Gegen wen soll man denn eigentlich noch gewinnen?

Heilbronner Falken verlieren auch das Kellerduell bei den Bayreuth Tigers

  • Marc Thorwartl
    vonMarc Thorwartl
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Alles bleibt beim Alten. Das miserable Powerplay und ein verpenntes letztes Drittel sorgen für die vierte Niederlage der Unterländer in Folge.

Weiterhin ohne die Stürmer Justin Kirsch und Pierre Preto müssen die Heilbronner Falken bei den Bayreuth Tigers antreten. Beide Spieler befinden sich nach der Corona-Quarantäne im „Return-to-Play-Modus“, mit ihrer Rückkehr ins Team wird am 3. Januar beim Heimspiel gegen den EV Landshut gerechnet. Zudem fehlen Arno Tiefensee, Jan-Luca Schumacher und Florian Elias, die bei der U20-WM am Start sind. Auch Bryce Gervais und Michael Knaub sind nicht mit von der Partie.

Beim Kooperationspartner Adler Mannheim sind Moritz Wirth, Louis Brune und Yannik Valenti im Einsatz. Außerdem fehlen die Langzeitverletzten Ian Brady und Davis Koch. Trotzdem sind die Heilbronner Falken zum Siegen verdammt. Nach den Pleiten gegen die Löwen Frankfurt oder zuletzt beim ESV Kaufbeuren haben sie den Anschluss zum Rest der Liga verloren. Falken-Trainer Michel Zeiter verspricht: „Wir wollen trotzdem in Bayreuth gewinnen.“ Es bleibt beim Wunsch, die Falken verlieren mit 1:3.

Gefälliges Spiel der Heilbronner Falken

Die Partie geht ohne großes Abtasten los. Beide Teams versuchen, die Oberhand zu gewinnen. Die Heilbronner Falken mit gefälligen Aktionen, eine Direktkombination über Brock Maschmeyer und Tim Miller hätte einen Treffer verdient gehabt. Die Zeit läuft schnell herunter, es gibt kaum Unterbrechungen. Mit dem ersten Powerbreak gibt es auch die erste Strafe. Gegen die Heilbronner Falken, es erwischt Arkadiusz Dziambor. Die Unterzahl können die Heilbronner Falken mit großem Einsatz unbeschadet überstehen. Immer wieder werden die Passwege zugestellt, Schüsse geblockt. Das war gut. Weniger gut dann das Powerplay, das die Falken direkt im Anschluss erhalten. Wegen eines hohen Stocks muss ein Tiger für 2 + 2 Minuten auf die Bank. Vier Minuten Überzahl!

Brock Maschmeyer erzielt die Falken-Führung.

Das Powerplay ist ideenlos, erst 15 Sekunden vor dem Ablauf der Strafe die erste richtige Chance. Die unterbinden die Bayreuther durch ein erneutes Foul. 15 Sekunden doppelte Überzahl. Da fällt das Tor zwar noch nicht, aber kaum sind die Hausherren mit vier Spielern auf dem Eis, findet Maschmeyer die Lücke. 0:1 in der 16. Minute. Kurz danach leistet sich der Torschütze ein Foul, die letzten zwei Minuten im ersten Drittel müssen die Unterländer also in Unterzahl überstehen. Und es kommt noch schlimmer, auch Marcus Götz muss in die Kühlbox, 32 Sekunden doppelte Überzahl für die Hausherren. Zum Glück ohne Folgen, die Pausensirene ertönt.

Heilbronner Falken mit überragendem Keeper Nemec

Auch die restlichen 90 Sekunden der Unterzahl zu Beginn des zweiten Drittels meistern die Heilbronner Falken ohne Gegentreffer. Mit viel Glück, denn ein abgefälschter Schuss klatscht an den Pfosten. Die Unterländer müssen von der Strafbank fernbleiben, denn ewig kann das sonst nicht gutgehen. Dann die ganz große Chance zum 0:2, doch Simon Thiel und Stefan Della Rovere scheitern. In der 26. Minute gibt es eine Strafe. Gegen die Franken. Geht das was? Nein, nicht ein Schuss wird abgefeuert. Dafür läuft Matthias Nemec im Falken-Tor zur Höchstform auf, rettet mit zwei unglaublichen Paraden den knappen Vorsprung Auf der anderen Seite hat Lukas Ribarik die Möglichkeit zum Ausbau der Falken-Führung auf dem Schläger - und scheitert.

Die Partie nimmt an Intensität zu. Beide Teams fast schon mit offenem Visier. Urplötzlich geht sie wieder los, die Zeit der Unsicherheit bei den Heilbronner Falken. Es unterlaufen ihnen Fehlpässe, der Druck der Tigers nimmt zu. Entlastungsangriffe bei den Unterländern immer nur dann, wenn die Top-Reihe um Dylan Wruck auf dem Eis steht. Knapp vier Minuten sind noch zu spielen, für die Gäste wäre es psychologisch so wichtig, mit der Führung in die Kabine zu gehen. 18 Sekunden vor der Pause machen sich sie Hausherren das Leben selbst schwer, sie ziehen eine Strafzeit. Damit starten die Unterländer ins letzte Drittel im Powerplay.

Heilbronner Falken gehen wieder in einem Drittel unter

Das Überzahlspiel? Zum Vergessen, nicht eine Chance spielen sich die Heilbronner Falken heraus. Und es kommt noch schlimmer. Gerade komplett, treffen die Hausherren zum Ausgleich. Jetzt ist Charakterstärke bei den Unterländern gefragt. Wie verdauen sie diesen Nackenschlag? Sie erarbeiten sich eine kleine Chance, Aron Reisz vergibt im Slot. Dann ein kollektiver Tiefschlaf der Falken, ein langer Pass, Querablage, Schuss, Tor. Es steht 2:1 für die Hausherren. Das ist alles viel zu einfach. Kommt es zum Aufbäumen der Gäste? Nein, es fällt das 3:1 für die Franken. Ein Schuss von der blauen Linie findet den Weg ins lange Eck. Drei Gegentreffer in acht Minuten, wieder verpennen die Heilbronner Falken ein Drittel.

Die Bayreuth Tigers jetzt wie im Training. Die Heilbronner Falken fallen in sich zusammen. Dann die letzte Chance, um vielleicht doch nochmals zurückzukommen: Powerplay für die Falken, sieben Minuten vor Schluss. Ein einziger Schuss - und der auch noch von einem Verteidiger, das ist gar nix. Die Schiedsrichter haben ein Einsehen, verhängen die nächste Strafe gegen die Franken. Diese Mal druckvolles Spiel, aber niemand will die Verantwortung übernehmen. Trainer Zeiter verheizt seine Top-Reihe, lässt sie zwei komplette Minuten auf dem Eis. Die letzte Hoffnung auf ein Wunder nimmt Valentino Klos, der zwei Minuten vor Schluss ein unnötiges Foul im Angriffsdrittel begeht und somit müssen die Falken in Unterzahl bis zum Ende spielen. Die Hausherren lassen es auslaufen, bringen den Vorsprung locker über die Zeit. Es werden unruhige Zeiten bei den Unterländern anbrechen.

Rubriklistenbild: © Thorwartl

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