Hunderte Besucher

Autobahnpolizei lässt sich über Schulter schauen - großer Andrang beim Tag der offenen Tür

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Joachim Feucht, stellvertretender Leiter der Autobahnpolizeidirektion Weinsberg, freut sich darauf, der Bevölkerung zu zeigen, was "die da auf dem Berg"" so treiben.
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Die Autobahnpolizei Weinsberg feiert ihren 50. Geburtstag - mit spannenden Einblicken in den Arbeitsalltag.

+++ Update 4. Oktober +++ Großer Andrang beim Tag der offenen Tür der Autobahnpolizei Weinsberg

Wie läuft so ein Tag bei der Autobahnpolizei eigentlich ab? Wie sieht eine Wache oder ein Polizeiauto von innen aus? Viele dieser Fragen bekamen hunderte Besucher beim Tag der offenen Tür bei der Autobahnpolizei in Weinsberg beantwortet. Zum 50. Geburtstag ließen die Polizisten die Besucher ganz nah ran an ihren Alltag. 

Doch nicht nur das Gelände konnten Besucher erkunden, es gab auch Vorführungen, wie etwa Abwehr- und Zugriffstraining mit Kitzelattacken vieler Kinder für „böse Buben“. Auch der Polizeihubschrauber stattete der Autobahnpolizei einen Besuch ab, fing das bunte Treiben aus der Luft ein.

+++ Ursprungsartikel 2. Oktober +++ 50 Jahre in Weinsberg! Autobahnpolizei bietet Blick hinter die Kulissen

Die Geschichte der Autobahnpolizeidirektion Weinsberg ist eine Geschichte voller Umbenennungen und Reformen. Und Provisorien wie Baracken, Container und Zeltgaragen. Fünfzig Jahre lang leisten "die da auf dem Berg", wie der stellvertretende Leiter Joachim Feucht die Autobahnpolizei nennt, schon ihre stetig wachsende Arbeit rund um die A81 und die A6. Das wird am 3. Oktober von 11 bis 17 Uhr mit einem großen Tag der offenen Tür gefeiert. 

Weinsberg: Autobahnpolizei seit 1969 im Einsatz - damals noch mit Spitzname

Rückblick: Am 2. Januar 1969 nimmt das damalige Verkehrskommissariat Nord-Württemberg um Punkt 20 Uhr seinen Dienstbetrieb auf – und zwar mit 32 Mitarbeitern plus Hausmeister und Reinigungskraft in einer ausgedienten Flüchtlingsbaracke im Stadtseetal. Mit von der Partie auch ein "Ulla", wie der Unfallaufnahmewagen, ein Opel Blitz, damals scherzhaft genannt wurde, sowie fünf Mercedes-Benz. 

Verfolgungsjagd mit Mercedes-Fahrer: Diesen Fall hatte die Autobahnpolizei im Juni

"Die hießen damals Mercedespolizei, weil die normalen in so alten Kisten rumgefahren sind", erklärt Polizeisprecher Rainer Köhler grinsend. Die Arbeitsbedingungen in der Baracke werden in einem Zeitungsbericht von damals so beschrieben, dass jeder Nichtbeamte sofort gekündigt hätte. Sieben Jahre später stand endlich der Neubau und bot genügend Platz für 45 Beschäftigte. "Die Zelle wurde von einem am Autobahnkreuz festgenommenen Mörder eingeweiht", berichtet Fischer. 

Weinsberg: Autobahnpolizei gab es auch schon ohne Autobahnkreuz A81/A6

Apropos Kreuz. Das war in den Anfangsjahren eigentlich noch keins, weil sowohl die A6 als auch die A81 hier zu Ende waren. "Wir waren damals für Ludwigsburg-Nord sowie zwischen Steinsfurt und Bad Rappenau bis jeweils Weinsberg zuständig." Heute reicht der Bereich dagegen von Steinsfurt bis Kupferzell und von Mundelsheim bis zur Tank- und Rastanlage Jagsttal, insgesamt über hundert Kilometer. 

Dazu kommen schwere Unfälle im Stadt- und Landkreis Heilbronn sowie Teile des Hohenlohe- und Neckar-Odenwald-Kreises, ohne die Außenstelle in Tauberbischofsheim. Im Moment arbeiten bei der Direktion 96,5 Personen in der 2011 erweiterten Dienststelle. Jährlich werden 19.000 Vorgänge sowie 100.000 Anzeigen durch Blitzer oder Abstandsmessungen bearbeitet und das, obwohl der erst 2005 eingerichtete BAB-Fahndungsdienst zwischenzeitlich bei der Kripo in Heilbronn angesiedelt wurde, 2020 aber zurückkommen wird. 

Autobahnpolizei Weinsberg: Tag der offenen Tür am 3. Oktober

Dann wird die Verkehrsdirektion auch mit der Schutzpolizei verschmelzen und die Kompetenzen in den Außenstellen Tauberbischofsheim, Mosbach und Künzelsau erweitert. "Wir haben einen Zuständigkeitsbereich, der eineinhalb mal so groß wie das Saarland ist und man hat gemerkt, dass man da schon zwischen Stadt und Fläche unterscheiden muss", erklärt Feucht die teilweise Abkehr von der großen Polizeireform von 2014. 

So genau werden es die Besucher am Tag der Deutschen Einheit nicht nehmen, dafür wartet ein volles Programm auf sie. Zwischen 11 und 17 Uhr werden die verschiedenen Einsatzfahrzeuge vom Videomotorrad bis zum Unfallaufnahmefahrzeug vorgestellt, die Polizeihundeführerstaffel zeigt ihr Können ebenso wie die Bereitschaftspolizeidirektion Bruchsal. Es gibt ein Kinderprogramm, der Polizeihubschrauber wird landen und die Mitarbeiter führen durchs Gebäude. "Und das alles bei laufendem Betrieb", betont Feucht.

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