Ein schauriger Beruf?

Gar nicht wie im TV: Experte erklärt, wie Rechtsmediziner arbeiten

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Die Arbeit eines Rechtsmediziners sieht nicht so aus wie im Fernsehen. (Symbolbild)
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Rechtsmediziner Professor Frank Wehner erklärt, wie die Arbeit mit den Leichen wirklich abläuft.

Im Fernsehen ermitteln sie gemeinsam mit den Kommissaren und lösen schwierige Mordfälle. Die Realität sieht dann doch anders aus! Rechtsmediziner unterstützen die Polizei von ihrem Arbeitsplatz aus. Und nicht auf der Straße und in wilden Verfolgungsjagden.

Sie kommen zum Einsatz, wenn ein Gericht die Obduktion anordnet. Das heißt sie müssen die Leichen genau untersuchen und in Berichten alle relevanten Details für Ermittler und Staatsanwälte festhalten. Professor Frank Wehner von der Uni Tübingen erklärt: "Je mehr bei einer Leiche noch da ist, desto mehr kann man feststellen."Dabei gehören die Ermittlung der Todeszeit, DNA-Analyse ebenso dazu wie die Untersuchung auf Verletzungen.

Nicht nur Leichen, auch Knochen werden von Rechtsmedizinern untersucht

Doch nicht nur im Fall einer Leiche bekommt die Rechtsmedizin Arbeit. Wehner: "Wir erhalten immer wieder Knochenfunde, die wir untersuchen müssen." Dabei geht es zuerst einmal darum zu bestimmen, ob es menschliche Gebeine sind oder die Knochen von einem Tier stammen. "Rund die Hälfte aller Knochen, die wir hier untersuchen sind nicht menschlich."

Identifizieren gehört auch zur Arbeit der Rechtsmediziner

Ist ein Knochen allerdings menschlich, muss der Rechtsmediziner untersuchen, worauf er zurückgreifen kann: DNA, Rückstände an den Knochen wie zum Beispiel Säge- oder Bissspuren. Wehner: "Bei Knochen ist nur noch eine grobe Zeiteinteilung möglich. Häufig sind es archäologische Funde. Das Ergebnis eines DNA-Tests haben wir in der Regel nach einem Tag. Das geht sehr schnell."

Raus und an den Tatort müssen die Rechtmediziner eher selten, denn auch Bereitschaftsdienste gehören zum Arbeitsalltag: "Die Hauptsache kann die Polizei alleine. Wir werden höchsten zwei bis drei Mal pro Jahr an den Tatort gerufen." Erst kürzlich wurde ein skelettiertes Bein am Neckarufer in Heilbronn gefunden. Auch hier waren die Rechtsmediziner im Einsatz. Sie ermittelten die Identität der skelletierten Leiche.

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