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Wie Kai aus der Kiste - Falken präsentieren neuen Goalie

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Von: Marc Thorwartl

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Zugepackt: Ilya Andryukhov - hier im Trikot der Eispiraten Crimmitschau vergangene Saison - hat damals bewiesen, dass er ein exzellenter Goalie ist. © Marc Thorwartl

Die Unterländer leihen sich bis auf Weiteres Ilya Andryukhov von den Schwenninger Wild Wings aus der DEL aus. 

Als am Sonntag feststand, dass sich Florian Mnich, Torhüter der Heilbronner Falken, bei der Partie in Frankfurt schwerer als befürchtet verletzt hatte und eine wochenlange Pause droht, befürchteten die Fans des DEL2-Klubs das Schlimmste. Nur mit dem jungen Goalie Arno Tiefensee - der gegen Spitzenreiter Ravensburg am Sonntag eine gute Partie ablieferte - in die heiße Phase der Saison zu gehen, das schien ihnen doch viel zu riskant.

Ersatz muss her, doch woher nehmen? Klar, die Heilbronner Falken hätten einen ausländischen Goalie übergangsweise holen können. Aber dann hätte von den bisherigen Kontingentspielern immer einer auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Angesichts der von ihnen bis dato gezeigten Leistungen wäre das nicht fair gewesen, nach welchen Kriterien hätte da einer pausieren sollen? Die Lösung: ein deutscher Keeper. Doch woher sollte der - zumal es auch noch ein guter sein soll - auf die Schnelle herkommen?

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Ilya Andryukhov ist jetzt erst einmal bis auf Weiteres an die Falken ausgeliehen. © Marc Thorwartl

Heilbronner Falken einigen sich mit den Schwenninger Wild Wings

Die Telefondrähte glühten, sämtliche Spielervermittler wussten von dem Dilemma der Heilbronner Falken. „Mit nur einem Keeper in dieses spielintensive Phase zu gehen, ist einfach zu riskant“, erklärt Interims-Falken-Geschäftsführer Timo Ruf. Dann kam die Lösung. Bei den Schwenninger Wild Wings in der DEL war ein Keeper, der diese Saison noch nicht so zum Tragen kam: Ilya Andryukhov. DEL2-Fans dürfte der Name noch ein Begriff sein, wechselte der gebürtige Russe mit deutschem Pass doch in der vergangenen Saison zu den Eispiraten Crimmitschau.

Dort wusste er sofort zu überzeugen, bildete einen sicheren Rückhalt - und auch die Heilbronner Falken bissen sich an ihm die Zähne aus. Eigentlich war damals schon klar, dass er in dieser Saison wohl im Oberhaus auflaufen wird - doch dann schlug das Schicksal knallhart zu. Anfang April verunglückte der 31-Jährige auf eisglatter Fahrbahn mit dem Auto. Er musste gleich mehrfach operiert werden, sogar das Karriereende stand im Raum. Crimmitschau unterstützte ihn bei seiner Rückkehr ins normale Leben. Er konnte dort die gesamte Reha absolvieren und kämpfte sich Stück für Stück zurück. So gut, dass ihn die Wild Wings mit einem Vertrag ausstatteten.

Ilya Andryukhov sieht neue Chance bei den Heilbronner Falken

Im Schwarzwald wird er aber in dieser Saison nicht richtig glücklich. Der Schwede Joacim Eriksson ist dort gesetzt, als Back-up ist Marvin Cüpper im Einsatz. Andryukhov kommt an den beiden Keepern nicht vorbei. Deshalb ist er auch sofort bereit, zu den Heilbronner Falken zu wechseln, als die Anfrage kommt. „Nach dem Unfall will ich einfach wieder so viele Spiele wie möglich absolvieren, egal, in welcher Liga.“ Auch die Wild Wings legen ihrem Keeper keine Steine in den Weg, wissen sie doch auch, dass ein Torhüter mit Spielerfahrung viel nützlicher ist.

Deshalb haben die Schwarzwälder und die Heilbronner Falken auch keine genaue Zeitdauer der Leihe ausgemacht. Ruf: „Wir sind so verblieben, dass Ilya jetzt erst einmal bis auf Weiteres bei uns ist.“ Der Keeper ist am Dienstagabend direkt nach Heilbronn gereist und bestritt am Mittwochmorgen sein erstes Training mit der Mannschaft. Seine Erfahrungen fasst er so zusammen: „Was ich gesehen habe, ist das eine gute Mannschaft. Mir gefällt auch das System, das gespielt wird. Ich habe da eh den einfachsten Job: Ich muss nur den Puck festhalten.“ Wenn alles mit der Lizenzierung klappt, soll er bereits zur morgigen Partie gegen Bayreuth im Falken-Trikot auflaufen.

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