Mordprozess fortgesetzt

Suche nach Leiche geht weiter: Wo ist Hanaa S.?

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Ein Polizeihubschrauber brachte einen der Angeklagten in der vergangenen Woche nach Heilbronn.
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Noch konnte die Tote nicht gefunden werden. Doch die Ermittler geben bislang nicht auf.

"Ich hatte nicht den Eindruck, dass wir an der Nase herumgeführt werden." Das sagte der Leiter der Suchaktion am Dienstag als Zeuge im Mordprozess ohne Leiche aus. Dabei hatte die Polizei die sterblichen Überreste von Hanaa S. auch bei einer groß angelegten Suche mit einem der Angeklagten nicht gefunden. Dieser hatte vor dem Wuppertaler Landgericht überraschend ein Teilgeständnis abgelegt und die Ermittler in ein Waldstück nahe Heilbronn geführt. Jetzt wird der Leichnam allerdings doch an anderer Stelle vermutet.

Demnach würden die Polizisten auf einer etwa 120 mal 70 Meter großen Fläche bei Kronau dichte Brombeersträucher abholzen. Laut dem Angeklagten soll Hanaa S. etwa 1,50 Meter bis 1,80 Meter tief vergraben worden sein.

Nach einem Jahr Prozessdauer bleibt der Mordfall also leider weiterhin einer ohne Leiche. Die Staatsanwaltschaft glaubt aber weiterhin an einen sogenannten Ehrenmord. Hanaa S. war im April 2015 spurlos in Solingen verschwunden, nachdem sie ihren Ehemann verlassen und sich dort versteckt hatte. Die fünf Angeklagten, allesamt irakische Familienangehörige, sollen die 35-Jährige umgebracht haben, "um die Familienehre wieder herzustellen", wie es in der Anklage heißt.

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