Das war so knapp

Ausgerechnet im Derby gegen die Steelers reißt die Falken-Serie

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Brock Maschmeyer kehrt im Derby ins Falken-Team zurück.
  • Marc Thorwartl
    vonMarc Thorwartl
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Nach sieben Siegen in Folge müssen sich die Falken im Derby knapp geschlagen geben.

Heute Abend kommt es zum Spiel der Spiele im Heilbronner Eisstadion. In der DEL2 treffen die Heilbronner Falken im Derby auf die Bietigheim Steelers. Die Ellentaler sind da, wo die Unterländer nur zu gerne hinwollen: in den Playoffs. Allerdings haben sich die Steelers bisher noch nicht das Heimrecht gesichert. Also doppelte Motivation für die Gäste, hier in Heilbronn Punkte mitzunehmen.

Da haben die Heilbronner Falken natürlich was dagegen. Sie selbst benötigen jeden Punkt, um den siebten Platz nach hinten abzusichern. Nach der überzeugenden Leistung gegen den EC Bad Nauheim sollten die Falken mit breiter Brust antreten. Das Aufeinandertreffen beider Teams Anfang Februar in Bietigheim bedeutete zugleich das Ende der Trainer-Ära von Michel Zeiter in Heilbronn. Sein Nachfolger Bill Stewart kann heute einen Rückkehrer im Team begrüßen. Verteidiger Brock Maschmeyer wirkt nach wochenlanger Verletzung wieder mit. Dafür muss Lukas Ribarik seinen Platz im Team räumen. Ansonsten vertraut der Coach dem Team, das sieben Sieg in Folge eingefahren hat.

Das Spiel wiegt hin und her - am Ende gewinnen die Steelers

Die Heilbronner Falken fangen richtig gut an, üben viel Druck auf die Steelers in der Abwehrzone aus. Die ziehen ein Foul. In Überzahl trifft Dylan Wruck zur frühen 1:0-Führung. Auch in der Folgezeit sind die Unterländer das bestimmende Team, das 2:0 scheint nur noch eine Frage der Zeit. Bis dann ein Fehler passiert. Philipp Preto spielt einen Querpass an der blauen Linie. Steelers-Topscorer Riley Sheen spritzt dazwischen und startet den Alleingang. Den hält Florian Mnich, aber da zuvor ein Foul erfolgte, gibt es Penalty, den Sheen sicher verwandelt. Die Heilbronner Falken sind nicht geschockt, spielen weiter munter nach vorne, doch weder Wruck, noch Yannik Valenti, Bryce Gervais oder Matt Neal treffen aus guter Situation. Dann ein Angriff der Gäste, Konfusion im Heilbronner Abwehrbereich, Tor. Die Falken machen das Spiel, die Steelers die Tore, mit 1:2 geht es in die Pause.

Davis Koch (links) zeigte eine super Partie gegen die Steelers.

Diese Führung gibt den Gästen Sicherheit. Sie starten mit unglaublich Power ins zweite Drittel. In der 22. Minute ein langer Pass direkt in die Abwehr-Schnittstelle der Heilbronner Falken, und Brett Breitkreuz macht das 1:3. Jetzt die Steelers im Stile einer Spitzenmannschaft. Überfallartig kommen sie vors Falken-Tor. Sheen scheitert am Lattenkreuz und in der 26. Minute gleich mehrere Steelers an Mnich. Verkehrte Welt, im direkten Gegenzug kommen die Unterländern einmal vors Tor, und es steht 2:3. Wruck zum Zweiten. Jetzt wittern die Gastgeber Morgenluft. Bullygewinn, Josh Nicholls spielt zurück auf Davis Koch, der zieht direkt ab, 3:3. Danach die Falken-Abwehr mit einem Blackout, wieder ein langer Pass, Corey Mapes weiß nicht, wo die Scheibe ist, dafür aber Alexander Preibisch, 3:4. Im Anschluss Powerplay für die Hausherren. Nicholls scheitert am Keeper, doch den Nachschuss drückt Koch über die Linie. Die Gäste mit wütenden Angriffen, die Falken mit einem schönen Konter, irgendwie kommt Gervais noch an die Scheibe, 5:4. Die Gäste hatten es versäumt, eine Vorentscheidung herbeizuführen, jetzt liegen sie zurück. Pause.

Brett Breitkreuz trifft in der 22. Minute zum 1:3 für die Steelers.

Im letzten Drittel befinden sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Die Heilbronner Falken wollen, wie in den vergangenen Spielen, vor allem kompakt in der Abwehr stehen und vorne mit Kontern zum Erfolg zu kommen. Das klappt gut, bis es eine Strafe gegen die Hausherren gibt. Keine gute Idee, gegen das zweitbeste Powerplay der Liga. Prompt fällt das 5:5. In der 52. Minute dann die Führung für die Gäste, doch die Referees geben den Treffer nach der Videoanalyse nicht. Glück gehabt. Die Steelers so sauer nach dieser Entscheidung, dass sie direkt mit der nächsten Aktion erneut treffen. Und dieses Mal zählt das Tor, 5:6. Langsam läuft den Gastgebern die Zeit davon. Und es wird nicht einfacher, da Pierre Preto zwei Minuten vor dem Ende auf die Strafbank muss. Das Powerplay der Gäste top. Matt McKnight tritt die Latte. Es bleibt beim 5:6, und es sind noch 30 Sekunden zu spielen. Die Unterländer nehmen den Goalie vom Eis - ohne Erfolg. Die Serie der Falken ist gerissen. Ravensburg zieht an ihnen vorbei, da die gegen Landshut einen Punkt holten, jetzt kommt es darauf an, wie Crimmitschau in Freiburg spielt.

Falken-Coach Bill Stewart war auf der anschließenden Pressekonferenz ziemlich angefressen: „Wir haben Ostergeschenke verteilt. Fünf Tore müssen eigentlich immer daheim reichen, um zu gewinnen. Unser Spiel ohne Puck war schlecht. Wir haben nicht auf die Details geachtet.“ Und er legt nach: „Einige Jungs haben nicht aufgepasst, sie waren mit dem Kopf woanders. Wir haben eine tiefe Bank, da wird es Änderungen geben. Wer seinen Job nicht richtig macht, der kann ihn verlieren.“ Und eines regte den Coach richtig auf, die zwei Gegentore nach einem langem Pass: „Wenn der Gegner über 30 Meter einen Pass durch die Mitte spielt und dann ein Tor macht, dann hast du nur zugeschaut, anstatt zu spielen und deinem Job nachzukommen. Die Aufgabe der Verteidiger ist es, die Lücke zu schließen und die Spieler zu decken. Ich sage jetzt lieber nichts mehr dazu...!“

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