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Heilbronner Falken punkten bei den Löwen Frankfurt

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Von: Marc Thorwartl

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Heilbronner Falken Löwen Frankfurt Eishockey DEL2 Arno Tiefensee
Arno Tiefensee zeigt eine exzellente Leistung. © Marc Thorwartl

Von wegen langweilig, beim 0:0 liefern die Heilbronner Falken den Frankfurter Löwen einen tollen Kampf - und verlieren erst in der Overtime

Ein Freundschaftsspiel wird es nicht, zu dem die Heilbronner Falken heute Abend bei den Löwen Frankfurt in der DEL2 antreten. Für die Unterländer ist alles klar, nach der Niederlage gegen Ravensburg haben sie den siebten Platz sicher, ganz egal, wie das Spiel ausgeht. Anders sieht es bei den Hessen aus. Da die Dresdner Eislöwen bereits am Nachmittag gespielt und verloren haben, können die Lions mit einem Sieg zu den Sachsen auf den ersten Platz aufschließen.

Wie Jason Morgan, Trainer der Heilbronner Falken, bereits am Mittwoch durchklingen ließ, gönnt er einigen Akteuren in diesem bedeutungslosen Spiel eine Auszeit. Insgesamt stehen den Heilbronner Falken fünf Verteidiger und neun Angreifer zur Verfügung, während die Löwen Frankfurt mit dem vollen Line-up antreten. In der Verteidigung fehlen weiterhin Kenney Morrison und Philipp Preto. Im Sturm darf Judd Blackwater seine Akkus aufladen. Außerdem sind Luca Tosto und Simon Thiel nicht mit dabei. Im Tor steht Arno Tiefensee. Morgan: „Er braucht seine Einsatzzeiten, falls wir in den Pre-Playoffs auf ihn zurückgreifen müssen.“

Heilbronner Falken mit aufmerksamer Defensive

Der bekommt auch gleich mächtig viel zu tun, denn die Löwen Frankfurt starten fulminant in die Partie, schießen aus jeder Lage. Der junge Falken-Keeper hat die Scheiben aber sicher. Trotzdem müssen die Heilbronner Falken hinten ziemlich hart arbeiten, die Hessen brennen wirklich ein Offensivfeuerwerk ab, während die Gäste nur selten im Angriffsdrittel auftauchen. Vielleicht klappt das ja im Powerplay? Das ist ganz gut - und die Löwen ziehen eine zweite Strafe. 74 Sekunden doppelte Überzahl, das ist die Chance, hier überraschend in Führung zu gehen. Leider ohne Erfolg, Justin Kirsch scheitert am Pfosten, aber es fehlen die zündenden Ideen. Danach gibt es ziemlich viel Leerlauf auf beiden Seiten. Die Heilbronner Falken sind jetzt besser in der Partie, machen die Räume eng, sind immer hautnah am Gegenspieler.

Fünf Minuten vor Ende des Drittels wird es kritisch. Luke Volkmann wandert für die Heilbronner Falken auf die Strafbank - und die Hessen haben das beste Powerplay der Liga! Die Falken verteidigen das aber klasse, lediglich zwei Schüsse von der blauen Linie können die Löwen abfeuern - und die hat Tiefensee sicher. Kurz vor der Pause legt Julian Lautenschlager ein schönes Solo hin, wird aber wirklich im letzten Moment am Schuss noch gehindert. Eine Sekunde vor der Pause erneute Strafzeit gegen die Heilbronner Falken. Das war unnötig, zumal die Hessen nach dem Bully in der Tat treffen. Allerdings war die Zeit gerade abgelaufen, die Schiedsrichter verweigern dem Treffer zurecht die Anerkennung nach Videobeweis-Studium. Die Hessen hatten definitiv mehr vom Spiel, aber die Heilbronner Falken machen das großartig, weshalb das 0:0 nicht unverdient ist.

Erfolgreiche Abwehrschlacht der Heilbronner Falken

Starten die Löwen Frankfurt genauso furios ins Mitteldrittel? Wohl gemerkt, sie haben fast noch zwei Minuten Überzahl. Die Heilbronner Falken schaffen es erneut, einen Treffer der Hessen zu verhindern. Hut ab vor Tiefensee, der mit zwei brillanten Reflexen den Rückstand verhindert. Allerdings haben die Gastgeber jetzt Blut geleckt, sie schnüren die Heilbronner Falken in deren Abwehrzone förmlich ein, Entlastungsangriffe der Unterländer gibt es nur sporadisch. Einer führt fast zum Erfolg. Wieder ist Lautenschlager der Ausgangspunkt, den Rebound von Karl Fabricius hat Frankfurts Goalie sicher. Das macht Mut, gleich ein weiterer guter Angriff, Frankfurt muss eine Strafe ziehen. Überzahl für die Heilbronner Falken.

Auch wenn den Heilbronner Falken viele wichtige Spieler fürs Powerplay fehlen, etwas mehr könnte schon gelingen, denn es gibt nicht einen Schuss in 120 Sekunden Powerplay. Für erhöhten Blutdruck sorgt ein Ausflug von Tiefensee hinters Tor, aber die Hausherren können daraus kein Kapital daraus schlagen. Diesen Lapsus macht er aber gleich danach wieder gut, als er eine Direktabnahme von Rylan Schwartz entschärft. Gleiches gelingt ihm danach bei Schüssen von Adam Mitchell und Max Faber aus der Nahdistanz. Drei Minuten vor der zweiten Pause geraten dann Christian Obu und Brett Breitkreuz aneinander. Warum Obu 2+2, der Hesse aber nur zwei Minuten bekommt, wird das Geheimnis der Referees bleiben. Auf jeden Fall wieder Unterzahl für die Heilbronner Falken. Tiefensee wieder mit zwei Sensations-Reflexen, auch dieses Powerplay der Hessen erfolglos. Mit 0:0 geht es auch in die zweite Pause. 19:6 lautet hier die Schuss-Statistik zugunsten der Hessen im zweiten Drittel - dass kein Treffer gefallen ist, haben die Heilbronner Falken zum größten Teil ihrem Goalie zu verdanken.

Heilbronner Falken halten die Null

Da die Hessen kurz vor der Drittelpause noch eine Strafe kassieren, starten die Heilbronner Falken ins letzte Drittel mit Powerplay. Vielleicht klappt es dieses Mal? Nein, die beste Chance haben die Löwen Frankfurt. Dylan Wruck mit einem Break, aber Tiefensee ist zur Stelle. Die Heilbronner Falken jetzt wieder aktiver, Stefan Della Rovere zieht knapp vorbei, Valentino Klos ebenso, ein Alleingang von Jeremy Williams findet auch nicht sein Ziel. Auf der anderen Seite ist es immer wieder Tiefensee, der wirklich gegen alle Löwen die Scheibe pariert. Jetzt ist die Überlegenheit der Frankfurter Löwen allerdings nicht mehr so drückend.

Immer wieder setzen die Heilbronner Falken mit schnellen Gegenstößen Nadelstiche. Langsam läuft den Hessen die Zeit davon, es sind nur noch drei Minuten zu spielen. Allein für ihren Einsatz hätten die Unterländer hier zumindest den einen Punkt verdient. Eine Minute vor dem Ende ein Fehlpass, Alleingang für Frankfurt, doch Tiefensee pariert auch gegen Tomas Sykora. Es ist kaum zu glauben, obwohl ohne viele Topspieler an Bord, bringen die Heilbronner Falken das 0:0 über die Zeit. Es gibt Verlängerung. Dort treffen die Löwen Frankfurt in der 64. Minute durch Schwartz zum 1:0-Sieg. Verdient, keine Frage, aber Chapeau an die Heilbronner Falken, sie zeigten ganz starkes Eishockey und einen aufopferungsvollen Kampf. Die Pre-Playoffs können kommen. „Es war ein spektakuläres Spiel heute in Frankfurt, Arno hat uns mit seinen Paraden im Spiel gehalten“, erklärt Coach Morgan.

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