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Vorsitzender des VfR Heilbronn hofft auf Bekenntnis der ehemaligen Zweitliga-Fußballstadt

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Von: Olaf Kubasik

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Onur Celik, Gründer und Vorsitzender des VfR Heilbronn.
Onur Celik hat so viel mit seinem VfR Heilbronn erreicht, will aber viel mehr. © Adnan Altinkaya

Seit seiner Neugründung im Jahr 2018 ist der VfR Heilbronn jedes Jahr aufgestiegen. Bei den Fußball-Fans weckt der Landesligist Erinnerungen, aber auch bei der Stadt?

Diese Niederlage hat weh getan. Richtig weh. Weil es wohl die beste Leistung des VfR Heilbronn in dessen erster Saison in der Fußball-Landesliga Württemberg gewesen ist. Doch die Partie beim Verbandsliga-Absteiger TSV Crailsheim kippt nach einer 2:0-Führung des durch Onur Celik clever wiederbelebten Heilbronner Traditionsvereins, der einst als Zweitligist das sportliche Aushängeschild der Stadt war. Daraufhin hagelt es Häme in den Sozialen Netzwerken. Und die veranlasst den Ersten Vorsitzenden und Gründer letztendlich zu einem klaren Facebook-Statement.

Dabei geht es dem Chef des neuen VfR Heilbronn nicht um Aberkennung der Leistungen des klaren Landesliga-Tabellenführers Türkspor Neckarsulm. Im Gegenteil. Onur Celik erklärt: „Wir sind nach drei Aufstiegen in Folge sehr dankbar, uns jetzt schon mit diesem Unterländer Top-Fußballverein messen zu dürfen.“ Wobei seiner Meinung nach - trotz allen Respekts - auch Frotzeleien zulässig, ja sogar wichtig sind. Wie die seines Torjägers Serdal Kocak, der „vor Selbstbewusstsein strotzend“ das neue Saisonziel seines Klubs sogar etwas nach oben korrigiert.

VfR Heilbronn: Hoffnung auf Aufstieg in Fußball-Verbandsliga besteht weiterhin

Onur Celik entschuldigt sich in seinem Facebook-Statement zunächst dafür, dass sein ambitionierter VfR Heilbronn „im nunmehr 100. Punktspiel seit der Gründung gegen den TSV Crailsheim nicht den 84. Sieg einfahren konnte“. Und fährt damit fort, dass vor der Saison die wenigsten damit gerechnet hätten, „dass wir abermals oben mitspielen werden“. Das machen die Schwarzweißen als Tabellendritter jedoch weiterhin - mit der Hoffnung, in Anbetracht der anstehenden Wochen der Wahrheit „über die Hintertür nachsitzen zu dürfen“. Heißt: zweiter Platz hinter Türkspor, der zur Aufstiegsrelegation berechtigt.

VereinVfR Heilbronn 96/18
Gründung15. März 2018
Erster VorsitzenderOnur Celik
Spielklasse 2022/2023Fußball-Landesliga Württemberg - Staffel 1

Und dann folgt der Appell des VfR Heilbronn an seine Stadt, die einstmals glorreich im großen Fußball mitwirkte - und Menschen auf Bäume klettern ließ, um dessen Spiele zu verfolgen. Onur Celiks verweist auf die widrigen Umstände, mit denen der Verein trotz eines sofortigen Einzugs in die Traditionsstätte Frankenstadion heute noch zu kämpfen hat. Keine Geschäftsstelle, kein Vereinsheim. Im Gegenzug binnen vier Jahren „500 Mitglieder“. Und vor allem „220 Jugendspieler“, von denen die U13 bereits in der höchsten württembergischen Klasse unter anderem gegen den VfB Stuttgart kickt.

Bekannte Heilbronner brechen Lanze für neuen VfR - und fordern Unterstützung der Stadt

Im Gegensatz zu einigen anderen Fußballvereinen möchte der VfR Heilbronn laut Onur Celik auch „über den Sportplatz hinaus zur Geltung kommen“. Deswegen gibt es bereits ganz besondere Fan-Bindungs-Aktionen - und es folgt ein weiteres VfR-Bekenntnis gegenüber Medienpartner echo24.de: „Wir wirtschaften vernünftig und legen das auch offen, denn wir wollen jeden in unseren Bann ziehen - und das garantiert nicht mit der finanziellen Brechstange, sondern mit mehr Rückenwind von Seiten der Stadt Heilbronn.“

Reaktionen folgen prompt. Steffen Ueltzhöfer, der in der Region sechs Edeka-Märkte führt und den VfR Heilbronn unterstützt, schreibt „in Hoffnung auf Oberliga-Fußball“: „Für die Kultur eines Vereins mit Jugendarbeit und Visionen braucht es Unterstützung von Freunden und der Stadt, aber auch einer Heimatadresse.“ Aufbaugilde-Geschäftsführer Hannes Finkbeiner fordert indes Rückenwind auf organisatorischer, finanzieller und ideeller Ebene für die rührigen Macher: „Sonst wird das Frankenstadion wieder zur beschaulichen und verstaubten Erinnerungsstätte - und zu einem teuren, verwaisten Sportdenkmal an der Badstraße.“

VfR Heilbronn und Türkspor Neckarsulm im Einklang: Rückspiel wird ein Landesliga-Fußballfest

Und sogar vom fast schon sicheren Verbandsliga-Aufsteiger Türkspor Neckarsulm gibt es Freundschaftssignale in Richtung des VfR Heilbronn. Osman Gümüsay, der sein Herz auf dem rechten Fußball-Fleck trägt, wünscht dem Daueraufsteiger in den Sozialen Netzwerken stets Platz zwei. Und ein tolles, friedfertiges Fußballfest. Vor allem dann, wenn am 26. November sein Türkspor Neckarsulm - nach dem 4:0-Sieg daheim - um 14 Uhr Gast in Heilbronn sein wird. Für Onur Celik sind solche Worte wie Balsam auf der Seele. Er rechnet mit 2.000 Zuschauern oder „gerne mehr“. Zu Ehren des fast schon jetzt feststehenden Meisters, aber vielleicht auch seines Vizes...

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