Über 460 Wildbienen in Baden-Württemberg

Feiertag für Bienen und Wildbienen - NABU erinnert an Artensterben

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Der Weltbienentag soll an die Bedeutung der Bienen und Wildbienen erinnern.  Der NABU nutzt die Gelegenheit, um auf das  Artensterben hinzuweisen.

  • Am 20. Mai ist auch in Baden-Württemberg der Weltbienentag.
  • Der NABU fordert mehr Lebensräume für Bienen und Wildbienen.
  • Viel Arten sind harmloser als man denkt.

Weltbienentag: Feiertag für Bienen und Wildbienen - NABU erinnert an Artensterben

Weltweit gibt es eine Vielzahl verrückter "Feiertage". Der 21. Januar ist beispielsweise der Welttag der Jogginghose. Im April wird am ersten Samstag des Monats der internationale Tag der Kissenschlacht begangen.  

Doch es gibt auch Welttage die auf wirklich wichtige Themen aufmerksam machen wollen, wie zum Beispiel Krebs und andere Erkrankungen. Nicht weniger wichtig ist auch der Weltbienentag, mit dem seit 2014 am 20. Mai auf die Bedeutung der Bienen bei der Bestäubung und der Honigproduktion aufmerksam gemacht wird.

Weltbienentag: Bestände der Honigbiene steigen an

Eben diese Aufgabe der Bienen und Wildbienen wird oftmals vergessen, sodass viele Bestände unbemerkt verschwinden. "Das Bienensterben betrifft die Honigbiene ja auch weniger stark als ihre wilden Verwandten, wird sie doch von immer mehr Imkern gepflegt, gefüttert und gesund erhalten, so dass die Bestände sogar steigen“, erklärt die Imkerin und NABU-Fachbeauftragte für Wildbienen Sabine Holmgeirsson.

Die Honigbiene ist vom Artensterben nicht betroffen, dank der harten Arbeit der Imker.

Von diesen "wilden Verwandten" der Biene gibt es alleine in Baden-Württemberg mehr als 460 verschiedene Arten, darunter auch 37 Hummelarten. "Wir brauchen diese Vielfalt summender Bestäuberinnen. Mit Schmetterlingen, Fliegen, Käfern und Ameisen sind sie unentbehrlich für die Bestäubung unserer Nutz- und Wildpflanzen“, sagt die NABU-Fachbeauftragte.

Denn viele Wildbienen sind auf hoch spezialisiert und ganz bestimmte Pflanzen angewiesen um überleben zu können. Etwa 30 Prozent der Wildbienen sind auf die Pollen von einer oder mehrere Pflanzenarten angewiesen, wie etwa Knautien-Sandbienen, "die nur auf die Witwenblume und Skabiosen zum Pollenernten fliegt".

Weltbienentag: NABU fordert mehr Wildflächen für Bienen

Neben dem Futtermangel leiden die Wildbienen aber auch unter fehlenden Lebensräumen, denn 70 Prozent der Wildbienen nisten im Boden. Holmgerisson fordert daher: "Wir müssen wieder Flächen zunehmend entsiegeln und leblose Schottergärten verbieten." Viele Menschen haben bereits damit begonnen, die Wildbiene im eigenen Garten durch bienenfreundliche Pflanzen, Wildblütenstreifen und Insektenhotels zu unterstützen.

Zudem beteiligen sich auch Unternehmen und Landwirte daran. Zusätzlich hat der NABU im vergangenen Jahr das Volksbegehren "Rettet die Bienen" initiiert aus dem inzwischen ein "tragbarer Gesetzesentwurf gegen das Artensterben und für mehr Lebensräume" entstanden ist.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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