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VfB Stuttgart: Vereinsgeschichte, Erfolge, Niederlagen – alle Infos

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Von: Dominik Jahn

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VfB Stuttgart: Der Traditionsverein hat eine erfolgreiche und bewegte Vergangenheit und Gegenwart. Alle Infos und Hintergründe im Überblick.

Der VfB Stuttgart hat in der Saison 2021/2022 den 15. Platz in der Fußball-Bundesliga belegt. Die Mannschaft von Trainer Pellegrino Matarazzo schaffte dabei erst am letzten Spieltag den sicheren Klassenerhalt. Wataru Endo erzielte in der 92. Minute gegen den 1. FC Köln den entscheidenden Siegtreffer.

VfB Stuttgart kämpft mit Datenskandal und Machtkampf

Abseits des Feldes steckte der VfB Stuttgart in der Saison 2020/2021 im Datenskandal und im Machtkampf um das Amt des Präsidenten fest. Seit Ende 2020 belasten den Aufsteiger die Querelen auf der Führungsebene. Im Februar 2021 erreichte die Krise bisher ihrem Höhepunkt.

VfB Stuttgart
Manager:Thomas Hitzlesperger
Stadion:\tMercedes-Benz Arena
Gründung:\t9. September 1893, Stuttgart
Präsident:\tClaus Vogt
Kapazität:\t60.449

In der Saison 2018/2019 musste der VfB noch nach einer dramatischen Relegation den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga verkraften. Im Duell mit Union Berlin kamen die Schwaben im Heimspiel nur zu einem 2:2. Das 0:0 in Berlin war dann zu wenig für den Klassenerhalt. 

VfB Stuttgart: Hauptsitz und Mitgliederzahl

Der VfB Stuttgart - Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e. V. - hat seinen Sitz in Stuttgart im Stadtbezirk Bad Cannstatt. Der VfB gehört zu den zehn größten Sportvereinen in Deutschland und ist der größte in Baden-Württemberg. Am bekanntesten ist die Fußballabteilung. Mehr als 68.000 Mitglieder gehören dem VfB Stuttgart an.

Stuttgart und der vfb stuttgart
Der VfB Stuttgart hat seinen Sitz im Stadtbezirk Bad Cannstatt. © picture alliance / Thomas Muncke | Thomas Muncke

VfB Stuttgart: Geschichte, Gründung

Im Jahr 1893 wird am Stöckach der FV Stuttgart gegründet. Entstanden ist der Verein durch die Cannstatter Jugendlichen, die sich beim Fußball am Spiel überwiegend englischen Schüler - aus Internaten - mit einem Rugby-Ei beim nahegelegenen Veielbrunnen orientiert haben. 

Der Fußballverein Stuttgart wurde am 9. September 1893 im Gasthaus „Zum Becher“ in der Kernerstraße (heute Urbanstraße) gegründet und hatte 20 Gründungsmitglieder. Hauptziel des Vereins ist es, Rugby zu spielen und Wettkämpfe zu veranstalten. Schnell wird der FV Stuttgart führend im Rugby in Württemberg. 1894 kommen dann noch die Leichtathleten dazu. 1897 gründet sich dann der Kronenklub Cannstatt. 

Die Mannschaft wird auch FC Krone genannt und spielt von Beginn an den sogenannten Association Football - Vorgänger des heutigen Fußballs. Bis 1908 wird am Cannstatter Wasen nahe der König-Karls-Brücke gespielt. Leider störten immer wieder Überschwemmungen den Spielbetrieb. Die Kronenklub-Mitglieder bauen daher aus eigenen Mitteln eine neue Anlage in Münster. 

Für den FV Stuttgart läuft es sportlich hervorragend. 1909 steht man im Finale um die deutsche Rugby-Meisterschaft gegen den FC Hannover. Das Spiel geht mit 3:6 verloren. Seit 1908 hat man bei FV damit angefangen sich auch auf Fußball zu konzentrieren.

VfB Stuttgart: Fusion zum heutigen Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e. V.

Herbst 1911 und Frühjahr 1912 geht es um den Aufstieg in die damals höchste Spielklasse - Südkreisliga. Das große Problem für den FV Stuttgart, man hat keine passende Spielstätte und zu wenig Spieler für die Zukunft. Der Kronen-Klub wiederum ist sportliches Mittelmaß, hat aber eine Spielstätte. Am 2. April 1912 vereinigten sich beide Klubs zum Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e. V.. Das Vereinswappen damals: Die drei Hirschgeweihe auf gelbem Hintergrund aus dem Wappen Württembergs. Vereinsfarben werden weiß und rot, die Stadtfarben von Bad Cannstatt.

Wappen des vfb stuttgart
Das Traditionswappen des VfB Stuttgart © picture alliance / Herbert Rudel | Herbert Rudel

Der Aufstieg des Vereins

In den folgenden drei Jahren ging es für den VfB Stuttgart in der Südkreisliga immer nur gegen den Abstieg. Der Erste Weltkrieg legte dann das sportliche Leben nahezu lahm. Das letzte Freundschaftsspiel fand am 1. August 1914 statt. In den 1920ern ging es dann mit den Mitgliederzahlen wieder schnell bergauf. Viele Jugendliche waren im Verein aktiv. 

Nur der Platz in Münster wurde für den VfB Stuttgart ungeeignet, da er abseits der Anhängerschaft Das Rugbyfeld wurde im Ersten Weltkrieg zudem landwirtschaftlich genutzt und konnte demnach ebenfalls nicht mehr als Spielfeld genutzt werden. Nach dem Krieg wurde der Exerzierplatz auf dem Cannstatter Wasen nicht mehr genutzt und die Idee zur Rückkehr nach Bad Cannstatt entstand. 

1919 wurde der Platz dann eröffnet. Bis zur Eröffnung der heutigen Mercedes-Benz Arena 1936 blieb er die Heimspielstätte des VfB Stuttgart. 1933 wurde der Verein Süddeutscher Pokalmeister. 1935 wieder Württembergischer Meister. 

Zweiter Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg hatte gravierende Auswirkungen auf das Vereinsleben. Sehr häufig war Stuttgart Ziel von Bombenangriffen. Auch das Vereinsgelände das VfB wurde schwer getroffen, nachdem viele Sprengladungen militärische Ziele wie die anvisierte Eisenbahnlinie oder das Daimler-Benz-Werk verfehlten. Der Zweite Weltkrieg stellte eine Zäsur für den Verein dar. Die eigenen Sportanlagen waren weitestgehend zerstört, viele Vereinsmitglieder waren im Krieg gefallen. Gegen eine Cannstatter Auswahl trug der VfB Stuttgart am 15. Juli 1945 sein erstes Spiel nach Kriegsende aus. 

Im Gasthaus Krone in Fellbach wurde am 13. Oktober 1945 unter Mitwirkung von VfB-Präsident Fritz Walter die süddeutsche Oberliga gegründet. Bereits am November 1945 konnte der VfB unter dem Vorsitz von Walter gleich die erste süddeutsche Meisterschaft der Nachkriegszeit gewinnen. Mit 42 Treffern war Robert Schlienz der Torschützenkönig. 

Robert Schlienz
Robert Schlienz beim VfB Stuttgart. Vermutlich 1955. © picture alliance / dpa | Adolf Castagne

Die Oberliga gewann schnell an Popularität bei den Fans. Die Vereine konnten durch die Zuschauer Geld einnehmen. Der VfB Stuttgart nahm in der Region eine immer wichtigere Rolle ein. Viele Jugendliche wollten für den Verein spielen. Zwar kam es 1948 zur Einführung des Vertragsspielerstatuts, doch leben konnten die Spieler von den damaligen Gehältern nicht. 

Erfolge des VfB Stuttgart:

Der Pokal 1954 und weitere Erfolge und Misserfolge zwischen 1955 und 1960

Nach der süddeutschen Meisterschaft 1954 scheiterte der VfB Stuttgart in der Vorrunde um die deutsche Meisterschaft. Gefeiert wurde trotzdem. Der VfB erreiche in diesem Jahr zum ersten Mal das Finale des DFB-Pokals. Gegen den 1. FC Köln erzielte Erwin Waldner auf Vorlage von Robert Schlienz das entscheidende Tor. Der VfB Stuttgart wurde erstmalig DFB-Pokalsieger.

Weitere Erfolge und Misserfolge des VfB Stuttgart zwischen 1955 und 1960:

In den folgenden Jahren konnte der VfB Stuttgart nicht mehr an die Erfolge anknüpfen. Der Verein verlor an Bedeutung im süddeutschen Fußball. In der letzten Oberliga-Saison 1962/63 schaffte es der VfB gerade so auf den sechsten Platz. Es war lange ungewiss, ob der VfB der neuen Bundesliga angehören würde.

VfB Stuttgart als Gründungsmitglied der Bundesliga - Abstieg 1975

Am 6. Mai 1963 bekam der VfB endgültig die Bestätigung für die Zugehörigkeit zur Bundesliga. Damit zählt der Verein zu den 16 Gründungsmitgliedern. Da sich Stuttgart bis 1968 nur noch im Mittelfeld der Liga befunden hatte, forderten immer mehr ein modernes Management beim VfB - weg vom Ehrenamt. 1971 war dann Günter Sawitzki der letzte Spieler des VfB, der nebenbei einen Beruf ausübte. 

Gerhard Mayer-Vorfelder
1976/1977 - Gerhard Mayer-Vorfelder als Präsident des VfB Stuttgart © picture alliance / Pressefoto Rudel | Herbert Rudel

1973 schaffte es der VfB Stuttgart in den UEFA-Pokal und konnte 1974 erstmals das Halbfinale erreichen. Dort schied der Verein gegen Feyenoord Rotterdam aus. 1975 wurde Gerhard Mayer-Vorfelder (2015 verstorben) zum neuen Präsidenten gewählt. Zu diesem Zeitpunkt stand der VfB auf einem Abstiegsplatz - und musste am Ende in die 2. Liga. UND es wurde noch schlimmer: Es reichte in der 2. Liga lediglich zu Platz 11.

VfB Stuttgart in den Jahren von 1976 bis 1992

Für die Saison 1976/77 wurde Jürgen Sundermann Trainer des VfB Stuttgart. Finanzielle Nöte zwangen die Schwaben dazu, auf junge Spieler zu setzen. Mit Erfolg! Es gelang der Aufstieg in die Bundesliga. Ottmar Hitzfeld hat im Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg sechs Treffer erzielt - bis heute ein Rekord! 

Weitere Erfolge bis 1992:

Jürgen Klinsmann
1988 - FC Bayern München gegen VfB Stuttgart (3:3): Jürgen Klinsmann im Einsatz für den VfB. © picture alliance / Pressefoto Rudel | Herbert Rudel

Bekannteste Spieler der Zeit: Müller, Karlheinz und Bernd Förster, Karl Allgöwer, Dieter Hoeneß, Hermann Ohlicher und Helmut Roleder. Außerdem: Guido Buchwald, Jürgen Klinsmann, Sigurvinsson oder Eike Immel. 

VfB Stuttgart: Der Absturz von der Spitze bis zum Kampf gegen den Abstieg - 1992 bis 2001

Von 1992 bis 1995 qualifizierte sich der VfB Stuttgart nicht mehr für den Europacup. 1993 wurde Trainer Christoph Daum entlassen. Bereits 1995 setzte. Gerhard Mayer-Vorfelder auch Daum-Nachfolger Jürgen Röber und Manager Dieter Hoeneß vor die Tür. In der Saison 1995/1996 kam erstmals das „Magische Dreieck“ zum Einsatz. 

Krassimir Balakow, Giovane Élber und Fredi Bobic begannen für den VfB Stuttgart zu Zaubern. Gezündet haben die drei Profis des VfB Stuttgart aber erst unter Trainer Joachim Löw. 1997 konnten die Schwaben durch einen 2:0-Sieg im Finale in Berlin gegen den damaligen Regionalligisten Energie Cottbus den DFB-Pokal gewinnen.

1998 steht der VfB Stuttgart im Finale des Europapokals der Pokalsieger in Stockholm. Die Partie ging mit 0:1 gegen Chelsea London verloren. Trainer Joachim Löw musste nach der Saison 1998 gehen - der Vertrag wurde nicht verlängert. Winfried Schäfer wurde verpflichtet. Der Trainerwechsel blieb ohne den erhofften Erfolg. Schäfer musste noch im selben Jahr wieder gehen. Es folgte ein wildes Trainer-Karussell.  Innerhalb eines Kalenderjahres wurden fünf Trainer beschäftigt:

Der sportliche Misserfolg und die finanzielle Schieflage durch zahlreiche Fehleinkäufe und hoch dotierte Verträge führten im Juni 1999 dazu, dass der Aufsichtsrat des VfB Stuttgart Gerhard Mayer-Vorfelder das Misstrauen aussprach und ankündigte, eine Wiederwahl des Präsidenten im folgenden Jahr nicht mitzutragen. Im Jahr 2000 verließ er den Verein freiwillig und wurde Präsident des DFB. Manfred Haas wurde im Oktober 2000 zum Nachfolger gewählt.

VfB Stuttgart und die Jahre rund um „die jungen Wilden“

Finanzielle Schwierigkeiten zwangen den VfB Stuttgart dazu auf die eigene Jugend zu bauen. Damit war der Weg frei für Spieler wie Andreas Hinkel, Kevin Kurányi, Timo Hildebrand oder Aljaksandr Hleb. Die Schwaben-Youngster verdienten sich rasch den Beinamen „die jungen Wilden“. 

Die Truppe zeigte begeisternden und erfolgreichen Fußball. 2002 ging es über den UI-Cup in den UEFA-Pokal. UND: In der Saison 2002/03 war die Mannschaft zudem am Ende überraschend Vizemeister hinter dem FC Bayern München und qualifizierte sich erstmals für die Champions League. In der Champions League. konnte der VfB Stuttgart 2003/2004 dann 2:1-Sieg gegen Manchester United feiern und erreichte das Achtelfinale gegen den FC Chelsea - da war dann Schluss. (0:1 zuhause, 0:0 auswärts). 

 Giovanni Trapattoni als Trainer beim VfB Stuttgart
2005 - Giovanni Trapattoni als Trainer beim VfB Stuttgart. © picture-alliance/ dpa/dpaweb | Arne Dedert

Erfolgs-Trainer Felix Magath wechselte im Sommer 2004/2005 zum FC Bayern München. Es folgte Matthias Sammer. In dieser Spielzeit schaffte der VfB Stuttgart noch einen UEFA-Cup-Platz, überzeugte aber nicht wirklich. Sammer musste wieder gehen. Sein Nachfolger wurde im Sommer 2005 Giovanni Trapattoni. Es kam vor der Saison 2005/2006 zu einem großen Umbruch in der Mannschaft. 

Beim VfB verabschiedeten sich zahlreiche Leistungsträger:

Es kamen allerdings auch neue Hoffnungsträger nach Stuttgart:

Für Trainer Giovanni Trapattoni hat es am Ende nicht gereicht. Der sportliche Erfolg blieb aus. Anfang Februar 2006 war Schluss für den Italiener. Weiter ging es beim VfB Stuttgart mit Armin Veh als neuen Cheftrainer. Erfolgreich verlief die Saison 2005/2006 nicht mehr. Wieder gab es einen großen Umbruch.

VfB Stuttgart: Die Zeit von Gomez und Co. ist gekommen - Deutscher Meister 2007

Nach zehn Jahren beim VfB beendete Kapitän Zvonimir Soldo seine Karriere. Andreas Hinkel packte nach 14 Jahren im Verein seine Kofffer. Wieder griffen die jungen Spieler beim VfB Stuttgart an. 2006/2007 war dann die Zeit gekommen für Mario Gómez, Serdar Tasci und Sami Khedira. Außerdem konnten die Schwaben wieder etwas in Spieler investieren.  Pável Pardo, Ricardo Osorio oder Antônio da Silva wurden verpflichtet.

Nach schwachem Saisonstart konnte der VfB Stuttgart mit Trainer Armin Veh auch 2006 erfolgreich weiter spielen. Die Mannschaft knüpfte an die Erfolge der Jahre 2002 bis 2004 an. Im November übernahm der VfB nach einem 2:1-Sieg bei Hannover 96 erstmals seit fast zwei Jahren wieder die Tabellenspitze.

Durch die Art und Weise des Auftretens bekam die Mannschaft in den Medien den Beinahmen „junge Wilde II“. Mit dem vorletzten Spieltag in der Bundesliga kletterte der VfB Stuttgart zum zweiten Mal in dieser Spielzeit auf Platz eins der Tabelle - zwei Punkte vor dem FC Schalke 04. Die Schwaben gewannen auch das letzte Heimspiel mit 2:1 gegen Energie Cottbus und sicherten sich so den Deutschen Meistertitel 2007.

VfB Stuttgart wird Deutscher Meister
2007 - VfB Stuttgart wird Deutscher Meister © picture alliance / Pressefoto Rudel | Robin Rudel

Und auch im DFB-Pokal stand die Mannschaft von Trainer Armin Veh im Finale in Berlin. Das Double war zum greifen nahe. Die Partie im Berliner Olympiastadion ging jedoch am 26. Mai 2007 mit 2:3 nach Verlängerung gegen den 1. FC Nürnberg verloren.

Der VfB in der Champions League und als Meister im freien Fall

In der Champions League 2007/2008 hatte der VfB Stuttgart gegen die Glasgow Rangers, den FC Barcelona und gegen Olympique Lyon keine Chance. Mit nur einem Sieg in der Gruppenphase war Schluss. Und auch in der Fußball-Bundesliga lief es in der Saison 2007/2008 nicht gut. Der amtierende Deutsche Meister stürzte auf Platz 14 ab. Lediglich zehn Punkte nach zehn Spieltagen waren zu wenig. Danach gelang eine kleine Wende. Am Ende landete der VfB auf Platz sechs. Über den UI-Pokal schaffte man die Qualifikation für den UEFA-Pokal 2008/2009. Im DFB-Pokal war nach einer 6:7-Niederlage gegen Carl Zweiss Jena im Elfmeterschießen Schluss.

2008/2009 ging es schlecht weiter für den VfB Stuttgart. Nach 14 Spieltagen stand man mit nur 18 Punkten auf Platz 11. Trainer Armin Veh musste gehen. Eine Wende traute man ihm dieses Mal nicht zu. Es folgte Markus Babbel. Er führte den Verein am Ende auf den 3. Platz. Damit konnte der VfB in der Saison 2009/2010 erneut  Champions League spielen.

 Im DFB-Pokal schied man im Achtelfinale durch eine deutliche 1:5-Heimniederlage gegen Bayern München aus. Schluss nach derm Achtelfinale hieß es im UEFA-Pokal nach einer Niederlage gegen Zenit St. Petersburg.

VfB Stuttgart: Weiterer Niedergang von 2009 bis 2019

2009 verliert der VfB Stuttgart mit Mario Gomez den Top-Torjäger der letzten Jahre. Hoffnungsträger auf die Nachfolge war der russische Nationalstürmer Pawel Pogrebnjak. Außerdem wurde Aliaksandr Hleb auf Leihbasis nach Stuttgart zurückzuholen. Er war den vier Jahre zuvor bei Arsenal London und dem FC Barcelona.

Dem VfB Stuttgart gelang es in dieser Spielzeit sich international durch die Champions-League-Qualifikation für die Gruppenphase der Königsklasse zu qualifizieren. Der VfB wurde Gruppenzweiter und traf im Achtelfinale auf Titelverteidiger FC Barcelona. Nach einem 1:1 und 0:4 war aber Schluss. Und auch im DFB-Pokal gab es ein schnelles Aus - Pleite gegen die SpVgg Greuther Fürth im Achtelfinale.

Die Bundesliga-Saison 2009/10 verlief enttäuschend. Nach dem 15. Spieltag wurde Markus Babbel entlassen. Der VfB Stuttgart stand auf einem Abstiegsrang. Nachfolger wurde der erfahrenere Schweizer Christian Gross. In der Winterpause verließen mehrere Spieler den Verein: Thomas Hitzlsperger, Ludovic Magnin und Jan Šimák. Immerhin: Der VfB konnte als beste Rückrundenmannschaft noch Platz 6 erreichen... und damit sich für die Teilnahme an der Europa League 2010/11 qualifizieren.

Mit der Saison 2010/2011 wechselte  Vorstand Sport Horst Heldt zum FC Schalke 04. Nachfolger wurde der frühere VfB-Stürmer Fredi Bobic. Er wurde Sportdirektor. Der Kader wurde komplett überarbeitet. Abgänge: Jens Lehmann, Sami Khedira, Aljaksandr Hleb, Ricardo Osorio und Roberto Hilbert. Neuverpflichtungen:  Christian Gentner, Mauro Camoranesi, Philipp Degen, Martin Harnik und Johan Audel.

Nächste Trainer-Entlassung nach nur 7 Spieltagen. Für Gross war mit Platz 18 und 3 Punkten Schluss beim VfB Stuttgart.  Der bisherige Co-Trainer Jens Keller wurde danach neuer Cheftrainer. Der Erfolg blieb aber aus. Auch Keller musste gehen. Es folgte am 12. Dezember 2010 Bruno Labbadia. Er rettete den Verein von Platz 17 auf Platz 12.

Die Mercedes-Benz-Arena wurde in ein reines Fußball-Stadion umgebaut und der VfB Stuttgart kam mit seinen Neuzugängen - William Kvist, Maza und Ibrahima Traoré - zur Winterpause auf 22 Punkte. Im Januar 2012 wurde dann noch Vedad Ibišević und Gōtoku Sakai verpflichtet. Am Ende landete der VfB auf Platz sechs mit 53 Punkten und qualifizierte sich für Playoffs der UEFA Europa League 2012/13.

Im DFB-Pokal stand der VfB 2013 im Endspiel gegen den FC Bayern München. Die Schwaben verloren 2:3. ABER: Nachdem der FC Bayern in dieser Saison Deutscher Meister und auch Pokalsieger war, stand die Teilnahme an der  UEFA Europa League 2013/14 fest. In der Bundesliga wurde der VfB am Ende dann Zwölfter. In der Europa League ging es nach der Gruppenphase, zunächst noch gegen KRC Genk erfolgreich weiter. Im Achtelfinale war gegen Lazio Rom aber Schluss.

Im April 2013 wurde Fredi Bobic als Vorstand Sport in den Vereinsvorstand berufen. Und im Juli 2013 schlug der Aufsichtsrat des VfB Stuttgart Bernd Wahler zur Wahl zum Vereinspräsidenten bei der Mitgliederversammlung am 22. Juli 2013 vor - er wurde mit 97,4 % der Stimmen gewählt. AUßERDEM: Das Traditionswappen, das bereits von 1949 bis 1994 offizielles Vereinswappen war, sollte zur Saison 2014/15 erneut zum offiziellen Vereinsemblem werden.

VfB Stuttgart kehrt zum Traditionswappen zurück.
VfB Stuttgart kehrt zum Traditionswappen zurück. © picture alliance / dpa | Marijan Murat

Sportlich gab‘s wieder Veränderungen. Mit drei Pleiten an den ersten drei Spieltagen der Bundesligasaison 2013/14, war am 26. August 2013 für Cheftrainer Bruno Labbadia Schluss beim VfB Stuttgart. U17-Trainer Thomas Schneider übernahm.

Erfolgreich wurde es aber nicht beim VfB. Im DFB-Pokal verabschiedete man sich in der zweiten Runde mit einem 1:2 gegen den SC Freiburg. In der Europa League kam das Aus in den Playoffs gegen den HNK Rijeka. Und am 9. März 2014 war dann für Trainer Schneider bereits alles wieder vorbei beim VfB. Es folgte Huub Stevens.

So ging es 2014 weiter:

Der VfB Stuttgart und die Saison 2014/2015 und 2015/2016 - der Abstieg und der Aufstieg

Neuer Cheftrainer wurde Alexander Zorniger. Am 13. Spieltag stand man nach einer 0:4-Heimniederlage gegen den Abstiegskonkurrenten FC Augsburg mit 10 Punkten auf Platz 16 der Tabelle - Zorniger wurde beurlaubt. Das Trainer-Karussell des VfB Stuttgart konnte wieder nicht angehalten werden. Unter erst Interims- und später zum Cheftrainer Jürgen Kramny rauschte der verein von Platz 10 auf den 17. Platz. Am Ende stand der zweite Abstieg in der Vereinsgeschichte. Kramny war wieder weg.

VfB Stuttgart stand nach Ende der Hinrunde auf dem dritten Rang. Die Saison beendete der VfB aber schließlich auf dem ersten Tabellenplatz und stieg am 21. Mai 2017 nach einem 4:1-Erfolg über die Würzburger Kickers wieder direkt in die Bundesliga auf.

Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 1. Juni 2017 in der Mercedes-Benz-Arena stimmten die Mitglieder mit 84,2 % für eine Ausgliederung der Fußballsparte vom Hauptverein in eine Aktiengesellschaft. Um diesen Beschluss gibt es ab September 2020 einen Datenskandal der den Verein erschüttert und vor eine Zerreißprobe stellt.

Der VfB Stuttgart zurück in der Bundesliga 2017/2018 und Abstieg 2019

Es ging nicht gut los beim VfB Stuttgart. Unruhe auf der Führungsebene. 4. August 2017, Sportvorstand Jan Schindelmeiser wurde von seinen Aufgaben entbunden. Es folgte Michael Reschke. Reschke kam vom FC Bayern München und war dort als Technischer Direktor tätig.

Und auch der Trainer bekam Probleme.  Am 28. Januar 2018, nach zuvor acht Niederlagen in neun Pflichtspielen, wurde Trainer Hannes Wolf entlassen. Bereits einen Tag danach folgte Tayfun Korkut als Cheftrainer mit einem Vertrag bis 2019. Der Klassenerhalt konnte vom VfB Stuttgart am 31. Spieltag abgehakt werden. Am Ende stand Platz 7 und 51 Punkte. Damit verpasste der VfB die Qualifikation zur Europa League knapp.

2018/2019 ging bitter los für den VfB Stuttgart. Im DFB-Pokal setzte es eine Pleite in der ersten Runde gegen Drittligist Hansa Rostock. Nach Spieltag sieben und dem letzten Tabellenplatz, trennte sich der Verein von Trainer Tayfun Korkut. Nachfolger wurde Markus Weinzierl.

Das VfB-Aufstiegsjahr 2019/2020

Bevor der VfB Stuttgart die Mission Wiederaufstieg angehen konnte gab es auf der Führungsebene große Unruhen. Auf der Mitgliederversammlung am 14. Juli 2019 stand ein Antrag zur Abwahl von Präsident Wolfgang Dietrich auf der Tagesordnung. Durch technische Probleme konnte eine Abstimmung nicht stattfinden. Am folgenden Tag trat Dietrich zurück. Claus Vogt wurde am 15. Dezember 2019 zum neuen Präsidenten des VfB Stuttgart gewählt.

VfB Stuttgart Trainer Pellegrino Matarazzo
Pellegrino Matarazzo ist seit Januar 2020 Trainer des VfB Stuttgart. © pda/Sebastian Gollnow

Sportlich lief‘s auch nicht rund. Nach der Vorrunde stand der VfB Stuttgart nur auf dem dritten Platz. Zu wenig. Der Verein trennte sich von Trainer Walter. Neuer Cheftrainer wurde ab Januar 2020 Pellegrino Matarazzo. Nach einem 6:0-Auswärtssieg gegen den 1. FC Nürnberg am vorletzten Spieltag 2019/20 war der VfB Stuttgart mit drei Punkten Vorsprung vor Heidenheim und einer deutlich besseren Tordifferenz nur noch theoretisch einholbar. Der Wiederaufstieg war geschafft.

Der VfB Stuttgart in der Fußball-Bundesliga: Saison 2020/2021

Sportlich konnte man beim VfB Stuttgart relativ entspannt auf die Bundesliga-Saison 2020/2021 schauen. Die Mannschaft von Trainer Pellegrino Matarazzo erreichte am Ende den neunten Platz. Dabei war der VfB sogar bis zum 34. Spieltag noch mit dabei im Rennen um eine Teilnahme an der neu gegründeten Europa Conference League. Zum Ende der Spielzeit gab’s dann aber eine 0:2-Heimniederlage gegen Arminia Bielefeld.

Skandale und Machtkampf beim VfB Stuttgart im Jahr 2021

Abseits des Fußballplatzes gab es allerdings wieder etliche Unstimmigkeiten im Verein. Nachdem das Fachmagazin kicker im September einen brisanten Artikel mit dem Titel „VfB: E-Mails mit Mitgliederdaten an Dritte.“ veröffentlicht hatte, nahm das Unheil beim VfB Stuttgart seinen Lauf. Laut dem Bericht sollen der damalige VfB-Kommunikationschef Oliver Schraft und weitere leitende Mitarbeiter dem PR-Unternehmer Andreas K. Schlittenhardt und dessen Agentur Mitgliederdaten zur Verfügung gestellt haben. Damit soll das Unternehmen dann sogenanntes „Guerilla-Marketing“ betrieben haben – ohne Wissen der Mitglieder

Der Vorfall bezieht sich auf das Jahr 2016. Beim VfB Stuttgart war man dann unter Präsident Claus Vogt zusammen mit der AG unter dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Hitzlsperger bemüht, die Sachlage aufzuklären. Man beauftragte in separaten Mandaten die Berliner Kanzlei esecon mit der Aufklärung der Affäre. 

VfB Stuttgart: Machtkampf zwischen Hitzlsperger und Vogt

Im Laufe der intensiven Arbeiten rund um die Ermittlungen traten immer mehr Unstimmigkeiten zwischen Präsident Claus Vogt und dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Hitzslperger zutage. Einen Höhepunkt erreichte der Streit beim VfB Stuttgart, als Hitzlsperger für das Amt des Präsidenten kandidierte.

Hitzlsperger begründete den Schritt in einem offenen Brief, in dem er dem amtierenden Präsidenten zahlreiche Versäumnisse vorwarf. Vogt widersprach diesen, ebenfalls in einem offenen Brief. Für die Öffentlichkeit war es zunehmend schwieriger einen Überblick zur Führungskrise beim VfB zu bekommen: Machtkampf, Datenskandal, echte Chaos-Tage.

Hitzelsperger verlässt den VfB Stuttgart: Alexander Wehrle übernimmt

Im März 2021 war der Machtkampf zwischen Thomas Hitzlsperger und Claus Vogt beendet. Der Streit wurde offiziell beigelegt. Im September 2021 gab dann der Vorstandsvorsitzende und Sportvorstand Hitzlsperger bekannt, dass er seinen Vertrag beim VfB Stuttgart nicht verlängern werde. Gründe nannte er nicht. Am 21. März 2022 hat dann Alexander Wehrel die Posten übernommen.

VfB Stuttgart und die Bundesliga-Saison 2021/2022

Zu Beginn der Saison 2021/2022 sah es gut aus für den VfB Stuttgart in der Bundesliga. Der 5:1-Auftaktsieg gegen Greuther Fürth sorgte für viel Euphorie. Doch im Laufe der Spielzeit wurde die Stimmung immer schlechter rund um die Schwaben. Die Mannschaft von Trainer Pellegrino Matarazzo rutschte in den Tabellenkeller ab.

Bis zum letzten Spieltag kämpfte der VfB Stuttgart um die Relegation beziehungsweise um den sicheren Klassenerhalt. Den Verbleib in der Fußball-Bundesliga schaffte der VfB dann tatsächlich erst am letzten Spieltag in der Nachspielzeit. Gegen den 1. FC Köln gelang ein 2:1-Sieg mit einem Treffer von Kapitän Wataru Endo in der 92. Minute. Parallel dazu verlor Hertha BSC Berlin mit 1:2 gegen Borussia Dortmund. Die Hertha musste in die Relegation und schaffte dort den Klassenerhalt.

VfB Stuttgart und eine kleine Übersicht zu den Trainern

TrainerZeitraumErfolge
Georg Wurzer (*31.01.1907; †1982)\t1939 bis 1960\tDeutscher Meister (1950, 1952), Deutscher Vizemeister (1953), DFB-Pokalsieger (1954, 1958)
Jürgen Sundermann (*25.01.1940)\t1976 – 1979, 1980 – 1982, 1995\tMeister 2. Bundesliga (1977), Deutscher Vizemeister (1979), UEFA-Pokal Halbfinale (1980)
Helmut Benthaus (*05.06.1935)\t1982 – 1985\tDeutscher Meister (1984)
Arie Haan (*16.11.1948)\t1987 – 1990\tUEFA-Pokal Finale (1989)
Christoph Daum (*24.10.1953)\t1990 – 1993\tDeutscher Meister (1992), Deutscher Supercup (1992)
Joachim Löw (*03.02.1960)\t1996 – 1998\tDFB-Pokalsieger (1997), DFB-Ligapokal Finale (1997, 1998), Europapokal Finale (1998)
Ralf Rangnick (*29.06.1958)\t1999 – 2001\tUI-Cup-Sieger (2001)
Felix Magath (*26.07.1953)\t2001 – 2004\tDeutscher Vizemeister (2003)
Armin Veh (*01.02.1961)\t2006 – 2008, 2014\tDeutscher Meister (2007), DFB-Pokal Finale (2007), UI-Cup-Sieger (2008)
Thomas Schneider (*24.11.1972)\t2013 – 2014\tDFB-Pokal Finale (2013)
Huub StevensMärz 2014 - Juni 2015
Alexander ZornigerJuli 2015 - November 2015
Jürgen KramnyNovember 2015 - Juni 2016
Jos LuhukayJuni 2016 - September 2016
Hannes Wolf (*15.04.1981)\t2016 – 2018\tMeister 2. Bundesliga (2017)
Tayfun KorkutJanuar 2018 - Oktober2018
Andreas HinkelOktober 2018
Markus WeinzierlOktober 2018 - April 2019
Nico WilligApril 2019 - Juni 2019
Tim WalterJuli 2019 - Dezember 2019
Pellegrino MatarazzoDezember 2019 -Aufstieg in die Bundesliga 2020

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