Ein ganz dicker Brocken

DEL2: Heilbronner Falken vor dem Spiel gegen die Löwen Frankfurt

  • Marc Thorwartl
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Am zweiten Weihnachtsfeiertag müssen die Unterländer gegen die wiedererstarkten Hessen antreten. Dabei werden sie auf einen weiteren erfahrenen Akteur verzichten.

Einen Tag mit der Familie - dann war für Michel Zeiter, Trainer des DEL2-Klubs Heilbronner Falken die besinnliche Zeit auch schon wieder vorüber. Am ersten Weihnachtsfeiertag stand bereits Training an, heute Morgen Warm-up und um 18.30 Uhr treffen die Falken auf die Löwen Frankfurt.

„Wir wollen auf dem Spiel in Bad Tölz aufbauen“, erklärt Zeiter. Dort hatten die Heilbronner Falken 50 Minuten lang wirklich sehr gutes Eishockey gezeigt und lange geführt, ehe die Kräfte schwanden und die Bayern doch noch den Sieg im Endspurt sicherstellen konnten. Die Personaldecke bei den Heilbronner Falken ist auch heute Abend sehr dünn. Elf Spieler fehlen wegen Verletzungen, U20-WM, Einsatz bei den Adlern, Sperre oder Quarantäne.

Heilbronner Falken mit Michael Knaub

Ein Akteur bei den Heilbronner Falken wird hingegen auf dem Eis stehen, bei dem eigentlich von einer längeren Ausfalldauer ausgegangen wurde. Stürmer Michael Knaub hatte im ersten Drittel in Bad Tölz einen Puck ins Gesicht bekommen, kam ins Krankenhaus und wurde dort noch am selben Abend operiert. „Ja, ich habe eine dicke Lippe, ein paar Zähne sind kaputt, die mir dort wieder gerichtet wurden, kann kaum sprechen, aber ich werde heute auf jeden Fall spielen“, erklärt Iron Mike gegenüber echo24.de heute Morgen.

Michael Knaub wird trotz seiner Operation am Dienstag heute für die Heilbronner Falken auflaufen.

„Ich lasse die Jungs nicht im Stich, ich kann gar nicht anders. Ich will für das Team da sein“, sagt Knaub. Getreu seinem Motto: niemals aufgeben. „Ich werde mit einem Vollvisier auflaufen, aber ich werde weiterhin Vollgas geben.“ Im Klartext: Knaub wird den Körperkontakt suchen, wird mit seiner physischen Stärke den Heilbronner Falken zur Verfügung stehen: „Das ist meine Art, Eishockey zu spielen.“

Heilbronner Falken verhängen disziplinarische Maßnahme

Ein anderer Akteur der Heilbronner Falken wird hingegen nicht mitwirken. Nicht weil er verletzt oder erkrankt ist, sondern weil Trainer Zeiter ein Zeichen setzen will: Tim Miller. Der hatte sich den Unmut des Coaches nach Spielende in Bad Tölz zugezogen, weil Miller gegenüber den Schiedsrichtern verbal aus der Rolle fiel. Trotz Ermahnungen, er solle das Eis verlassen, wetterte Miller weiter, was ihm erst eine zehnminütige Disziplinarstrafe und dann noch eine Spieldauerstrafe einbrachte.

Tim Miller bekommt heute Abend eine Denkpause.

Damit holte sich Miller völlig unnötig zwei große Strafen ab - nach einer dritten wird er automatisch für eine Partie gesperrt. „Wir akzeptieren diese Disziplinlosigkeit nicht“, erläutert Zeiter die Denkpause für den Mittelstürmer. Ein echtes Ausrufezeichen, denn Zeiter stehen lediglich acht Stürmer zur Verfügung. Immerhin kehrt mit Brock Maschmeyer eine Stütze der Defensive ins Team der Heilbronner Falken zurück, weshalb Zeiter lieber Verteidiger Jan Pavlu als neunten Stürmer auflaufen lässt.

Heilbronner Falken: Trainer Zeiter mit neuen Reihen

Zeiter wird gegen die Löwen Frankfurt seine defensive Marschroute fortführen: „Ich habe eine genaue Videoanalyse der letzten Löwen-Partie gegen Crimmitschau durchgeführt. Das Ergebnis von 2:0 täuscht, die Frankfurter waren total überlegen und haben ein bockstarkes Spiel abgeliefert.“ Die Hessen hatten erst vor einer Woche ihren Coach Olli Salo gefeuert, weil der selbsternannte Aufstiegskandidat seinen eigenen Zielen meilenweit hinterherhinkte.

Aron Reisz wird heute Abend in einer Reihe mit Bryce Gervais auflaufen.

Seitdem hat Sportdirektor Franz Fritzmeier das Zepter übernommen - und die Löwen aus ihrer Lethargie erweckt. Nichts erinnert mehr an das Team, das in der Vorwoche bei den Kassel Huskies sang- und klanglos mit 0:7 untergegangen ist. Böse Zungen behaupten, dass die Mannschaft damals gegen ihren Coach gespielt hatte, um seine Demission voranzutreiben. Zeiter will mit den Sturmreihen Wruck - Della Rovere - Thiel sowie Ribarik - Reisz -Gervais und Pavlu - Klos - Knaub den Hessen entgegentreten.

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