Äußerst fragwürdige Entscheidungen

Skandal: Falken werden in Bad Nauheim verpfiffen

  • Marc Thorwartl
    vonMarc Thorwartl
    schließen

Nach der Kür gegen die Top-Teams steht die Pflicht gegen Bad Nauheim an - und wieder einmal vergeigen es die Unterländer. Eine Niederlage mit „G´schmäckle“.

Für die Heilbronner Falken ist es heute Abend im DEL2-Spiel bei dem EC Bad Nauheim ein völlig ungeahntes Gefühl - sie treffen auf ein Team, das hinter ihnen in der Tabelle platziert ist. Das war nicht immer so. Die Hessen starteten mit viel Power und noch mehr Furore in die Saison, lagen lange Zeit unter den Top-Vier der Tabelle. Besonders schmerzhaft ist auch den Unterländern ihr erster Auftritt im ehrwürdigen Colonel-Knight-Stadion in Erinnerung geblieben: Sie verloren damals sang- und klanglos mit 1:7!

Doch seit geraumer Zeit ist der Wurm im Spiel der Hessen. Hinten teilweise offen wie ein Scheunentor und vorne zu wenig Tore, mit einher ging ein Niedergang in der Tabelle. Da hat auch der Trainerwechsel vor ein paar Spielen nichts daran geändert. Ganz anders läuft es bei den Heilbronner Falken. Seitdem Bill Stewart das Sagen an der Bande hat, haben die Unterländer in sechs der letzten sieben Partien punkten können. Zuletzt gab es einen Punkt im Spiel gegen den EHC Freiburg. Die rote Laterne haben die Falken seit dem Spiel in Ravensburg abgegeben - und sie wollen die ganz sicher nicht heute Abend aus der Kurstadt wieder mit nach Hause bringen.

Heilbronner Falken mit dem Doppelschlag

Es dauert exakt zwölf Sekunden, da wird Arno Tiefensee im Tor der Heilbronner Falken zum ersten Mal geprüft. Ein „Hallo wach“ zu rechten Zeit. Danach dominieren die Defensivreihen beider Mannschaften, es gibt nur ganz wenige Chancen. Bis zum Puckverlust der Hausherren in der achten Minute im Angriffsdrittel. Tempogegenstoß über Dylan Wruck, der Yannik Valenti so bedient, dass der nur noch den Schläger hinhalten muss, 0:1. Die Hausherren geschockt, ein Fehler im Aufbau, Davis Koch geht dazwischen, 0:2 - lediglich 23 Sekunden nach dem ersten Treffer. Ein perfekter Start für die Unterländer.

Davis Koch macht das 0:2.

Allerdings schlagen die Hessen zurück. Die vierte Heilbronner Formation lässt den Gegenspielern zu viel Platz, 1:2. Auch nur 69 Sekunden nach dem Treffer der Heilbronner Falken. Dann die erste Strafzeit - gegen die Falken. Doch das Penalty-Killing der Gäste ist gut. Kurz danach Strafe gegen die Hausherren. Geht bei den Falken was im Powerplay? Nein, das war nichts, es bleibt beim 1:2. Kaum komplett, haben die Nauheimer wieder Überzahl, können aber bis zur Pause kein Kapital daraus schlagen.

Passive Heilbronner Falken im Tiefschlaf

Im zweiten Drittel sind die Heilbronner Falken anfangs etwas zu passiv, die Hessen übernehmen die Initiative. Das wird belohnt, mit einer tollen Kombination stellen sie die Partie auf 2:2. „Wir dürfen nicht so viele Strafzeiten kassieren“ hatte Valenti im Pausen-Interview noch gesagt - Pierre Preto hat ihn wohl nicht gehört, wandert auf die Strafbank, doch erneut steht die Unterzahl-Formation. Allerdings sollten die Unterländer ihr Glück nicht überstrapazieren. Es sind genau 30 Minuten gespielt, da gehen die Nauheimer erstmals in Führung. Vorausgegangen war ein Fehler der Heilbronner Falken in der Angriffszone, ein Konter der Hausherren und die düpieren Tiefensee über die Schulter im kurzen Eck. Die Unterländer werden für ihre Passivität eiskalt bestraft.

Yannik Valenti trifft jeweils auf Vorlage von Dylan Wruck.

Jetzt antworten die Heilbronner Falken mit wütenden Angriffen, die sind aber nicht zwingend genug. Anders die Hausherren. Kevin Maginot lässt Christoph Körner im Slot mutterseelenallein stehen, der macht das 4:2. Damit endet der Arbeitstag für Tiefensee, Florian Mnich kommt ins Tor. Kurz danach eine Traumkombination über Wruck und Bryce Gervais zu Valenti, 4:3, ein ganz wichtiger Treffer so kurz vor der Pause. Danach sind die Falken gedanklich wohl schon in der Kabine, da gibt es noch zwei ganz dicke Chancen für die Hessen, doch Mnich pariert glänzend. Das Abwehrverhalten der Unterländer ist eine einzige Katastrophe.

Unglaubliche Schiedsrichter-Entscheidungen gegen die Heilbronner Falken

Bill Stewart scheint in der Kabine die richtigen Worte für die Heilbronner Falken gefunden zu haben, auf jeden Fall kommen sie bedeutend besser zurück aufs Eis. Allerdings bremsen sie sich selbst aus. Arkadiusz Dziambor muss wegen eines hohen Stocks für 2+2 Minuten in die Kühlbox. Der konnte gar nichts dafür, denn das Foul kam von Brock Maschmeyer. Die Schiedsrichter hatten gar nichts gesehen, dann interveniert ein Linesman, was er eigentlich nur bei großen Strafen darf - und schickt den falschen Spieler auf die Strafbank. Was bitte soll das denn? In Unterzahl trifft Justin Kirsch nur den Pfosten, und die Unterländer überstehen die vier Minuten unbeschadet.

Dann gibt es endlich mal eine Strafzeit gegen die Hausherren. Jetzt wäre es gut, wenn die Heilbronner Falken ihr bestes Powerplay zeigen. Das ist nicht schlecht, aber auch nicht gut genug. Und es sind nur noch sieben Minuten zu spielen. Dann muss auf jeder Seite ein Spieler in die Kühlbox. Heilbronn jetzt heiß, aber ein Konter der Hausherren, Maschmeyer geht dazwischen - und bekommt zwei Strafminuten, das ist einfach nur noch LÄCHERLICH! Ausgerechnet dieses Geschenk verwerten die Nauheimer zum 5:3. Stewart nimmt sofort den Keeper vom Eis - die Hessen treffen noch ins leere Tor zum 6:3. Eine katastrophale Schiedsrichterleistung im letzten Drittel begünstigt die Hausherren.

Rubriklistenbild: © Marc Thorwartl

Das könnte Sie auch interessieren