Katastrophale Abwehrleistung

Pierre Preto erweist mit dem Foul seinen Falken einen Bärendienst

Eishockey Heilbronner Falken Torhüter Matthias Nemec
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Matthias Nemec wird heute Abend das Tor der Heilbronner Falken hüten.
  • Marc Thorwartl
    vonMarc Thorwartl
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Es ist das Spiel der Spiele - und die Unterländer versauen es wieder. Durch katastrophale Abwehrfehler und ein saudämliches Foul im Schlussdrittel.

Für die Heilbronner Falken ist heute Abend das Spiel der Spiele. Als Vorletzter treten sie beim Schlusslicht EV Landshut an - lediglich durch zwei Punkte getrennt. Sowohl für die Niederbayern als auch die Unterländer wird nur bei einem Sieg die Hoffnung am Leben erhalten, vielleicht doch noch den letzten Playoff-Platz zu erreichen. Dass sich die Heilbronner Falken in dieser prekären Lage befinden, haben sie sich selbst zuzuschreiben, denn am vergangenen Wochenende hatte man nicht nur in Kaufbeuren, sondern dann am Sonntag auch gegen die Löwen Frankfurt die Möglichkeit, beide Partien für sich zu entscheiden. Doch beide Male vergaben die Unterländer zu viele hochklassige Chancen.

Bill Stewart, Trainer der Heilbronner Falken , machte bereits auf der Pressekonferenz nach der Partie gegen Frankfurt klar, dass er sauer ist - und das auch noch für die restlichen 27 Tage der Saison sein wird. Er akzeptiert einfach kein Mittelmaß, will kein Team, das 50 Minuten wachsam spielt, um sich dann in den letzten zehn Minuten um seinen Lohn bringt. Am Sonntag war er sauer auf Keeper Florian Mnich, weil der im letzten Drittel drei Treffer kassiert hatte. Vergessen waren dessen gute Leistungen aus den fünf Dritteln zuvor, Stewart erklärte: „Am Dienstag hat Matthias Nemec die Chance zu zeigen, dass er die Nummer eins ist.“ Gegen Landshut muss er zudem auf Aron Reisz verzichten, der sich eine Stauchung zugezogen hat. Für ihn spielt Michael Knaub im vierten Sturm.

Heilbronner Falken kassieren zwei Tore in 39 Sekunden

Die Partie geht ohne jegliches Abtasten los. Nach elf Sekunden der erste Schuss der Gastgeber bereits an der Latte. Im Gegenzug scheitern Stefan Della Rovere und kurz danach Bryce Gervais für die Heilbronner Falken am EV-Keeper. In der 3. Minute dann ein kollektiver Blackout der gesamten Heilbronner Hintermannschaft, schon steht es 1:0. In derselben Minute machen Arkadiusz Dziambor und Kapitän Corey Mapes alles, nur nicht verteidigen, 2:0! Nemec wird gleich zweimal eiskalt erwischt. In der 6. Minute MUSS eigentlich der Anschlusstreffer fallen, aber Josh Nicholls bringt es fertig, aus 40 Zentimeter Entfernung nicht das leere Tor, sondern die Latte zu treffen.

Stefan Della Rovere erzielt den Anschlusstreffer für die Falken zum 2:1.

Wie man es besser macht, zeigt in der 8. Minute Della Rovere. Einen Schuss von Dylan Wruck kann der EVL-Torhüter noch parieren, beim Rebound ist er machtlos. Jetzt weiß Nicholls, wie es geht, ein Fehlpass der Niederbayern kommt zu ihm, den Alleingang versenkt er mustergültig zum 2:2. Dann die erste Strafzeit. Es trifft die Heilbronner Falken. In Unterzahl Glück für Nemec, ein Hammer von Robin Weihager knallt an die Latte. Danach noch ein paar Möglichkeiten auf beiden Seiten, aber es bleibt beim 2:2. Die Abwehrleistungen beider Teams im ersten Drittel entsprechen dem Tabellenstand.

Hoffnungstreffer der Heilbronner Falken in letzter Minute

Die Heilbronner Falken starten bedeutend aktiver in den Mittelabschnitt. Sie bekommen Powerplay. Nachdem das zuletzt ja so gut geklappt hatte, läuft es dieses Mal noch nicht wie gewünscht. Kaum wieder komplett eine Strafe gegen Heilbronn. Das war total unnötig von Valentino Klos. Prompt passiert es, dieses Mal trifft Weihager, schon wieder liegen die Unterländer zurück. Immerhin zeigen sie danach Charakter, Davis Koch mit einer Direktabnahme, da hatte der EV-Keeper einfach Dusel und kurz danach ein Hammer von Justin Kirsch und anschließend bringt Pierre Preto den Rebound nicht im Tor unter. Und dann erneut Powerplay für die Heilbronner Falken.

Josh Nicholls hält die Hoffnungen der Falken am Leben.

Aber wieder wird es nichts. Zu viele Missverständnisse, keine genauen Pässe auf die schussgewaltigen Kirsch oder Valenti. Es kommt sogar noch schlimmer. Dziambor rutscht aus, ein 3-auf-1-Konter der Gastgeber, 4:2. Drei von vier Toren gehen auf die Kappe der Heilbronner Verteidiger, wie soll man da gewinnen? Danach die Gäste völlig von der Rolle, es gelingt gar nichts mehr. Bei jedem Angriff der Niederbayern muss man befürchten, dass der nächste Treffer fällt. Dann beißen sich die Falken zum ersten Mal wieder in der Angriffszone fest, Koch mit dem genialen Pass auf Nicholls, dessen Direktabnahme zum 4:3 einschlägt. Genau eine Minute vor der Pause, das könnte der wichtigste Treffer der Saison werden.

Pierre Preto bringt die Heilbronner Falken auf die Verliererstraße

Gerade einmal 30 Sekunden sind im letzten Drittel gespielt, da rettet Nemec mit einem Monstersave den knappen Rückstand. Danach sind die Heilbronner Falken aber wach, erspielen sich Chancen und bekommen wieder Überzahl. Aber das ist dermaßen schlecht, katastrophale Aufbaupässe - auch von erfahrenen Spielern, so gewinnst du keinen Blumentopf. Und dann kommt auch noch Pech dazu, Valentis Kracher geht an die Latte. In der 53. Minute werden die Anstrengungen der Heilbonner Falken dann endlich belohnt. Gervais scheitert noch mit dem Bauerntrick, aber Koch behält die Übersicht. 4:4, zum zweiten Mal einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt, das gibt doch Auftrieb.

Aber dann wieder ein saudämliches Foul, anders kann man es nicht ausdrücken. Pierre Preto hängt so lange am Gegenspieler, bis der umfällt. Ein Foul mit Folgen, viel Druck der Landshuter, 45 Sekunden vor Ablauf in höchster Not erneut Strafe gegen die Falken. 45 Sekunden doppelte Überzahl für die Hausherren. Und das nutzen die Niederbayern zum 5:4 - noch vor Ablauf der ersten Strafe, damit die Falken weiterhin in Unterzahl. Da kommt dann auch noch das 6:4, gerade einmal 20 Sekunden später. Damit ist das Ding gelaufen. Wenn Stewart konsequent ist, dann wird er Preto wohl für die nächste Partie nicht aufstellen. Der letzte Playoff-Zug ist jedenfalls für die Falken heute abgefahren.

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