Weinbauschule

Weinsberg: Darum entstehen hier seit 1929 neue Rebsorten!

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Die Menge der gezüchteten Trauben reicht gerade einmal für diese Behälter.
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Die Rebsorten Kerner und Dornfelder kennen die meisten Weintrinker. Die wenigstens wissen aber, dass sie in Weinsberg entstanden sind.

Auf dem Gelände der Lehr- und Versuchsanstalt für Wein und Obstbau (LVWO Weinsberg) wird täglich nicht nur fleißig gearbeitet und gelernt. Hier werden seit mehreren Jahrzehnten Rebsorten gekreuzt und gezüchtet!

Weinsberg: Seit 1929 werden neue Rebsorten gezüchtet

Jürgen Sturm von der Lehr- und Versuchsanstalt für Wein und Obstbau in Weinsberg zeigt auf eine Weinrebe, deren Blätter schon fast lila sind. Er erklärt, dass es sich dabei um eine "Färbertraube" handelt. Sturm pflückt eine Beere ab und zerdrückt sie auf dem Boden. Erst, als er eine weitere Traube einer anderen Sorte zerdrückt, sieht man den großen Unterschied: Der Saft der "Färbertraube" ist blutrot! "So eine Traube ist dafür da, Weinen mit wenig roten Farbstoffen mehr Farbe zu verleihen." 

Einige gezüchtete Weinreben wachsen auf dem Gelände der LVWO in Weinsberg. Schon seit 1908 werden hier Sorten gekreuzt. Bei 20 Rebsorten ist es bisher erfolgreich gelungen. Von der Kreuzung bis zur Züchtung ist es aber ein langer Weg: 25 bis 30 Jahre dauert es im Schnitt. Zu den bekanntesten Sorten, die in der Lehr- und Versuchsanstalt in Weinsberg gezüchtet wurden, zählen die Sorten Kerner und Dornfelder. 

Weinsberg: Darum werden neue Rebsorten gezüchtet

Doch warum wird denn eigentlich gezüchtet? "Es gab verschiedene Probleme und Bestrebungen im Weinbau, die auch damals zu der Gründung geführt haben", erklärt Sturm. "Mit amerikanischen Reben wurden Mitte des 19. Jahrhunderts sowohl Mehltaupilze als auch die Reblaus eingeschleppt. Diese richteten im europäischen Weinbau in der Folgezeit verheerende Schäden an." Somit wurde nach einer Methode gesucht, um gegen die Reblaus vorzugehen.

Es entstand die Idee, europäische Rebstöcke auf amerikanische Wurzelstöcke, die resistent gegen die Rebläuse waren, aufzupfropfen. "Diese Krankheiten sowie der Wunsch nach einer Professionalisierung des Weinbaus führten 1868 zuerst zur Gründung der Weinbauschule Weinsberg und 1908 zur Gründung der Rebenzüchtungsanstalt. An dieser entstehen seither neue Rebsorten mit gesichertem Ertragsniveau und hohen Weinqualitäten."

LVWO Weinsberg: Neue Rebsorten - warum haben sich manche etabliert und manche nicht?

Warum sich eine neue Sorte, wie damals der Kerner oder Dornfelder, auf dem Markt etabliert oder auch nicht, lässt sich laut Sturm nicht verallgemeinern. "Der Kerner war in den 1950er Jahren in der Erbprobungsphase. 1956 gab es starke Fröste und fast der gesamte Weinertrag ist erfroren - außer beim Kerner. Und der hatte zudem noch ein neuartiges, würziges Aroma." 

Auch der Dornfelder hat sich etabliert. Der Grund dafür war, dass in den 1970/80 Jahren dunkle Weine sehr beliebt waren. Aber auch die Folgen des Klimawandels gehen am Weinbau nicht spurlos vorbei. Sturm erklärt, dass man jetzt schon an die Zukunft denkt und später reifende Sorten züchtet. 

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