Rätselraten um Präsidentschaftskandidaten

DFB sucht Grindel-Nachfolger: Bundesliga-Ikone und Ex-Verteidigungsminister sagen ab

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Rainer Koch sucht fieberhaft einen neuen DFB-Präsidenten

Der DFB sucht händeringend nach einem Nachfolger für sein Präsidentenamt. Preisgeben wollte der Verband noch nichts, einige Prominente Absagen stehen allerdings schon fest. 

Frankfurt/Main - Das große Rätselraten um den Kandidaten für das Präsidentschaftsamt geht weiter, die Kompetenzen des neuen Amtsträgers werden aber deutlich eingeschränkt: Vier Wochen vor der Präsentation des Kandidaten für die Nachfolge des glücklosen Reinhard Grindel am 21. August in Berlin hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wichtige Beschlüsse zur Reform seiner Präsidialstruktur gefasst.

Nachfolge von Reinhard Grindel: Bundesliga-Ikone und prominente Namen sagen ab

Hinweise auf mögliche Bewerber verkniff sich der DFB am Freitag im Anschluss an seine Präsidiumssitzung in der Zentrale in Frankfurt/Main. Zuletzt hatte es eine Reihe von Absagen gegeben. Der frühere Bundesinnenminister Thomas de Maiziere, der langjährige Aufsichtsratschef der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, Ex-Adidas-Chef Herbert Hainer und auch Werder-Bremen-Ikone Marco Bode hatten allesamt ihren Verzicht erklärt.

DFB sucht Präsidentschaftskandidat: Uli Hoeneß auf der Shortlist?

Mittlerweile soll die Findungskommission des DFB eine Shortlist erarbeitet haben. Namen wollte Rainer Koch allerdings nicht kommentieren. Nur angesprochen auf Uli Hoeneß, ließ er Interessantes durchblicken

Der Bayern-Macher wird sich allem Anschein nach von seinen Ämtern beim Rekordmeister zurückziehen, dürfte also zumindest theoretisch bald zu haben sein. Was Niko Kovac und Karl-Heinz Rummenigge wohl noch nicht ganz wahr haben wollen. Auch eine Online-Petition führt dramatische Beweggründe auf, warum Hoeneß sich seine vermeintliche Entscheidung nochmal genau überlegen solle, wie tz.de* berichtet.

Strukturreform: DFB-Präsident verliert an Kompetenzen

Klar festgelegt hat sich der DFB auf den Beschluss, die Aufgaben des zukünftigen Präsidenten einzuschränken. An der Fülle der Tätigkeiten seien frühere Amtsträger gescheitert. "Wir wollen in Zukunft ganz klar regeln, dass im DFB-Präsidium Kollektivführung stattfindet, deshalb werden alle Sonderkompetenzen des Präsidenten in der Satzung gestrichen", sagte Koch. Ein entsprechender Antrag für den DFB-Bundestag am 27. September wurde im Präsidium gefasst. Dort soll der neue DFB-Präsident gewählt werden.

Einen "schwachen Präsidenten" werde es aber trotz der Reform nicht geben. "Er wird deshalb eine starke Person bleiben, weil sie nämlich mit dem neuen Profil länger im Amt bleiben kann", betonte Koch. Die letzten vier Verbandschefs Gerhard Mayer-Vorfelder, Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Grindel mussten alle vorzeitig gehen, das soll sich auf keinen Fall mehr wiederholen. Mittlerweile gibt es einen neuen Favoriten für das wichtige Amt in Fußball-Deutschland.

Entschieden wurde auch, dass es in Zukunft im Verband eine deutlichere Trennung zwischen den wirtschaftlichen und den gemeinnützigen Aufgaben gibt. "Wirtschaftliche Aktivitäten eines Unternehmens mit einem Budget von mehr als 400 Millionen Euro und vielen hundert Hauptamtlichen müssen in modernen Unternehmensstrukturen abgearbeitet werden", meinte Koch.

Deshalb werden alle Aktivitäten, mit denen Geld verdient wird, von der DFB GmbH verantwortet, gemeinnützige Aufgaben sollen dem DFB e.V. obliegen. Starker Mann der GmbH soll DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius werden. Oliver Bierhoff ist als Geschäftsführer Sport vorgesehen. Weiter sind dort unter anderem die EURO 2024 GmbH und die geplante Schiedsrichter GmbH angesiedelt.

Debatte um Trainer-Sperren: Kartenregelung noch umstritten

Noch keine Entscheidung traf das Präsidium in der anhaltenden Debatte über eine mögliche Sperre für Trainer der Fußball-Bundesliga nach einer Gelben Karte. Laut Weltverband FIFA zieht eine Rote Karte seit Saisonstart automatisch eine Sperre von einem Spiel nach sich. Die neue Regel solle erst am 21. August auf der Generalversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Berlin diskutiert werden, betonte Koch.

SID ni mh

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