Wieder zu viele Gegentreffer

Falken bieten den Huskies nur ein Drittel lang Paroli

  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
    schließen

Bei den Nordhessen gehen die Unterländer im ersten Drittel wieder zu fahrlässig mit ihren Chancen um und leisten sich zu viele Fehler.

Die Heilbronner Falken müssen heute Abend in der DEL2 bei den Kassel Huskies antreten. Die Nordhessen hatten einen durchwachsenen Saisonstart, rutschten gar bis auf den letzten Tabellenplatz ab, fingen sich dann aber und marschieren seit ein paar Wochen langsam, aber kontinuierlich in Richtung Spitzengruppe. Heilbronn und Kassel sind punktgleich Tabellennachbarn, wobei die Schlittenhunde aber zwei Spiele weniger absolviert haben.

Deshalb schmerzt die vermeidbare Niederlage der Heilbronner Falken vom Freitag gegen den EHC Freiburg doppelt schwer. Nach wie vor ist die Truppe von Trainer Jason Morgan auf der Suche nach Konstanz. Licht und Schatten wechselten sich diese Woche beim Sieg in der Lausitz und der Niederlage gegen die Breisgauer ab. Das Tor der Unterländer hütet heute Arno Tiefensee. Der Coach muss weiterhin auf die verletzten Alex Lambacher, Stefan Della Rovere und Christopher Fischer verzichten.

Judd Blackwater schnürt wieder einen Doppelpack, aber es reicht nicht, um in Kassel zu punkten.

Heilbronner Falken mit altbekannten Schwächen

Die Heilbronner Falken beginnen couragiert, setzen die ersten Akzente und haben schnell Powerplay. Doch da ein katastrophaler Fehler von Kenney Morrison, ein Konter der Huskies, Julian Lautenschlager kann den durchgebrochenen Lukas Laub nur mit einem Foul stoppen - es gibt Penalty für die Nordhessen, den der Gefoulte souverän verwandelt. Dümmer kann es nach drei Minuten nicht laufen. Aber immer noch 90 Sekunden Überzahl. Viele Schüsse, gute Paraden vom Huskies-Keeper, doch dann, zehn Sekunden vor Ablauf netzt Judd Blackwater trocken zum 1:1 ein. Dann kommt er wieder, der typische Fehler in der Falken-Abwehr. Moritz Wirth mit einem Rückhandpass zum Gegner, 2:1 für die Huskies, wobei Tiefensee da gar nicht gut aussieht, er liegt zu schnell auf dem Boden. Immerhin, die Heilbronner Falken zeigen Charakter. Sie sind es, die danach den Ton angeben, vorne aber immer wieder an Gerald Kuhn im Tor der Kassel Huskies scheitern. Wiederum haben die Unterländer das Chancenplus auf ihrer Seite, das Ergebnis spricht aber eine andere Sprache.

Dann wird es kritisch. Die Scheibe liegt im Tor, das wäre das 3:1, aber die Referees schauen sich die Szene im Videobeweis an. Es geht darum, ob eine Behinderung an Tiefensee vorliegt. Es dauert eine Ewigkeit, bis sie zurückkommen - und den Treffer geben, obwohl ein Kontakt mit dem Keeper vorliegt. Die Heilbronner Falken machen das Spiel, der Gegner die Tore, das kennt man nur zu gut in dieser Saison. Gleich danach hat Simon Thiel den Anschlusstreffer auf der Kelle, scheitert aber. Dann Strafe gegen die Huskies und plötzlich auch gegen die Falken, die nach Intervention des Linienschiedsrichters diese kassieren, weil sie mit zu vielen Spielern auf dem Eis gewesen sein sollen. Eine Strafe, wie sie in der Liga wohl auch nur gegen die Falken so gegeben wird. Der zusätzliche Falken-Spieler soll auf dem Eis gewesen sein, bevor Keeper Tiefensee das verlassen hatte. Lächerlich. Nichts ist es mit Vorteil für die Heilbronner. Im Anschluss eine Riesenchance für die Huskies, daraus entwickelt sich ein Konter der Gäste, Jeremy Williams auf Blackwater, der schnürt den Doppelpack zum 3:2. Pause. Resümee: Schon wieder drei Treffer kassiert, das sind einfach zu viele Gegentore.

Heilbronner Falken ohne Glück im Abschluss

Der Mittelabschnitt beginnt mit einer guten Chance für die Heilbronner Falken. Luke Volkmann fährt einen Konter, entscheidet sich zum Schuss, statt auf den mitgelaufenen Karl Fabricius zu passen, das wäre wohl besser gewesen. Dann Faustkampf zwischen Valentino Klos und Hans Detsch, beide müssen für fünf Minuten auf die Strafbank. Dann hat Tiefensee die Chance, sich auszuzeichnen. Zweimal tauchen die Huskies ganz allein vor ihm auf, beide Male bleibt er Sieger und hält so den knappen Rückstand und sein Team im Spiel. Im Gegenzug scheitert erneut Volkmann. Dann ist es wieder Tiefensee, der eine zweimal abgefälschte Scheibe entschärft. Aber schließlich ist es doch passiert. Schlechtes Defensivverhalten der Falken, am langen Pfosten muss Mitch Wahl nur noch zum 4:2 die Kelle hinhalten. Das könnte eine Vorentscheidung sein.

Nach dem Powerbreak MUSS eigentlich das 3:4 aus Sicht der Heilbronner Falken fallen. Blackwater bedient den mitgelaufenen Maximilian Heim, der wagt die Direktabnahme, doch irgendwie kommt der Huskies-Goalie noch an die Scheibe. Drei Minuten vor der Pause dann Riesenpech für Thiel. Der Keeper ist bereits geschlagen, doch der Puck wird von der Latte gestoppt. Der Anschlusstreffer wäre so wichtig. Er liegt in der Luft, doch Justin Kirsch und Williams scheitern. Es bleibt beim 4:2. Pause.

Heilbronner Falken haben keine Antwort auf das 5:2

Die Heilbronner Falken benötigen ein schnelles Tor, wenn sie hier noch etwas reißen wollen. Sie versuchen es auch, doch im Abschluss klebt heute die Seuche an der Kelle. Ganz anders die Gastgeber. Scharfe Hereingabe von der Seite, Kenney Morrison muss allein gegen zwei Huskies verteidigen, es steht 5:2. Das war es, die Heilbronner Falken haben nicht mehr die Kraft, dieses Spiel noch zu drehen. Nach vorne fehlt es an Präzision, hinten schleichen sich immer mehr Fehler ein. Jetzt sind es die Hausherren, die mit ihren Chancen fahrlässig umgehen. Irgendwann klappt es aber doch, es steht 6:2. Von Heilbronner Seite kommt gar nichts mehr, nicht einmal im Powerplay. Zwei Niederlagen an diesem Wochenende, der Aufschwung der Falken wurde jäh gestoppt.

Rubriklistenbild: © Marc Thorwartl

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema