Der Betrieb läuft weiter

Dramatischer Corona-Ausbruch bei Würth - noch mehr Menschen betroffen

  • Anna-Maureen Bremer
    vonAnna-Maureen Bremer
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Bei der Firma Würth in Künzelsau hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Von der dramatischen Situation sind zahlreiche Menschen betroffen.

Update, 9. Februar, 19 Uhr: Der Corona-Ausbruch bei Würth in Künzelsau in Baden-Württemberg zieht weite Kreise. Wie das Landratsamt des Hohenlohekreises mit Stand 12 Uhr mitteilt, sind mittlerweile 46 Fälle bei der Firma selbst bekannt. Hinzu kämen 20 weitere Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, weil sie Kontakt zu einem Mitarbeiter des Unternehmens hatten. Hinzu kommen zahlreiche Kontaktpersonen, die nun in Quarantäne sind.

Weil 37 der 46 Corona-Fälle bei Würth im Hohenlohekreis in Baden-Württemberg leben, sind auch deren insgesamt 82 Kontaktpersonen hier von dem Corona-Ausbruch beim Schraubenriesen betroffen. Unter den Infizierten waren bereits drei positive Fälle der Corona-Mutation aus Großbritannien nachgewiesen worden. Weitere Testergebnisse stünden noch aus, teilt das Landratsamt mit. „Wir gehen aufgrund der dynamischen Verbreitung bei dem Unternehmen davon aus, dass noch weitere Fälle mit der Virusvariante nachgewiesen werden“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Baden-Württemberg: Dramatischer Corona-Ausbruch bei Würth - zig Menschen betroffen

Mittlerweile sei das Ausbruchsgeschehen bei Würth in Künzelsau „örtlich eingegrenzt“. Das Unternehmen selbst habe umgehend Maßnahmen eingeleitet, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. In den kommenden Tagen sollen Schnelltests mehr Klarheit bringen.

Das Landratsamt machte deutlich, dass bei Würth ein „umfassendes Hygienekonzept und infektionsverhütende Maßnahmen“ existierten. Wie es dennoch zu dem massiven Corona-Ausbruch kam, scheint bislang unklar.

Der Hohenlohekreis ist durch den Corona-Ausbruch bei Würth nun weiter stark gebeutelt. Die Corona-Lage spitzte sich hier zuletzt wieder rasant zu. Noch Anfang Februar hatte der Landkreis in Baden-Württemberg die ursprüngliche Warnstufe der 7-Tages-Inzidenz von 35 unterschritten. Zuletzt war sie wieder auf deutlich über 100 angestiegen.

Coronavirus bei Würth: Mutationen im Labor erkannt

Erstmeldung, 9. Februar, 7.30 Uhr: Obwohl es nicht überraschen sollte, dass auch der Schraubenriese in Künzelsau vom Coronavirus betroffen ist, schockt diese Meldung: Rund 40 Würth-Mitarbeiter aus einem Logistikzentrum sind infiziert. Das Landesgesundheitsamt (LGA) teilt mit, dass im Labor außerdem festgestellt wurde, dass es sich in drei Fällen um die noch gefährlichere Corona-Mutation aus Großbritannien handelt.

Studien zu den neuen Corona-Mutationen verheißen nichts Gutes und stellen Forscher und Mediziner vor neue Herausforderungen. Erste Erkenntnisse zeigen, dass sich die Mutationen noch schneller verbreiten und übertragen. Zentral ist außerdem die Frage: Schützen die Impfungen, die jetzt bereits verabreicht werden, auch gegen die Mutationen?

Bei den Impfungen gehen die Sorgen weiter: Baden-Württemberg schneidet im landesweiten Vergleich nicht gut ab, wenn die Impfgeschwindigkeit betrachtet wird. Grund: Lieferschwierigkeiten der Hersteller und eine scharf kritisierte Impf-Strategie des Landes. Am Wochenende kam endlich weitere Dosen im Land an. Trotzdem warten tausende Menschen noch auf einen Impftermin.

Hohenlohe mit Schock-Inzidenz nach Corona-Ausbruch bei Würth

Bisher betonen Politiker, dass es in Deutschland keine Impf-Pflicht geben wird, allerdings zeichnet sich bereits der Trend ab, dass es für geimpfte Menschen Privilegien geben könnte, zum Beispiel beim Besuch von Veranstaltungen. Ticket-Riese Eventim äußerte bereits erste Gedanken dazu, nur noch mit Impfung Einlass zu Konzerten zu gewähren. Auch die Tourismusbranche wird sich verändern. Denkbar ist, dass Länder ein Einreiseverbot ohne gültige Corona-Impfung verhängen.

Die Zahl der Corona-Infizierten in Baden-Württemberg geht zurück, aber ausgerechnet Heilbronn und Hohenlohe kämpfen weiterhin mit zu hohen Inzidenz-Werten. Hohenlohe hat mittlerweile mit 128,7 (Stand Sonntag) die höchste Sieben-Tage-Inzidenz aller Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg. Der SWR berichtet: „In den vergangenen Tagen gab es drei größere Ausbrüche“. Demnach gab es neben dem Ausbruch in einer Firma (zunächst war nicht bekannt, dass es sich um Würth handelte) auch in einer Kindertagesbetreuung mehrere Fälle - hier waren sowohl Kinder als auch Erzieherinnen betroffen. „Zudem habe es nach einer privaten Veranstaltung im Raum Zweiflingen mehrere positive Fälle gegeben, hieß es am Freitag aus dem Landratsamt.“

Das Landratsamt im Hohenlohe will nun härter gegen Vergehen gegen die Corona-Verordnung vorgehen. Landrat Matthias Neth sagte dem SWR: „Persönlich bin ich – gerade mit Blick auf die illegale private Veranstaltung – gleichermaßen enttäuscht wie fassungslos über das Verhalten Einzelner, die wissentlich Verstöße gegen die Corona-Verordnung begehen, andere gefährden und damit das Infektionsgeschehen verstärken.“

Würth kämpft gegen Coronavirus: Mitarbeiter werden getestet

Im Hotspot-Heilbronn gelten jetzt sogar noch strengere Regeln. Überraschend wurde gestern bekannt, dass das Mannheimer Verwaltungsgericht die Ausgangssperre in Baden-Württemberg gekippt hatte.

Wie der Spiegel berichtet, wird davon ausgegangen, dass auch in weiteren Proben Mutationen festgestellt werden. Eine Würth-Sprecherin teilte der Heilbronn Stimme mit, dass es nun Schnelltests für rund 1.000 Mitarbeiter des Logistikzentrums geben werde und weitere Maßnahmen zum Schutz gelten würden. Da sich die Fälle fast ausschließlich auf eines von vier großen Zentren bezogen, könne der Betrieb weiterlaufen.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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