Und wieder sticht das Powerplay

Falken beschenken sich zum Jahreswechsel bei den Tölzer Löwen

Heilbronner Falken Tölzer Löwen Eishockey DEL2 Julian Lautenschlager
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Julian Lautenschlager eröffnet den Torreigen gegen Bad Tölz nach 24 Sekunden.
  • Marc Thorwartl
    VonMarc Thorwartl
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Es ist ein ganz wichtiges Spiel der Unterländer bei den Oberbayern, das sie am Ende souverän mit 7:4 gewinnen.

Und weiter geht es für die Heilbronner Falken in der DEL2 im Zweitagesrhythmus. Heute Abend müssen sie bei den Tölzer Löwen ran. Trainer Jason Morgan kann wieder auf dasselbe Team wie am Dienstag gegen Crimmitschau zurückgreifen. „Never change a winning team“, lautet eigentlich eine Devise, trotzdem hat der Coach eine Änderung vorgenommen. Im Tor steht Arno Tiefensee und nicht der so überragende Ilya Andryukhov.

Die Heilbronner Falken können also mit genau drei Sturm- und Verteidigungsreihen auflaufen. Noch schlimmer sieht es bei den Tölzer Löwen aus. Acht Stürmer und fünf Verteidiger stehen Löwen-Coach Kevin Gaudet zur Verfügung. Allerdings ist das bei den Oberbayern fast schon Normalzustand, denn die sind diese Saison vom Verletzungspech wirklich arg gebeutelt.

Heilbronner Falken mit Raketenstart und als Powerplay-Monster

Die Partie beginnt für die Heilbronner Falken optimal. Nach 18 Sekunden gibt es Strafzeit gegen die Gastgeber. Im Powerplay dauert es sechs Sekunden, da ist die Scheibe im Netz. Karl Fabricius hat sie von hinter dem Tor mit der Rückhand wieder nach vorne gebracht, Julian Lautenschlager steht goldrichtig, hämmert den Puck aus der Drehung ins Kreuzeck. 24 Sekunden gespielt, es steht 1:0 für die Heilbronner Falken. Auch in der Folgezeit die Gäste zielstrebig, das 2:0 scheint nur eine Frage der Zeit. Bis, ja bis dann wieder dieser Fehler in der Abwehr passiert. Malte Krenzlin mit katastrophalem Fehlpass, Bad Tölz sagt danke, macht das 1:1, gespielt sind gerade einmal drei Minuten. Dieser Treffer nimmt den Heilbronner Falken etwas den Schwung. Bis zur elften Minute. Gerade ist es vor dem Falken-Tor noch gefährlich, dann ein Konter über Jeremy Williams, der legt überlegt nach hinten auf Kenney Morrison ab, der an alter Wirkungsstätte ins lange Eck zum 1:2 trifft.

Gleich danach doppelte Strafzeit gegen den Tölzer Philipp Schlager, vier Minuten Powerplay für die Heilbronner Falken. Das ist die Chance, hier einen weiteren Treffer nachzulegen. Und in der Tat. Schuss von Brock Maschmeyer, den Rebound verwertet Stefan Della Rovere zum 1:3. Exakt 14 Sekunden später ist es erneut Della Rovere, der goldrichtig steht und die Scheibe nur noch über die Linie zum 1:4 drücken muss. Drei Powerplays, drei Tore, man erkennt die Heilbronner Falken ja gar nicht wieder. Drei Minuten vor der Pause ist es dann Tiefensee, der in den Fokus rückt. Völlig unbedrängt klärt er eine Scheibe über die Rundung, kassiert dafür zwei Minuten wegen Spielverzögerung und im nachfolgenden Powerplay der Tölzer das 2:4 über die Schulter ins kurze Eck. Die Hausherren urplötzlich durch diesen Treffer mit der zweiten Luft, der Torhüter der Heilbronner Falken hat den Oberbayern neues Leben eingehaucht. 16 Sekunden vor dem Ende ein Foul von Corey Mapes, die Gäste wieder in Unterzahl.

Heilbronner Falken

Das zweite Drittel beginnt mit einem Torhüterwechsel bei den Tölzer Löwen. Das Powerplay der Löwen brandgefährlich, Markus Eberhardt schießt am leeren Tor der Heilbronner Falken vorbei. Auf der Gegenseite scheitert Simon Thiel. Dann Strafzeit für beide Mannschaften, die Partie wird jetzt ruppiger. Zumal die Heilbronner Falken kurz danach auch eine Strafzeit wegen zu vieler Spieler auf dem Eis kassieren. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison, das sollten die Coaches in den Griff kriegen. Es kommt, was kommen musste, im Powerplay machen die Löwen den Anschlusstreffer zum 3:4. Zum Glück haben die Heilbronner Falken Judd Blackwater im Team. Der vollendet einen Rebound nach Schuss von Williams mit einem „Tor des Monats“ zum 3:5.

Judd Blackwater zieht den Tölzer Löwen im Mitteldrittel den Zahn.

Blackwater ist es auch, der in der nächsten Situation eine Scheibe perfekt zu Ende spielt. Er schaltet am schnellsten nach einem Puckgewinn von Justin Kirsch, läuft aufs Tor, spielt im exakt richtigen Moment zurück auf Kirsch, der per Direktabnahme zum 3:6 trifft. Kommt jetzt mehr Ruhe ins Spiel der Heilbronner Falken? Nein, Maschmeyer muss auf die Strafbank, Powerplay Tölz, da haben sie ja schon zweimal getroffen. Aber es kommt ganz anders. Scheibenverlust des Ex-Falken Ian Brady, Blackwater läuft allein übers ganze Feld und vollendet zum 3:7. Dieses Tor hinterlässt Spuren, die Tölzer sind angeschlagen. Die Heilbronner Falken haben sogar noch weitere gute Möglichkeiten, die Führung auszubauen, aber es geht mit dem Spielstand in die zweite Pause.

Heilbronner Falken bringen es locker nach Hause

Im letzten Drittel ist klar: Je länger die Heilbronner Falken einen weiteren Treffer der Tölzer Löwen verhindern, desto näher rückt der Auswärts-Dreier. Zu Beginn steht Tiefensee im Blickpunkt, da die Löwen Powerplay haben. Jetzt zeigt der Falken-Goalie richtig gute Paraden, vor allem gegen den Tölzer-Top-Scorer Lubor Dibelka. Auf der anderen Seite verhindert die Tölzer Latte das achte Falken-Tor durch Williams. In der 54. Minute dann noch das 4:7 für Tölz, wird das nochmals spannend? Nein, denn die Heilbronner Falken bekommen direkt danach Powerplay, das ist ja heute ihre Spezialität. Aber nicht dieses Mal. Das Überzahlspiel lassen sie ganz gemütlich angehen, drängen nicht unbedingt auf ein weiteres Tor, nehmen lieber die Zeit von der Uhr.

Es sind danach nur noch knapp vier Minuten zu spielen. Da passiert nichts mehr. Die Heilbronner Falken zünden bereits am 30. Dezember das Silvesterfeuerwerk und nehmen drei Punkte im Gepäck nach Hause. Coach Morgan: „Wir haben zeitweise richtig gutes Hockey gespielt, die Special-Teams waren mit drei Powerplay-Treffern und dem Shorthander von Judd Blackwater überragend. Im letzten Drittel haben wir von der kurzen Bank der Tölzer profitiert, aber trotzdem ein Tor kassiert. Da hat meine Mannschaft wieder gesehen, dass man jede Partie volle 60 Minuten konzentriert durchspielen muss.“

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