Heilbronn und Hohenlohe sind Risikogebiet

Kleine Blutsauger - große Gefahr für die Region

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Zecken sind die Hauptüberträger der tückischen FSME. Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg ist die Gefahr gebissen zu werden hoch.

Seit jeher gilt Baden-Württemberg als Zecken-Hochburg und damit auch als Hochrisikogebiet für die von ihnen übertragenen Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Rund 85 Prozent aller Fälle tauchen demnach hier und im benachbarten Bayern auf. FSME kann zu Hirnhautentzündung führen. In der Regel wird FSME durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen. Bei 100 Menschen, die von einer infizierten Zecke gebissen werden, bricht die Krankheit Experten zufolge bei 30 aus.

Die gemeldeten Krankheitsfälle in Baden-Württemberg schwanken laut Statistik seit 2001 in der Regel zwischen 100 und 200 Fällen. Der Rekordwert stammt aus dem Jahr 2006 mit 281 FSME-Erkrankungen. Für das vergangene Jahr steht eine Zahl von 180 Fällen im Südwesten, ein überdurchschnittlicher Wert.

Keine Erklärung für Zecken-Entwicklung

Ungewöhnlich sei 2017, dass es nach Zählungen insgesamt weniger Zecken gab, jedoch mehr Erkrankungen. Tückisch sei, dass Verbreitungsgebiete von FSME infizierten Zecken oft nicht größer als ein Fußballfeld seien und über Jahre stabil bleiben könnten. Genauso könnten Zecken, die das Virus in sich tragen, von einem auf das nächste Jahr verschwinden. "Wir haben noch keine Erklärung für so eine Entwicklung", sagt Gerhard Dobler, Leiter des Deutschen Konsiliarlabors für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Wie ein solcher Erkrankungsherd in der Natur entstehe oder verschwinde, sei noch lange nicht geklärt, ergänzte Ute Mackenstedt, Leiterin des Fachgebiets Parasitologie an der Uni Hohenheim.

Eine weitere Gefahr durch Zecken ist Lyme-Borreliose. Die Gefahr durch einen Biss an Borreliose zu erkranken, ist in der Region Heilbronn-Franken besonders hoch. Das belegen nun von der AOK veröffentlichte Zahlen. Allein im Jahr 2016 wurden hier 2.012 Versicherte der Krankenkasse deshalb behandelt, im Stadtkreis Heilbronn waren es 101, im Landkreis Heilbronn 444 und im Hohenlohekreis 389 Personen.

Festgebissene Tiere möglichst schnell entfernen

"Die Infektion mit Lyme-Borreliose kann Gelenkentzündungen, Arthritis oder Herzrhythmusstörungen verursachen", erklärt Ärztin Dr. Sabine Knapstein in einer Mitteilung der Versicherung.

Wer sich nach dem Aufenthalt in der Natur gründlich auf Zecken absuche, verringere die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Knapstein: "Hat sich der Blutsauger oberflächlich festgebissen, sollte das Tier möglichst schnell mit einer Zeckenzange dicht an der Haut gepackt und herausgezogen werden. Auf keinen Fall Öl oder Klebstoff verwenden und die Wunde mehrere Tage genau beobachten, ob rote Ränder entstehen. Ist die Zecke schon tiefer in die Haut gedrungen sollte ein Arzt aufgesucht werden."

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