freund und Feind und schlägt zum 5:1 ein. Wittern die Gäste jetzt nochmals Morgenluft? Ja, zumal sie Powerplay bekommen. Da jubeln sie bereits, doch Andryukhov hat im letzten Moment doch noch den Schoner dazwischen. Die Zeit läuft danach herunter, die 500 Zuschauer jubeln, die Heilbronner Falken haben mit dem 5:1-Sieg drei ganz wichtige Punkte geholt.

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