Im Kampf um die Playoffs weiter mit dabei

Die Falken sind als tapferes Schneiderlein unterwegs

Heilbronner Falken Eishockey DEL2 Bryce Gervais
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Bryce Gervais macht das wichtige 2:1.
  • Marc Thorwartl
    vonMarc Thorwartl
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Es ist ein Alles-oder-nichts-Spiel für beide Teams, nur zwei Tage nach dem letzten Aufeinandertreffen - und erneut gewinnen die Unterländer.

Nauheim zum Zweiten. Lediglich zwei Tage nach dem letzten Aufeinandertreffen, spielen die Heilbronner Falken heute Abend in der DEL2 erneut gegen den EC Bad Nauheim. Die Voraussetzungen sind nahezu identisch. Für die Hessen ist es die definitiv letzte Chance, um nochmals im Kampf um die Playoff-Plätze eingreifen zu können. Dafür müssen sie unbedingt in der Käthchenstadt gewinnen. Aber auch die Heilbronner Falken haben nichts zu verschenken. Sie stehen zwar auf dem achten Platz, haben aber die Ravensburg Towerstars im Nacken und wollen zum Siebten, den Eispiraten Crimmitschau, aufschließen.

Personell gibt es bei den Teams jeweils nur eine Änderung. Im Tor der Hessen schenkt Trainer Harry Lange dem Förderlizenzspieler Philipp Maurer das Vertrauen. Keine Entscheidung gegen Stammkeeper Felix Bick, der am Dienstag phänomenal gehalten hatte, vielmehr will er wohl damit seiner Mannschaft einen neuen Impuls vermitteln. Falken-Trainer Bill Stewart tritt mit derselben Aufstellung wie am Dienstag an, lediglich Lukas Ribarik ist für Michael Knaub im Kader. Getreu dem Motto „Never change a winning team“ hat er derzeit keinen Grund, irgendetwas umzustellen. Die Serie von sechs Siegen in Folge soll nach Möglichkeit eine Fortsetzung finden.

Die Serie der Heilbronner Falken hält

Es sind die Heilbronner Falken, die den besseren Start erwischen. Mit demselben aggressiven Forechecking wie am Dienstag setzen sie den EC Bad Nauheim früh unter Druck, erzwingen Turnovers und haben einige gute Chancen. In der fünften Minute werden die Unterländer belohnt. Kevin Maginot trifft genau ins Kreuzeck. Auch in der Folgezeit die Gastgeber mit den besseren Möglichkeiten, die Hessen sind immer dann gefährlich, wenn sie sich schnell durchkombinieren. In der 16. Minute verletzt sich dann Nauheims Keeper bei einer Abwehraktion. Bick rückt zwischen die Pfosten - und hält sensationell eine Direktabnahme von Stefan Della Rovere. Vom Bully dann ein Angriff der Gäste, gleich zwei Falken rutschen aus, Alleingang, James Arniel macht den Ausgleich. Danach die stärkste Phase der Gäste, es bleibt aber beim 1:1 zur Pause.

Kevin Maginot und Davis Koch bejubeln das 1:0.

Die Heilbronner Falken mit einem Raketenstart ins Mitteldrittel. Ein Fehlpass im Spielaufbau der Gäste, Bryce Gervais spritzt dazwischen, Alleingang, Tor. Gespielt sind gerade einmal 55 Sekunden. Das gibt natürlich Sicherheit, die Hausherren jetzt am Drücker - nur leider verpassen sie es, weitere Tore nachzulegen. Einen Konter der Gäste kann Marcus Götz in höchster Not nur mit einem Foul unterbinden, die anschließende Strafzeit nutzen die Gäste zum 2:2. Jetzt steht die Partie auf Messers Schneide. Bis zur 33. Minute. Maginot bleibt an Nauheims Cason Hohmann wie eine Klette hängen, bearbeitet ihn, klaut den Puck, marschiert übers Feld, hat das Auge für Josh Nicholls, der trocken ins kurze Eck zum 3:2 vollendet. In der 37. Minute eine ähnliche Szene. Die Protagonisten dieses Mal: Pierre Preto und Justin Kirsch. Preto setzt sich durch, legt zurück auf Kirsch, der aus unmöglichem Winkel die Scheibe genau ins Kreuzeck befördert. Pause.

Eines muss man den Gästen lassen, sie geben sich nicht auf. Sie starten mit ganz viel Druck ins letzte Drittel, es dauert vier Minuten, ehe die Heilbronner Falken zum ersten Mal ihre Abwehrzone verlassen können. Dann wird es richtig gefährlich, Matt Neal muss wegen Spielverzögerung auf die Strafbank. Doch die beste Chance haben die Unterländer bei einem Break in Unterzahl, Wruck scheitert am Keeper. Dann kehrt etwas mehr Ruhe ein, den Hessen geht langsam die Luft aus. Die Hausherren machen es jetzt geschickt, keinen Schritt mehr als nötig, hinten kompromisslos. Die Zeit läuft gnadenlos gegen die Hessen. Zwei Minuten vor dem Ende zieht Nauheims Coach dann seinen Keeper, versucht alles. Das nutzt Stefan Della Rovere 86 Sekunden vor dem Ende mit einem Schuss aus der Drehung aus der eigenen Abwehrzone mit dem 5:2. Die Heilbronner Falken haben den siebten Sieg in Serie eingefahren und sind weiter auf Playoff-Kurs, stehen jetzt sogar auf Platz sieben.

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