Börsengang von Tübinger Unternehmen

Entwicklung von Corona-Impfstoff: CureVac will an die Börse – mit großen Plänen

  • Isabel Ruf
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Das Tübinger Unternehmen CureVac forscht an einem Corona-Impfstoff. Um die Entwicklung des Mittels zu finanzieren, geht es jetzt an die Börse – mit großen Zielen. 

  • Das Tübinger Unternehmen CureVac forscht an einem Impfstoff gegen das Coronavirus
  • Um die Entwicklung des Corona-Impfstoffes voranzubringen, geht CureVac nun an die Börse.
  • Dabei hat das Biotech-Unternehmen große Ziele. 

Für Entwicklung von Corona-Impfstoff: CureVac will an die Börse – mit großen Plänen

Das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac ist eine der großen deutschen Hoffnungen, wenn es um einen Impfstoff im Kampf gegen die Corona-Pandemie geht. CureVac-Eigner Dietmar Hopp erklärte im Interview, was den Impfstoff von der Konkurrenz abheben werde. Zuletzt war auch Tesla-Gründer Elon Musk zu Besuch bei Tesla in Tübingen, um über ein gemeinsames Projekt zu sprechen. 

Jetzt bekommen Anleger bald eine neue Investment-Möglichkeit. Damit sie ihre Forschungen und Tests weiter vorantreiben kann, geht die Firma, nämlich an die US-Börse Nasdaq. Jetzt sind weitere Details bekannt.

Bis zu 245 Millionen Dollar – das entspricht rund 209 Millionen Euro – soll der geplante Börsengang von CureVac einbringen. Zunächst will das Unternehmen in einem öffentlichen Zeichnungsangebot über 13 Millionen Stammaktien verkaufen. Außerdem sollen Zeichner die Möglichkeit haben, weitere bis zu knapp zwei Millionen zusätzliche Aktien zu erwerben. Der Preis liegt voraussichtlich zwischen 14 und 16 Dollar pro Aktie. Das teilte CureVac mit. 

CureVac: Corona-Impfstoff-Entwickler will an die US-Börse – das sind die Gründe

Das Unternehmen aus Tübingen hat die Notierung der Stammaktien unter dem Tickersymbol "CVAC" beantragt. Wann es für CureVac genau an die New Yorker Technologie-Börse gehen soll, das ist noch nicht bekannt. Experten der ARD gehen davon aus, dass es in der ersten September-Hälfte so weit sein könnte. 

Ende Juli hatte CureVac einen entsprechenden Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Ziel von CureVac nach eigenen Angaben ist es, das Geld von der Börse für die weitere Entwicklung des Impfstoffes gegen Corona zu nutzen. Außerdem will man damit die Produktionskapazitäten des Unternehmens erweitern. 

Fakten zu CureVac:

Branche

Biopharmazie und Biotechnologie 

CEO

Ingmar Hoerr

Spezialgebiet

Entwicklung von Arzneimittel, Messenger-RNA

Mehrheitseigner 

Dietmar Hopp

Firmensitz

Tübingen, Deutschland

CureVac will Corona-Impfstoff bis Mitte 2021 – Tests in Brasilien geplant

Das Tübinger Unternehmen CureVac hatte als zweites deutsches Unternehmen nach der Mainzer Firma BionTech im Juni mit der klinischen Erprobung seines Impfstoffes begonnen. Die Hoffnung ist es, den Impfstoff gegen Corona bis Mitte 2021 auf den Markt zu bringen. 

Am 11. August wurde außerdem bekannt, dass das Tübinger Unternehmen plant, einen Corona-Impfstoff, an dem es forscht, in Brasilien zu testen. Gegenüber der Deutschen Presseagentur sagte ein Mitglied des Komitees von CureVac, man plane im September oder Oktober mit der Studie zu beginnen. Kleinere Testreihen in Deutschland mit rund 180 Probanden seien bislang sehr gut verlaufen

CureVac ist mit der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus beschäftigt. Jetzt will das Unternehmen an die US-Börse.

CureVac sammelt insgesamt 560 Millionen Euro von Investoren ein

Erst kürzlich hatte CureVac mitgeteilt, weitere 110 Millionen Euro von Investoren eingesammelt zu haben. Neben der vorherigen Beteiligung des Bundes in Höhe von 300 Millionen Euro und des Pharmariesen GlaxoSmithKline von 150 Millionen beläuft sich das Gesamtvolumen der Kapitalbeteiligungen nun auf 560 Millionen Euro. 

Im März hatte US-Präsident Donald Trump den damaligen Chef von CureVac und weitere Pharma-Vertreter zu sich eingeladen, um sich ein Bild über die Suche nach Impfstoffen zu machen. Danach gab es Berichte, dass Trump den Impfstoff exklusiv für die USA sichern wollte und dafür einen hohen Betrag bot. SAP-Gründer Dietmar Hopp, der Hauptinvestor von CureVac, schloss einen Verkauf und eine exklusive Produktion aus. Danach stieg der Bund über die staatliche Förderbank KfW bei der Firma ein

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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