Kommentar: Wenn Schaulustige Grenzen überschreiten

Gaffer reagieren einfach nur unmenschlich!

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Einsatzkräfte der Rettungsdienste sichern eine Unfallstelle auf der A8.
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Nach einem schweren Unfall auf der A8 haben es Gaffer mal wieder auf die Spitze getrieben.

Es ist immer wieder erschütternd: Es kracht, und dreiste Gaffer fotografieren, behindern Polizei und Retter. Dass das jetzt mal wieder auf der A8 bei Pforzheim der Fall gewesen sein soll, kann einen ganz schön aufregen.

Wie mag das wohl sein? Da passiert etwas Schreckliches, jemand wird Zeuge und zückt das Handy. Während andere zu helfen versuchen, macht er mal eben ein paar Bilder. Nicht aus beruflichen Gründen, wie etwa Journalisten, die gehalten sind, keine grausigen Details zu zeigen. Sondern für private Zwecke. Für welche eigentlich? Fürs Fotoalbum? Für die nette Konversation auf der nächsten Party? Oder für Facebook - um zu dokumentieren, dass hier jemand lieber knipste statt zu helfen?

Aus der Perspektive des Unfallopfers

Noch krasser wird’s, wenn man sich mal die umgekehrte Perspektive vorstellt: Da passiert etwas Schreckliches, jemand wird verletzt, vielleicht sehr schwer. Kann sein, dass er noch wahrnimmt, wie manche ihm zu helfen versuchen, während Gaffer daneben stehen, lässig das Handy zücken. Was mag ein Verletzter da fühlen – außer Schmerz und Panik? Vielleicht fühlt er sich nur noch hilflos. Wie ein vom Spaten geteilter Regenwurm, dessen Ende belustigte Kinder verfolgen.

Appell an Gaffer: Polizei und Retter nicht behindern

So etwas wünscht man nicht mal seinem schlimmsten Feind. Deshalb: Leute, lasst die Handys wenigstens bei so etwas wie dem schrecklichen Unfall auf der A8 bei Pforzheim stecken. Helft, wenn ihr könnt. Und steht nicht im Weg rum. Man nennt eine solche Reaktion menschlich.

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