Von der Friedhofsgärtnerei zum eigenen Laden

Unverpackt-Laden in Besigheim: So kämpfen zwei Freundinnen gegen Müllberge

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Nathalie Alméras und Angela Beyl (von links) freuen sich über das positive Feedback zu ihrem neuen Unverpackt-Laden in Besigheim.
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Seit zwei Wochen gibt es in Besigheim einen Unverpackt-Laden. Zwei Freundinnen haben sich zusammengetan und dem Müll den Kampf angesagt.

Mit einem Artikel in einem Magazin fing alles an: Die Freundinnen Angela Beyl und Nathalie Alméras hatten vor gut zweieinhalb Jahren zufällig vom ersten Unverpackt-Laden in Berlin gelesen. "Das fand ich gut und wir haben uns so etwas auch in Besigheim gewünscht", erinnert sich Angela Beyl. Die beiden Freundinnen haben sich trotz einiger Stolpersteine auf den Weg gemacht und ...

Unverpackt-Laden in Besigheim: Kunden finden es gut 

Warum eröffnet man eigentlich einen Unverpackt-Laden? "Der eigene Müllberg nach dem Einkauf hat mich richtig gestört", sagt Beyl. "Es war eine gute Entscheidung. Wir bekommen nur positive Rückmeldungen und trotz Ferien hatten wir viele Kunden im Laden", erzählt Alméras. 

Zwar hat Nathalie Alméras eine kaufmännische und Einzelhandelsausbildung, aber die hat die gelernte Floristin bei einer Friedhofsgärtnerei gemacht. Ein Unverpackt-Laden ist dann schon nochmal etwas anderes. Aber die beiden Freundinnen, die sich schon seit sieben Jahren kennen haben es geschafft: Seit zwei Wochen kann man auch in Besigheim unverpackt einkaufen. 

Auch Gewürze kann man in Besigheim unverpackt einkaufen.

Der lange Weg zum Unverpackt-Laden in Besigheim

Doch vom Wunsch bis zum eigenen Unverpackt-Laden war es ein weiter Weg: "Erst einmal haben wir die passenden Räume gesucht, dann hat sich das mit dem Anmieten hingezogen und wir mussten auch noch das Nutzungsrecht ändern lassen", sagt Angela Beyl. Wenn dann auch noch der neue Computer kurz vor der Eröffnung einfach kaputt geht und sämtliche Produktlisten einfach weg sind, kann man schon mal verzweifeln.

"Wir haben und eigentlich noch nie richtig gestritten. Bisher lief es ganz gut", sagt Alméras und zwinkert ihrer Geschäftspartnerin zu. "Ohne die vielen Helfer wäre das nicht möglich gewesen. Wir haben vor der Eröffnung noch bis 1.30 Uhr nachts die Preise ausgeschildert", erzählt Beyl.

Neuer Unverpackt-Laden in Besigheim mit Mittagstisch

Am 7. Juni öffnete dann der "AnNa unverpackt Kaufladen" in der Hauptstraße 16 in Besigheim. Seit dem hat sich einiges getan. "Wir bieten mittlerweile auch einen Mittagstisch an. Das muss sich aber erst noch rumsprechen", glaubt Beyl. Nathalie Alméras kocht montags bis freitags von 12 bis 14 Uhr Gerichte in der Küche im Unverpackt-Laden. Wie läuft das mit dem Mittagstisch, wenn man gar nicht aus dem Gastrobereich kommt? "Ich habe eine Familie mit vier Kindern", sagt Alméras und lacht.

Der Klassiker: Diese Abfüllcontainer gehören zu jedem Unverpackt-Laden.

Die beiden Besigheimerinnen haben sich für die Zukunft noch einiges vorgenommen: "Das Sortiment wird natürlich noch erweitert, da gehen wir auch auf Wünsche der Kunden ein", sagt Alméras. Auch Vorträge und Workshops sind geplant: "Wir haben schon Anfragen von Läden und Organisationen, die bei uns im Laden Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit anbieten. Wir möchten auch etwas speziell für Kinder anbieten, das kommt dann aber im Laufe der Zeit", sagt Angela Beyl.

Unverpackt-Laden in Besigheim: "Wir erklären gerne wie es bei uns funktioniert"

Unverpackt einkaufen kann man in Besigheim montags, dienstags und freitags von 9 bis 18.30 Uhr, donnerstags von 9 bis 22 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr. Mittwochs ist AnNa unverpackt geschlossen. "Wir haben jetzt auch unsere Ausschanklizenz", sagt Beyl. 

Wer also erst einmal schauen möchte, wie der Laden aussieht und wie das mit dem unverpackten Einkaufen funktioniert, kann einfach auf ein kühles Getränk oder einen heißen Kaffee vorbeischauen. "Wir erklären gerne wie das bei uns funktioniert", sagt Alméras.

Auch Heilbronn soll im Herbst einen eigenen Unverpackt-Laden erhalten.

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