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Heilbronner Falken mit Arbeitssieg gegen die Selber Wölfe

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Von: Marc Thorwartl

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Die Heilbronner Falken sichern sich gegen die Selber Wölfe beim 6:3-Sieg drei wichtige Punkte - verdient, aber ohne spielerisch zu glänzen.

Es wird eine lange Eishockeynacht heute Abend beim DEL2-Spiel zwischen den Heilbronner Falken und den Selber Wölfen. Grund: die Autobahn A6. Der Bus der Oberfranken passiert die Ausfahrt Öhringen, dann geht nichts mehr. Aufgrund eines LKW-Unfalls zwischen Bretzfeld und dem Weinsberger Kreuz, mit anfänglicher Vollsperrung und dann Öffnung einer einzigen Spur, kommt es zum Rückstau bis Öhringen. Erst gegen 19.35 Uhr kommt der Mannschaftsbus der Wölfe am Eisstadion an. Spielbeginn ist um 21 Uhr - eine ganze Stunde später als ursprünglich geplant.

Ein Spiel gegen das Tabellenschlusslicht - für die Heilbronner Falken zählt heute Abend nur ein Sieg. Den fordert auch Trainer Jason Morgan ein, der zuletzt mit der mentalen Einstellung und dem Einsatz einiger Akteure seiner Mannschaft überhaupt nicht einverstanden war. „Wir spielen mit vollem Line-up - und schon beißen einige Spieler nicht mehr so, wie sie das sollten. Ich erwarte heute Abend nicht nur einen Sieg, sondern auch eine überzeugende Vorstellung. Ich lasse keine Entschuldigungen gelten.“ Das wird bestimmt nicht einfach, denn immerhin können die Selber Wölfe heute Abend erstmals seit gefühlten Ewigkeiten wieder mit drei Sturmreihen agieren. Aber natürlich sind die Heilbronner Falken Favorit. Sie können vier Sturmreihen und sieben Verteidiger aufbieten.

Heilbronner Falken mit Stotterstart

Die Partie startet für die Heilbronner Falken denkbar schlecht. Julian Lautenschlager muss auf die Strafbank, wenige Sekunden später folgt ihm Kenney Morrison. Die doppelte Überzahl nutzen die Selber Wölfe, um den Puck im x-ten Nachstochern irgendwie über die Linie zu bugsieren. Die Heilbronner Falken rennen also früh einem Rückstand hinterher. Natürlich geht das Spielgeschehen vornehmlich in Richtung Gäste-Tor. Die Unterländer schießen aus allen Lagen, fälschen Scheiben gut ab, aber irgendwie will der Puck nicht über die Linie. Die Gäste sind bei ihren wenigen Kontern immer gefährlich, stemmen sich geschickt gegen die Heilbronner Übermacht.

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Jeremy Williams erzielt in dieser Szene das 3:1. © Marc Thorwartl

Erst als die Heilbronner Falken Powerplay bekommen, fällt das Tor zum 1:1. Nicht schön herausgespielt, sondern einfach die Scheibe von Morrison in Richtung Tor gebracht, wo ihr Simon Thiel die entscheidende Richtungsänderung durch die Beine des Keepers gibt. Stadionsprecher Steffen Schnizer ist gerade dabei, den Torschützen durchzugeben, da jubeln die Heilbronner Falken erneut. Luke Volkmann scheitert noch am Keeper, doch den Rebound verwertet Justin Kirsch mit der Rückhand zum 2:1 - lediglich zwölf Sekunden nach dem Ausgleich. Jetzt kommen die Heilbronner Falken ins Rollen. Valentino Klos schickt Jeremy Williams mit einem langen Pass, der scheitert mit dem ersten Schuss, versenkt dann aber die zweite Chance. 3:1 - Pause.

Heilbronner Falken nicht mit letzter Konsequenz

Nein, das 3:1 tut den Heilbronner Falken nicht gut. Der Zweitore-Vorsprung wiegt so manchen Akteur in trügerischer Sicherheit, das Abwehrverhalten wird schlechter. Die Selber Wölfe urplötzlich mit mehr Spielanteilen - die sie dann auch zum 2:3 nutzen. So weh es tut, aber um dieses Tor haben die Heilbronner Falken förmlich gebettelt. Gerade noch rechtzeitig geben die Unterländer wieder Gas. Karl Fabricius setzt einer verloren gegangenen Scheibe nach, bringt sie vors Tor und Simon Thiel hämmert sie in die Maschen. Gleich danach fast ein Treffer der Marke „Tor des Monats“. Einen Querpass nimmt Williams direkt. Ein Schuss wie ein Strich - nur die Latte verhindert das 5:2.

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Simon Thiels Treffer zum 4:2 sorgt für Sicherheit. © Marc Thorwartl

Die Heilbronner Falken jetzt wieder mit Druck nach vorne, das Ding müsste hier schon längst durch sein, aber immer wieder gibt es ungenaue Pässe. Vor Ilya Andryukhov brennt es manches Mal lichterloh, weil einfach nicht mit der letzten Konsequenz hinten verteidigt wird. Und dann auch noch Strafe gegen die Hausherren. Lautenschlager muss zum zweiten Mal in die Kühlbox. In Unterzahl verteidigen die Falken es klasse, und dann kommt der Auftritt von Luca Tosto. Er marschiert übers ganze Feld, zieht aufs kurze Eck ab, der Keeper kann die Scheibe nicht festhalten, will nachfassen, doch Tosto trifft sie vorher volley ins kurze Eck. 5:2 in Unterzahl! Kurz vor der Pausensirene hat dann Lautenschlager die Chance, endgültig alles klarzumachen. Er marschiert alleine aufs Tor - und scheitert. Alleingänge sind derzeit einfach nicht sein Ding.

Heilbronner Falken schalten zu früh einen Gang zurück

Im letzten Drittel wollen die Heilbronner Falken die Partie im Schongang nach Hause bringen. Das geht in die Hose, die Selber Wölfe mit einer schönen Kombination zum 5:3. Erst jetzt geben die Unterländer wieder mehr Gas, allerdings bleibt vieles Stückwerk. Ausnahme die Youngster-Reihe um Noah Dunham, Moritz Elias und Volkmann, die den Gegnern permanent auf den Füßen stehen, das Forechecking perfekt umsetzen und so für die Highlights sorgen. Kurz vor dem Ende trifft dann Valentino Klos noch zum 6:3. Bezeichnend, dass er den Keeper von hinter dem Tor anschießt, um den Puck zu versenken. 6:3-Erfolg für die Heilbronner Falken, drei Punkte, aber der von Coach Morgan geforderte „überzeugende Auftritt“ sieht anders aus.

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