Fansprecher: "Lebensgefährlich"

Ekelhaft! 1899-Fanschiff mit Fäkalien beworfen

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1899-Fanschiff: Verschmiertes Deck.
  • Tobias Becker
    vonTobias Becker
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Die Anhänger nehmen den Angriff gelassen und mit Humor.

Eigentlich sollte es eine ganz normale Fan-Schifffahrt zum Auswärtsspiel der TSG Hoffenheim beim FSV Mainz 05 sein. Aber es gab schon nach einer Viertelstunde eine ärgerliche Überraschung.

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10:15 Uhr. Tatort: Rhein. Rund zehn Leute werfen eimerweise Fäkalien von einer Brücke in Mannheim... direkt auf das Deck des Schiffs „Riverdream“, mit dem die Fans der TSG Hoffenheim nach Mainz schipperten.

Bootstour-Bilder: Versautes Deck

Idioten! Da waren Menschen auf dem Deck. Frauen, Männer, Kinder... Die zum Teil vermummten Personen in schwarzen, gelben und blauen T-Shirts rannten anschließend mit den Eimern davon. Allerdings: Nicht alle Eimer blieben auf der Brücke.

Ein zehn Liter-Eimer rutschte wohl aus der Hand und schlug auf dem Deck des Schiffs auf. Getroffen wurde zum Glück niemand. „Alles ging sehr schnell“, sagte ein TSG-Fan, der überall voll mit Scheiße war.

Heiko Walkenhorst (52), Sprecher des Hoffe-Fan-Verbandes, sagte: „Ich kann nur hoffen, dass das mit dem einen Eimer keine Absicht war. Das war lebensgefährlich.“

Der Gestank, der kurzzeitig über das Schiff wehte, war das geringste Übel. Die Kleidung der Fans war teilweise hinüber. Welche Krankheitserreger in den wahrscheinlich aus Dixi-Toiletten stammenden Fäkalien steckten, ist auch offen.

Glück im Unglück: Die Organisatoren hatten Fanfahrt-T-Shirts bereitgestellt. Wechselkleider hatten also die meisten Mitgereisten dabei. Nach gründlicher Reinigung durch das gut organisierte Personal, hörte man auf dem Schiff schon wieder Gelächter.

Den folgenden Brücken wurde sehnsüchtig entgegengeblickt. Sprüche wie „Alle rauf, eine Brücke“ oder „Holt schonmal die Handys raus“ waren an der Tagesordnung. Einen Abbruch hat die „Scheißaktion“ der Stimmung also nicht getan.

Mit Musik, guter Laune und siegesgewiss ging die Fahrt nach Mainz weiter. Getreu dem Motto: Eine Seefahrt die ist lustig… Die Aktion beweist wieder: Die Fans der TSG Hoffenheim nehmen vieles mit Humor, lassen sich nicht unterkriegen und reagieren menschlich und locker.

Im weiteren Verlauf der Fahrt überwachte die Polizei die Brücken und der Kapitän manövrierte das Schiff sicher über den Rhein. Gegen 14 Uhr verließen die knapp 400 Gäste das Boot in Richtung Stadion. Dort durften Fans, die es besonders übel erwischte, auf Einladung von Mainz 05 duschen.

Hoffe-Präsident Peter Hofmann (57) war einfach nur geschockt. Gegenüber der "Bild" sagte er: „Was da passiert ist, ist menschenverachtend, grob fahrlässig und sogar gefährliche Körperverletzung. Das hätte Menschenleben kosten können. Dafür habe ich kein Verständnis und hoffe, dass sich das aufklären lässt.“

Die echo24.de-Meinung dazu: Daumen hoch für die Fans der TSG. Sie haben bei dieser asozialen Aktion die Ruhe bewahrt, haben den Tätern nicht den Gefallen getan und sich die Stimmung vermiesen lassen. Sie sind die Sieger der Aktion, denn sie haben Sympathie-Punkte gewonnen.

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