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Vom Wind bis zum Hurrikan: Das steckt hinter diesen Wetterphänomenen

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Von: Simon Mones

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Wind und Sturm
Ein Windsack weht im Wind. (Symbolbild) © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Wind kann verschiedene Formen annehmen, egal ob Sturm, Orkan oder Hurrikan. Doch nicht immer ist Wind auch Wind.

Wind, Sturm, Orkan und Hurrikan: Das Wetterphänomen in unserer Luft

In der Diskussion um den globalen Klimawandel wird auch immer wieder von der Zunahme extremer Wetterverhältnisse gesprochen. Zu diesen Wetterverhältnissen zählt neben Regen und den Außentemperaturen auch Wind.

Dieser lässt uns die Außentemperaturen als kühler empfinden, ermöglicht es Drachen steigen zu lassen oder mithilfe von Windrädern Strom zu gewinnen. Doch stärkere Winde können auch gefährlich werden und Bäume entwurzeln oder Dächer abdecken. Doch wie entsteht Wind eigentlich und ab wann spricht man von einem Sturm oder Orkan?

Wind als Wetter-Phänomen: Was ist Wind und wie entsteht er?

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) definiert Wind in seinem Wetterlexikon wie folgt:

Wind – Definition:

Durch den Begriff „Wind“ (griechisch anemos = Wind) wird ganz allgemein die Verlagerung von Luftteilchen in Bezug auf deren Richtung und Geschwindigkeit beschrieben. Vereinfacht gesagt: Es handelt sich um eine Luftbewegung in der Atmosphäre.

Häufig entsteht Wind aufgrund von Unterschieden im Luftdruck. Luftteilchen strömen dann so lange vom Hochdruck- in das Tiefdruckgebiet, bis sich der Druck angeglichen hat. Aus physikalischer Sicht handelt es sich bei Wind also um einen Massenstrom, der dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik folgt.

Wind: Regionale Unterschiede bei der Windrichtung 

Die Richtung aus der Wind weht, wird in der Regel mithilfe der Himmelsrichtungen angegeben. Weht der Wind von Norden, so handelt es sich um einen Nordwind, kommt er aus Süden, ist es entsprechend ein Südwind. Nord- und Ostwinde werden außerdem meridionale Winde genannt, während Ost- und Westwinde als zonale Winde bezeichnet werden.

Einen wichtigen Einfluss auf den Wind hat die Corioliskraft, die durch die Rotation der Erde um die eigene Achse entsteht – denn diese lenkt die Windrichtung ab. Die Richtung hängt dabei davon ab, auf welche Erdhalbkugel man sich befindet. Auf der Nordhalbkugel werden die Winde nach rechts abgelenkt, auf der Südhalbkugel entsprechend nach links.

Neben der Corioliskraft kann die Windrichtung aber auch durch andere Faktoren wie die Reibung des Geländes (Föhn, Fallwind, Aufwind, Talwind oder Bergwind) abgelenkt werden. In rotierenden Systemen kann dies auch durch die Zentrifugalkraft passieren.

Windstärke: Von Windstill bis Orkan – die Beaufortskala

Neben der Windrichtung ist auch die Windstärke von besonderer Wichtigkeit. Diese wird in der Regel in Meter pro Sekunde (m/s), in Kilometer pro Stunde (km/h) oder wie in der Seefahrt üblich in Knoten angegeben. Umgerechnet entspricht ein Knoten etwa 1,852 Kilometer pro Stunde (km/h). Die gemessenen Windstärken werden entsprechend der Beaufortskala eingeteilt. Diese teilt die Winde in folgenden Stärken ein:

Wind: Extreme Formen – Die tropischen Wirbelstürme Taifun, Zyklon, Hurrikan

In dieser Einteilung fehlen aber noch Begriffe wie Taifun, Zyklon, Hurrikan oder Tornado. Das liegt daran, dass es sich dabei um besondere Phänomene handelt. Zudem sind Taifun, Zyklon und Hurrikan regional unterschiedliche Bezeichnung für das gleiche Phänomen, sogenannte tropische Wirbelstürme.

Ein Hurrikan tritt beispielsweise im Atlantischen Ozean und dem Nordpazifik auf und verursacht starke Schäden. Um als Hurrikan oder entsprechend Taifun oder Zyklon zu gelten, muss mindestens Orkanstärke erreicht werden. Ähnlich wie bei der Corioliskraft hängt die Drehrichtung der tropischen Wirbelstürme davon ab, auf welcher Erdhalbkugel sie auftreten. Auf der Nordhalbkugel drehen sich diese gegen den Uhrzeigersinn und auf der Südhalbkugel mit dem Uhrzeigersinn.

Extreme Formen von Wind: Was ist ein Tornado?

Bei Tornados – die häufig an der Ostküste der USA auftreten – handelt es sich um kleinräumige Luftwirbel, die eine annähernd senkrechte Drehachse haben. Ein Tornado tritt immer mit konvektiver Bewölkung auf, das heißt, die Luft wirbelt vom Boden bis zur Wolkenuntergrenze. Tritt dieses Phänomen auf dem Land auf, spricht man auch von einer Windhose, auf Gewässern ist es eine Wasserhose.

Wind und Windsysteme: Wann ist Wind kein Wind im eigentlichen Sinne

Neben den verschiedenen Arten von Winden gibt es auch weltweit zahlreiche sogenannte Windsysteme. Bei Bora (Adria) und Passat (Äquator) handelt es nicht nur um Autos von Volkswagen, sondern auch um Windsysteme. Auch bei dem Monsun in Asien handelt es sich um ein Windsystem.

Windsysteme

Die bekanntesten und bedeutendsten Windsysteme der Erde sind die tropische Passatzone und die Westwindzone in den gemäßigten Erdabschnitten. Mehrere große Windströmungen verhindern auf der Erde, dass die Gebiete um den Äquator immer wärmer und die polarnahen Gebiete immer kälter werden.

Windsysteme oder Zirkulationssysteme gibt es sowohl in der unteren Atmosphäre (Troposphäre) als auch in den höher liegenden Stockwerken der Atmosphäre, der Stratosphäre und der Mesosphäre. Die Windsysteme aller drei Stockwerke sind dabei voneinander entkoppelt.

Im Übrigen handelt es sich bei vielen Phänomenen nicht um Wind, obwohl diese als solcher benannt werden. Neben dem Fahrtwind und dem Scheinwind gilt das auch für Phänomene wie Sonnenwind und elektrischen Wind. 

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