Rabiates Vorgehen

Kontrolleurin beleidigt Jugendlichen und schleift ihn zur Polizei - Zeugen fassungslos

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Wegen eines falschen Eintrags in der Fahrkarte wird eine Kontrolleurin ausfallend. (Symbolbild) 
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Eine Kontrolleurin hat einen Jungen vor den Fahrgästen beleidigt und wegen seines Spitznamen zur Polizei gebracht.

Das "Schüler-Ferien-Ticket" ist ein Angebot der Deutschen Bahn für alle Schüler unter 23 Jahren. Durch ganz Baden-Württemberg und sogar bis in die Schweiz kann man damit während den Sommerferien reisen. Ein Besitzer eines solchen Tickets war auch der 15-jährige Alexander, der Xandi genannt wird. Und der wollte mit seiner 21 Jahre alten Schwester Rebecca verreisen. Da der Urlaub dieses Jahr ins Wasser fiel, wollten sich die beiden Geschwister aus Lauffen einen schönen Tag am Bodensee machen. Doch auf ihrem Weg begegneten sie einer rabiaten Kontrolleurin, sodass ihre Fahrt in Ulm endete. 

Ulm: Für einen Jugendlichen aus Lauffen endet die Reise wegen seines Spitznamen

Grund dafür war, dass die Kontrolleurin mit dem Eintrag in der Fahrkarte von Alexander nicht einverstanden war. Sie verließ mit den Geschwistern den Zug, rief sogar die Bundespolizei hinzu und warf dem 15-Jährigen Urkundenfälschung vor, berichtete die Mutter des Jungen gegenüber stuttgarter-nachrichten.de. "Sie wurden kontrolliert und eigentlich war mit den Fahrkarten alles in Ordnung. Dann hat die Kontrolleurin aber ein Riesentheater gemacht, weil da Xandi stand", sagt die Mutter. Die Kontrolleurin soll sogar ausfallend geworden sein und gesagt haben "bist du denn behindert, dass du nicht weißt, wie du heißt?". Sie hat auch die Fahrkarte des Jungen einbehalten und ist mit den beiden zur Bundespolizei aufs Revier gegangen. Es seien sogar "mehrere Fahrgäste total entsetzt gewesen und sind mit aufs Revier um für ihn auszusagen", erzählt die Mutter.

Die Prüfung sei problemlos verlaufen und die Beamten haben dem Jungen sogar geraten, Anzeige gegen die Kontrolleurin zu erstatten. Und die wollte dem 15-Jährigen am Ende nicht einmal die Karte zurückgeben. Stattdessen verlangte sie, dass die 21-jährige Schwester den Zettel, auf dem sie zuvor den Namen der Kontrolleurin notiert hatte, wieder zurückgibt. "Aber meine Rebecca ist schlau, die hatte den Zettel schon abfotografiert, so kamen sie wieder an die Fahrkarte", sagt die Mutter.

Zugfahrt zum Bodensee: Familie aus Lauffen erstattet Anzeige gegen Kontrolleurin

Zu Hause angekommen, beschloss die Familie tatsächlich auf das örtliche Polizeirevier zu gehen. Sie erstatte Anzeige gegen die Kontrolleurin wegen Beleidigung, Nötigung und Erpressung. Beleidigung aufgrund der Äußerungen gegenüber dem Jugendlichen, Amtsmissbrauch, weil sie ihre Befugnisse überschritten habe und Nötigung respektive Erpressung wegen der Fahrkarte, die sie nur gegen Aushändigung des Zettels mit ihrem Namen darauf wieder zurückgeben wollte.

Ein Sprecher der Bahn teilte mit:  "Im Hinblick auf das laufende Verfahren, bitten wir um Verständnis, dass wir uns dazu derzeit nicht äußern können. Allgemein werden unsere Mitarbeiter aber unter anderem auf Deeskalation geschult." 

Bundespolizeisprecher Sebastian Maus ist verwundert über das Vorgehen: "Uns ruft man hinzu, wenn die Personalien nicht festgestellt werden können, etwa wenn ein Passagier ohne Fahrschein keine Papiere dabei hat." Die Kollegen wegen eines Spitznamen im Fahrschein zu rufen, halte er ebenso für keinen triftigen Grund.

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