Wetterphänomen Wind

Vom Wind bis zum Hurrikan: Das steckt hinter diesen Wetterphänomenen

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Wind kann verschiedene Formen annehmen, egal ob Sturm, Orkan oder Hurrikan. Doch nicht immer ist Wind auch Wind.

  • Nicht alles, was Wind heißt, ist auch Wind.
  • Es gibt zwölf Windstärken, die höchste nennt sich Orkan.
  • Wind tritt in verschiedensten Formen auf und kann zu Wetterextremen wie Hurrikans oder Tornados werden.

Wind, Sturm, Orkan und Hurrikan: Das Wetterphänomen in unserer Luft

In der Diskussion um den globalen Klimawandel wird auch immer wieder von der Zunahme extremer Wetterverhältnisse gesprochen. Zu diesen Wetterverhältnissen zählt neben Regen und den Außentemperaturen auch Wind.

Dieser lässt uns die Außentemperaturen als kühler empfinden, ermöglicht es Drachen steigen zu lassen oder  mithilfe von Windrädern Strom zu gewinnen. Doch stärkere Winde können auch gefährlich werden und Bäume entwurzeln oder Dächer abdecken. Auch Baden-Württemberg warvon solche Extremen schon betroffen. Doch wie entsteht Wind eigentlich und ab wann spricht man von einem Sturm oder Orkan?

Wetter-Phänomen: Was ist Wind und wie entsteht er?

Der Deutsche Wetterdienst definiert Wind in seinem Wetterlexikon wie folgt: "Durch den Begriff 'Wind' (griechisch anemos = Wind) wird ganz allgemein die Verlagerung von Luftteilchen in Bezug auf deren Richtung und Geschwindigkeit beschrieben." Vereinfacht gesagt: Es handelt sich um eine Luftbewegung in der Atmosphäre.

Häufig entsteht Wind aufgrund von Unterschieden im Luftdruck. Luftteilchen strömen dann so lange vom Hochdruck- in das Tiefdruckgebiet, bis sich der Druck angeglichen hat. Aus physikalischer Sicht handelt es sich bei Wind also um einem Massenstrom, der dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik folgt.

Regionale Unterschiede bei der Windrichtung 

Die Richtung aus der Wind weht, wird in der Regel mithilfe der Himmelsrichtungen angegeben. Weht der Wind von Norden, so handelt es sich um einen Nordwind, kommt er aus Süden, ist es entsprechend ein Südwind. Nord- und Ostwinde werden außerdem meridionale Winde genannt, während Ost- und Westwinde als zonale Winde bezeichnet werden.

Einen wichtigen Einfluss auf den Wind hat die Corioliskraft, die durch die Rotation der Erde um die eigene Achse entsteht. Denn diese lenkt die Windrichtung ab. Die Richtung hängt dabei davon ab, auf welche Erdhalbkugel man sich befindet. Auf der Nordhalbkugel werden die Winde nach recht abgelenkt, auf der Südhalbkugel entsprechend nach links. Neben der Corioliskraft kann die Windrichtung aber auch durch andere Faktoren wie die Reibung des Geländes (Föhn, Fallwind, Aufwind, Talwind oder Bergwind) abgelenkt werden. In rotierenden Systemen kann dies auch durch die Zentrifugalkraft passieren.

Windstärke: Von Windstill bis Orkan das ist die Beaufortskala

Neben der Windrichtung ist auch die Windstärke von besonderer Wichtigkeit. Diese wird in der Regel in Meter pro Sekunde (m/s), in Kilometer pro Stunde (km/h) oder wie in der Seefahrt üblich in Knoten angegeben. Umgerechnet entspricht ein Knoten etwa 1,852 km/h. Die gemessenen Windstärken werden entsprechend der Beaufortskala eingeteilt. Diese teilt die Winde in folgenden Stärken ein:

Das Sturmtief Sabine hat viel Schade hinterlassen.
  • 0 Bft: Windstille
  • 1 Bft: leichter Zug
  • 2-5 Bft: Brise
  • 6-8 Bft: Starker, steifer, stürmischer Wind
  • 9-11Bft: Sturm
  • 12 Bft: Orkan

Extreme Formen von Wind: Die tropischen Wirbelstürme Taifun, Zyklon, Hurrikan

In dieser Einteilung fehlen aber noch Begriffe wie Taifun, Zyklon, Hurrikan oder Tornado. Das liegt daran, dass es sich dabei um besondere Phänomene handelt. Zudem sind Taifun, Zyklon und Hurrikan regional unterschiedliche Bezeichnung für das gleiche Phänomen, sogenannte tropische Wirbelstürme.

Ein Hurrikan tritt beispielsweise im atlantischen Ozean und dem Nordpazifik auf und verursacht starke Schäden. Um als Hurrikan oder entsprechend Taifun oder Zyklon zu gelten, muss mindestens Orkanstärke erreicht werden. Ähnlich wie bei der Corioliskraft hängt die Drehrichtung der tropischen Wirbelstürme davon ab, auf welcher Erdhalbkugel sie auftreten. Auf der Nordhalbkugel drehen sich diese gegen den Uhrzeigersinn und auf der Südhalbkugel mit dem Uhrzeigersinn.

Extreme Formen von Wind: Was ist ein Tornado?

Bei Tornados - die häufig an der Ostküste der USA auftreten - handelt es sich um kleinräumige Luftwirbel, die eine annähernd senkrechte Drehachse haben. Ein Tornado tritt immer mit konvektiver Bewölkung auf, das heißt, die Luft wirbelt vom Boden bis zur Wolkenuntergrenze. Tritt dieses Phänomen auf dem Land auf, spricht man auch von einer Windhose, auf Gewässern ist es eine Wasserhose.

Wetter in Deutschland erklärt: Fahrtwind ist kein Wind

Neben den verschiedenen Arten von Winden gibt es auch weltweit zahlreiche sogenannte Windsysteme. Bei Bora (Adria) und Passat (Äquator) handelt es nicht nur um Autos von Volkswagen, sondern auch um Windsysteme. Auch bei dem Monsun in Asien handelt es sich um ein Windsystem.

Im Übrigen handelt es sich bei vielen Phänomenen nicht um Wind, obwohl diese als solcher benannt werden. Neben dem Fahrtwind und dem Scheinwind gilt das auch für Phänomene wie Sonnenwind und elektrischen Wind. 

Glaubt man den Wetterexperten, so wird das Jahr 2020 ein Jahr der Wetter-Rekorde. Möglicherweise droht uns nach dem milden Winter in Baden-Württemberg nun ein Hitze-Sommer.

Rubriklistenbild: © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa-mag

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