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VfB-Sponsor EnBW verlängert und steht in der Kritik

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Von: Tobias Becker

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Der VfB Stuttgart hat im August eine langjährige Partnerschaft verlängert. Der in die Kritik geratene Energie-Riese EnBW setzt sich beim Fußball-Bundesligist ein. Derweil leidet der VfB extrem unter den Kosten der Energiekrise.

Die Bundesliga-Saison ist für den VfB Stuttgart bislang durchwachsen gestartet - zumindest sportlich. Nach dem Unentschieden gegen Leipzig (1:1) gab es das Last-Minute-Remis gegen Bremen (2:2) und die Derby-Niederlage gegen den SC Freiburg. Besser läuft es abseits des Platzes. Dort vermeldete der Bundesligist schon Anfang August, dass die Partnerschaft mit Energie-Riese EnBW weitergeht.

VereinVfB Stuttgart
Gründung09.09.1893
Mitglieder75.000
StadionMercedes-Benz Arena
LigaBundesliga
TrainerPellegrino Matarazzo

VfB Stuttgart und EnBW: Lange Partnerschaft, neue Wege

Das Karlsruher Energie-Unternehmen ist seit mehr als 15 Jahren stets an der Seite des VfB Stuttgart, war sogar Trikotsponsor in der Meistersaison 2007. Doch EnBW setzt dort nicht nur auf das Geben von Geld, sondern will in Zukunft auch neue Wege gehen. Zu den Themen Umwelt- und Klimaschutz sowie der gesellschaftlichen Verantworten soll es besondere Projekte und Aktionen geben.

Auch die Fußballschule des VfB Stuttgart wird weiter vom Energie-Riesen EnBW gefördert. Bei den Einlaufkindern und Arena-Touren für Kinder mit Beeinträchtigung setzt sich der Konzern ebenfalls ein. „Kinder sind unsere Zukunft, daher lag es nah, dass wir uns in der Jugendarbeit wieder stärker engagieren“, erklärt EnBW-Sponsoringbeauftrage Angiolina Greising in der Mitteilung.

VfB-Partner EnBW in der Kritik: Preiserhöhungen und Gewinne

Auch der VfB Stuttgart freut sich über die verlängerte Partnerschaft. Beide Seiten sprechen schließlich von Nachhaltigkeit, sozialer Verantwortung und dem Ziel, den Umweltschutz zu fördern. Dass EnBW nun, einige Wochen später, den Groll vieler Kunden auf sich zieht, spielt dabei keine Rolle. Der Grund: Der Energie-Konzern aus Baden-Württemberg hat die Strompreise stark erhöht.

Das wurde nur wenige Tage nach VfB-Verlängerung bekannt. Dabei hält EnBW an einem Ertrag von rund drei Milliarden Euro für 2022 fest - trotz des volatilen Marktumfeldes. Hinzu kommt, dass Mitte August ein „stabiles Ergebnis zum Halbjahr“ bekanntgegeben wurde. Und: Auch Gas-Verbraucher bekommen in Zukunft Preiserhöhungen zu spüren, aufgrund der Gas-Umlage.

VfB-Partner EnBW sind „ökologische und soziale Nachhaltigkeit“ wichtig

Es geht sogar soweit, dass die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg Alarm schlägt - Matthias Bauer vom Fachbereich „Bauen, Wohnen, Energie“ gegenüber echo24.de: „Wir erleben es jetzt schon immer wieder, das Menschen ihre Abschläge nicht mehr zahlen können. Es geht an die Ersparnisse.“ Dennoch: Ein Unternehmen wie EnBW muss Sponsoring betreiben - und hat dort die Chance, Gutes zu tun.

Nicht nur für den VfB Stuttgart, sondern auch für Menschen und die Zukunft der Kinder. „Mit unserer Nachhaltigkeitsagenda haben wir uns anspruchsvolle Ziele gesetzt. Unter anderem wollen wir bis 2035 klimaneutral werden. Neben der ökologischen ist uns jedoch auch die soziale Nachhaltigkeit wichtig“, erklärt Greising in der VfB-Mitteilung zur Verlängerung von EnBW beim Stuttgarter Bundesligisten.

Energiekrise belastet den VfB Stuttgart in Millionenhöhe

Wegen der gestiegenen Energiepreise rechnet der Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart für eine ganze Saison mit finanziellen Mehrbelastungen im Millionenbereich. „Wir drehen derzeit jeden Stein noch ein drittes und viertes Mal um“, sagte der VfB-Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten.

Zudem möchten sich die Schwaben laut dem Bericht in puncto Energieträger breiter aufstellen. Derzeit heizen die Stuttgarter ihre Rasenplätze und Innenräume mit Gas, das im Winter zur Mangelware werden könnte. „Wir entwerfen gerade einen Notfallplan, um unabhängiger von Gas als Energieträger zu werden“, sagte Wehrle. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Stadions soll im Ruhezustand den gesamten Energieverbrauch der Arena abdecken sowie im laufenden Betrieb zehn Prozent.

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