Alt, krank, traumatisiert - es gibt viele Gründe

Achtung! Darum brauchen Hunde mit gelber Schleife Abstand

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Bitte Abstand halten - Hunde mit gelbem Halsband oder einer gelben Schleife sind sensibel zu behandeln.
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Zähnefletschen, Knurren und Zerren: Hunde-Begegnungen können zum Albtraum werden. 

Schäferhündin Shiva bellt laut, wenn ein anderer Hund an ihr vorbeigeht. Sie hängt sich mit ihrem ganzen Gewicht in die Leine, zeigt die Zähne und kann sich nicht beruhigen. Kurzum: Die Hundedame verliert total die Nerven. Was sie in ihren Jahren als Straßenhund erlebt hat, weiß ihr Frauchen nicht. Aber Hunde-Begegnung sind für beide ein täglicher Kampf. 

Der zweijährige Beagle-Mix Ben wurde mit gerade einmal sechs Monaten böse gebissen. Seitdem versteckt er sich zwischen Herrchens Beinen, wenn sie einem großen Hund begegnen. Er zieht den Schwanz ein und hat Angst. Was beide eint: Sie brauchen ihren Freiraum!

Gelbes Halsband soll bei Begegnungen helfen

Damit Hunde wie Shiva und Ben gleich erkannt werden, macht das Heilbronner Tierheim auf das "Gelber Hund Programm" aufmerksam. Dieses wurde bereits 2012 in Schweden ins Leben gerufen und ist - sofern es bekannter wird - gleichermaßen einfach wie hilfreich: Hunde, die eine gelbe Schleife oder ein gelbes Halsband tragen, brauchen Abstand. Nicht sorglos den eigenen Hund darauf zustürmen lassen, nicht einfach anfassen. Besonders sensibel sein. 

Es gibt verschiedenste Gründe, warum ein Hund ein "Gelber" ist. Vielleicht hatte er ein traumatisches Erlebnis, möglicherweise ist er krank. Wenn der Vierbeiner nach einer Operation noch nicht toben soll, können gelbes Halsband oder Schleife dies bereits von Weitem für andere signalisieren. 

Gelbes Halsband für Hunde noch nicht bekannt

Noch kennen nicht alle das "Gelber Hund Programm". Sylvia Menzel, Erste Vorsitzende des Hohenloher Tierschutzvereins, ist erstaunt: "Das sagt mir gar nichts. Da muss ich mich mal mit anderen Haltern austauschen, ob sie davon gehört haben." Die Tierschützerin spricht sich für Absprache aus. "Kommunikation unter Hundehaltern ist für mich nach wie vor das A und O. Bei Begegnungen kann auch mündlich schnell geklärt werden, ob es Sinn macht, Hunde zueinander zu lassen. Aber mir fällt auch ein Rottweiler ein, bei dem ich die gelbe Schleife mal testen könnte." 

Silke Anders, Vorsitzende des Tierschutzvereins Heilbronn, sieht das ähnlich: „Das ist ja ein netter Gedanke – viele Probleme wird es allerdings auch nicht lösen können. Wenn jemand seinen Hund ohne Leine weit voraus springen lässt, dann steht der trotzdem plötzlich vor mir und meinem ’gelben’ Hund – da wird die Schleife nicht interessieren.“ Bei anderen Aufeinandertreffen spare man sich gerade noch die freundliche Nachfrage, ob Hunde miteinander spielen dürfen. „Aber versuchen kann man es natürlich.“

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