Eine ganz enge Sache

Heilbronner Falken gewinnen auch bei den Lausitzer Füchsen

  • Marc Thorwartl
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Die Heilbronner Falken holen in der Partie einen Zweitore-Rückstand auf und sichern sich im Penalty-Schießen den Zusatzpunkt.

Heute müssen die Heilbronner Falken in der DEL2 bei den Lausitzer Füchsen antreten. Bereits um 10 Uhr hatte sich der Tross in Richtung Weißwasser auf den Weg gemacht. Mit an Bord: Keeper Arno Tiefensee der von der U20-WM zurückgekehrt sind. Weiterhin fehlen die Langzeitverletzten Ian Brady und Davis Koch, zudem sind Louis Brune, Valentino Klos und Florian Elias derzeit beim Kooperationspartner Adler Mannheim im Kader, warum Arkadiusz Dziambor und Jan-Luca Schumacher fehlen, ist fraglich.

Beim Gegner treffen die Heilbronner Falken mit Rylan Schwartz und Brad Ross auf zwei ehemalige Mannschaftskollegen. Schwartz feiert heute seinen 31. Geburtstag, Allerdings ist ausgeschlossen, dass die Unterländer ihm ein Geschenk in Form von Punkten machen wollen. „Wir reisen nach Weißwasser, um dort zu gewinnen“, gibt Falken-Trainer Michel Zeiter als Parole aus. Das klappt. Die Falken siegen mit 5:4 nach Penalty-Schießen.

Heilbronner Falken kassieren wieder einen schnellen Gegentreffer nach eigenem Tor

Überraschung für alle Fans der Heilbronner Falken. Yannik Valenti, amtierender Rookie des Jahres der DEL2 und zuletzt beim Kooperationspartner Adler Mannheim im Einsatz, taucht urplötzlich auf dem Spielberichtsbogen auf. Egal, die Partie startet und die Lausitzer Füchse geben den Ton an. Ein Angriff der Heilbronner Falken wird abgefangen, dann noch ein schlechter Wechsel dazu, schon steht Geburtstagskind Schwartz mutterseelenallein vor dem Tor und macht das 1:0. Gespielt sind keine vier Minuten. Kein Traumstart für die Unterländer, die sich beim Spielaufbau schwertun. Wie aus dem Nichts dann der Ausgleich: Jan Pavlu hält den Puck artistisch im Angriffsdrittel, zieht einfach mal ab, Matt Neal bringt die Kelle dazwischen und fälscht zum 1:1 ab.

Jetzt die Heilbronner Falken mit mehr Schwung. Nur zwei Minuten später schließt Dylan Wruck eine Traumkombination über Bryce Gervais und Stefan Della Rovere zum 1:2 ab. Im direkten Gegenzug wird dann mal wieder die Heilbronner Lässigkeit bestraft. Dreimal haben sie die Scheibe bereits sicher, geben sie durch ungenaue Pässe wieder her, sodass die Lausitzer zum Ausgleich kommen. Da war er wieder, der Treffer, den Falken-Trainer Michel Zeiter unbedingt vermeiden wollte. „Wir müssen nach einem Tor für uns fokussiert bleiben.“ Das hat die Reihe nicht gemacht, prompt wurde sie bestraft. Bis zum Pausenpfiff haben beide Teams noch kleinere Chancen, es bleibt aber beim 2:2. Wollen die Falken hier gewinnen, müssen sie im Defensivbereich wachsamer und schneller sein, zudem genauere Pässe spielen.

Heilbronner Falken kommen mit Doppelschlag zurück

Die ersten Minuten im zweiten Drittel gehören erneut den Lausitzer Füchsen. Auch, weil es die erste Strafzeit gibt. Gegen die Heilbronner Falken, Lukas Ribarik muss in die Kühlbox. Wieder begünstigt ein Fehler der Unterländer die Hausherren, denn die Gäste bringen den Puck nicht aus der Gefahrenzone, Schwartz steht ganz allein vor Matthias Nemec - und erzielt seinen zweiten Treffer an diesem Abend. Zwei Tore unter tatkräftiger Mithilfe der Heilbronner Falken, das kann nicht wahr sein. Die beste Chance zum Ausgleich vergibt Wruck, der den Puck nur wenige Zentimeter am leeren Tor vorbeispitzelt. Dann aber erneut die Möglichkeit, zurückzukommen. Die Unterländer erhalten Powerplay.

Yannik Valenti erzielt den Anschlusstreffer.

Das spielen sie echt gut, doch dreimal bleibt der Torjubel auf den Lippen hängen. Wruck, Della Rovere und Gervais vergeben aus aussichtsreichen Positionen. Direkt nach dem Überzahlspiel bleibt Della Roveres Schuss am Pfosten hängen, das 3:3 liegt mehrfach in der Luft. Aber das Tor fällt auf der anderen Seite. Ein Konter, die Falken-Stürmer zu langsam in der Rückwärtsbewegung, Überzahlsituation für die Hausherren, 4:2. Kommen die Falken zurück? Die Chance gibt es, doppelte Überzahl für 40 Sekunden. Und dann sogar noch eine Strafe gegen die Hausherren, also zwei Minuten doppelte Überzahl, da muss doch was gehen. Und wie, Valenti trifft mit der Direktabnahme. 3:4 - weiterhin 45 Sekunden einfache Überzahl für die Falken. Und sie machen es erneut. Della Rovere findet zwei Sekunden vor Ablauf der Strafe und 37 Sekunden vor der Drittelpause die Lücke zum Ausgleich.

Heilbronner Falken

Sind die Heilbronner Falken im Schlussdrittel zu Beginn aufmerksamer? Eindeutig ja, denn sie setzen jetzt die Füchse im eigenen Abwehrdrittel unter Druck. Die ziehen ein Foul - Überzahl. Diesmal ohne Folgen, aber die Unterländer haben jetzt etwas Oberwasser. Die Partie wird härter, es gibt eine Strafe gegen Heilbronn. Doch die Defensive steht gut, allerdings haben die Gastgeber zurück in die Partie gefunden. Beide Teams auf Augenhöhe.

So vergeht die Zeit, sowohl die Füchse als auch die Heilbronner Falken mit jeweils einer hochkarätigen Chance, doch beide Keeper auf der Hut. Fünf Minuten vor dem Ende dann Strafe gegen die Hausherren. Auf geht‘s Falken, das ist die Möglichkeit, im Powerplay die Entscheidung herbeizuführen. Aber nein, vor allem die zweite Formation ist zu harmlos, bringt die Scheibe erst gar nicht in Position. Noch zwei Minuten, das riecht nach Verlängerung. Elf Sekunden vor dem Ende gibt es eine Strafzeit gegen Heilbronn - jetzt kann man nur hoffen, dass sich die Falken in die Overtime retten. Das schaffen sie, einen Punkt haben sie auf jeden Fall im Gepäck.

Gervais macht für die Heilbronner Falken alles klar

In der Verlängerung natürlich die Hausherren mit Vorteilen, da sie einen Mann mehr auf dem Eis haben, doch die Heilbronner Falken kämpfen aufopferungsvoll, halten das Unentschieden. Eine Minute vor dem Ende ein Break durch Wruck, aber er scheitert am glänzend aufgelegten Füchse-Goalie. Es kommt zum Penalty-Schießen. Mit dem glücklicheren Ende für die Falken. Gervais sichert den Zusatzpunkt mit gleich zwei verwandelten Strafschüssen. Die Falken entführen zwei Punkte aus der Lausitz und finden langsam Anschluss an die anderen Klubs.

Anfangs hatten wir mit schweren Beinen zu kämpfen

Falken-Trainer Michel Zeiter

„Wir waren vor dem Spiel gewarnt“ erklärt Coach Zeiter. „Anfangs hatten wir mit schweren Beinen zu kämpfen, sind dann aber immer besser ins Spiel gekommen, haben zwei Tore im Mitteldrittel abgeholt - meine Mannschaft einen einen super Job gemacht.“ Und er legt nach: „Sie haben gutes Eishockey gezeigt, auch ein paar kleine Fehler gemacht, am Ende aber verdient den Zusatzpunkt gesichert.“

Rubriklistenbild: © Marc Thorwartl

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