Der Ex-Hoffenheimer im echo24.de-Gespräch

Beck: Nagelsmann hat etwas von Tuchel

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Andreas Beck spielte von 2008 bis 2015 für die TSG Hoffenheim.
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Im großen Interview spricht der Ex-Hoffe-Kapitän über seinen alten Verein und was dieser in der neuen Saison erreichen kann.

Ganze sieben Jahre lang spielte Andreas Beck für die TSG Hoffenheim. Er war Kapitän, Stammspieler und Leistungsträger. Im vergangenen Sommer wechselte er aus dem Kraichgau an den Bosporus! Das Ziel: Besiktas Istanbul.

Im exklusiven Gespräch mit echo24.de spricht Beck nun über Julian Nagelsmann, was für die TSG in der neuen Saison möglich ist und wie die Kraichgau-Kicker in den Abstiegsschlamassel kommen konnten.

echo24.de: Herr Beck, nach dem Abgang von Ihnen, Sejad Salihovic, Roberto Firmino und weiteren Spielern gab es in der vergangenen Saison bei der TSG Hoffenheim einen großen Umbruch, der fast im Abstieg geendet ist. War der personelle Einschnitt damals zu groß?

Andreas Beck: Das war damals in jedem Fall ein großer Umbruch. Es wurde besonders auf vielen Schlüsselpositionen einiges geändert. Es sind viele Spieler gegangen, deren Wort in der Kabine Gewicht hatte. Die Neuzugänge konnten das vielleicht nicht gleich auffangen, so was benötigt auch Zeit. Nichtsdestotrotz konnte man – ähnlich wie 2013 – einen fast sicher geglaubten Abstieg verhindern. Ich denke, dass sie da viel Julian Nagelsmann zu verdanken haben.

Dieses Voting ist abgelaufen.
Was ist in dieser Saison für die TSG Hoffenheim drin?
Ein Platz im Mittelfeld
49.61%
Ein Europapokal-Platz
33.57%
Es geht wieder gegen den Abstieg
16.81%

Könnte die neue Saison aus TSG-Sicht ein wenig ruhiger werden? 

Beck: Der Umbruch in diesem Jahr ist nicht so groß. Auch die Erwartungshaltung nach der letzten Saison ist nicht mehr so hoch. Wenn sie das zeigen, was sie unter Julian Nagelsmann schon auf den Platz gebracht haben, kann es schon in Richtung einstelliger Tabellenplatz gehen. 

Ist eventuell sogar etwas mehr drin? 

Mit dem internationalen Geschäft wird es schwer. Mit dem Abstieg werden sie aber wohl nichts zu tun haben. Dafür ist die Mannschaft zu stabil.

Sie haben Julian Nagelsmann als Co-Trainer damals noch selbst erlebt. Was zeichnet ihn aus? 

Julian ist ein akribischer und fordernder Trainer. Er hat eine klare Vorstellung vom Fußball. Bei ihm gibt es im Spiel wenig Raum für Zufall. Er gibt seiner Mannschaft immer einen klaren Matchplan an die Hand, lässt sie aber nicht in einem festgefahren System agieren. Er passt seine Taktik auch oft dem Gegner an, ohne die eigene Spielidee dafür zu opfern.

Das sind die Neuzugänge der TSG Hoffenheim

Was denken Sie, was für Julian Nagelsmann in seiner Trainerkarriere noch möglich ist?

Julian ist zwar jung, hat aber schon einige Erfahrungen gemacht. Durch seine Arbeit mit Jugendmannschaften hat er ein gutes Fundament gelegt. Auch wenn er das jetzt vielleicht nicht gerne hört, aber es gibt schon Parallelen zu Thomas Tuchel. Zwischen den beiden gibt es viele Schnittstellen. Es sind beides sehr junge Trainer, die sich über den Jugendbereich nach oben gearbeitet haben. Ich bin sehr gespannt, wie Julian seinen Weg geht.

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