Stuttgart bekommt Porsche-Hochhaus

Glänzende Aussicht für Porsche: Stuttgart bekommt 90-Meter-Hochhaus

Stuttgart/Pragsattel: Porsche baut Hochhaus "Design Tower"
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So soll der neue Porsche-Tower aussehen. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen.
  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Stuttgart bekommt ein neues Hochhaus. Am Pragsattel soll der 90 Meter hohe "Porsche Design Tower" gebaut werden. Jetzt nahm das Projekt im Gemeinderat die letzte Hürde.

  • Porsche baut neuen Design Tower am Stuttgarter Pragsattel.
  • Bereits im ersten Quartal 2020 soll der Bau beginnen.
  • Das Gebäude soll als Hotel, vor allem aber auch als Bürogebäude genutzt werden. 

Stuttgart: Neues Porsche-Hochhaus am Pragsattel : Jetzt gibt der Gemeinderat grünes Licht

90 Meter soll er hoch werden - Stuttgarts neuer Porsche Design Tower. Standort ist die Automeile am Pragsattel, wo neben dem neuen Hochhaus auch der Bauplatz für das neue Porsche-Zentrum entsteht. "Die Baustelle wird bereits eingerichtet", erklärt der Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen. Und nach zähen Verhandlungen mit der Stadt sollen nun auch beide Baugenehmigungen vorliegen. Erstmal gute Nachrichten für das Unternehmen, denn auch Porsche gerät in der Diesel-Affäre zunehmend unter Druck. Zeit will man jetzt zumindest beim Turm-Bau keine mehr verlieren. Bereits im ersten Quartal 2020 soll es den ersten offiziellen Spatenstich geben. 

Erstaunlich, wo das Großprojekt doch lange unter keinem guten Stern stand. Vorausgegangen waren teils heftige Debatten zwischen Stadt, Porsche Design Group und der Bülow AG um das neue Hochhaus-Projekt. Kritik gab es zudem vom Bürgerverein Pragsattel, der vor allem um die Frischluftzufuhr in Stuttgart fürchtet. In vielen Gesprächen mit der Stadt waren es vor allem "offene Details", die das Genehmigungsverfahren verzögerten, erklärt Sven Matis, ein Sprecher der Stadt, gegenüber den Stuttgarter Nachrichten. Im November war noch die Rede von "technischen und rechtlichen Aspekten", die erst noch geklärt werden müssen.

Neues Porsche-Hochhaus in Stuttgart: Das waren die Knackpunkte

Auch von Seiten der Porsche AG wurden damals Verzögerungen - "aufgrund laufender Abstimmungen mit der Stadt" - eingeräumt. Ende Januar dann die endgültige Entscheidung: Der Technik-Ausschuss im Stuttgarter Gemeinderat nimmt die letzte Hürde und macht den Weg für den Porsche Design Tower frei. Ein Knackpunkt waren noch die nachträglichen Entsorgungskosten für das an die Porsche AG verkaufte Grundstück am Pragsattel. Jetzt ist entschieden: Die Stadt beteiligt sich an den anfallenden Kosten. 

Hintergrund für die Diskussion zwischen Stuttgart und Porsche waren zum einen bestehende Altlasten auf dem neuen Bauplatz. Heißt: Auf dem Grundstück befinden sich alte Produktionsrückstände (oder ähnliches), die eine Gefahr für Umwelt und Grundwasser darstellen. Zum Anderen war man sich bei der Frage - "Wer bezahlt den Abtransport der Erde?" uneinig. Fakt ist: Laut Gutachten müssen rund 170.000 Tonnen Erde entsorgt werden. Ergebnis der Gespräche ist jetzt, dass sich die Stadt - wie im Kaufvertrag vereinbart - mit 1,45 Millionen Euro am Abtransport beteiligt.

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Von Seiten der Porsche AG heißt es: "Wir konnten die Abstimmungen mit der Stadt erfolgreich und partnerschaftlich abschließen." Und nachdem die Genehmigung durch die Stadt Stuttgart nun endlich vorliege, werde man umgehend mit dem Bau beginnen. Nach Unternehmensangaben werde die Baustelle bereits eingerichtet. Doch medial präsent ist nicht nur der rasante Bau. Auch die A81 ist unter Porsche, oder vielmehr unter seinen Sportwagen, regelmäßig im Zentrum der Aufmerksamkeit. Zuletzt Ende Februar, als ein Fahrer mit seinem Porsche im benachbarten Wald landet

Doch zumindest beim Porsche-Design-Projekt sind die ersten Schritte jetzt "umfassendeSpezialtiefbauarbeiten" und ein kostenintensiver Erdaushub. Nach Abschluss dieser Arbeiten beginnen dann die eigentlichen Roh- und Gründungsarbeiten am Stuttgarter Pragsattel. Hinter dem 90-Meter-Porsche-Projekt steht die Bülow AG, die den Hochhaus-Bau entwickelt und realisiert. Auch die Vermietung der entstehenden Fläche obliegt dem Stuttgarter Bauunternehmen.

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Gute Nachricht für alle, die das Bauwerk von innen sehen möchten: In den Stockwerken neun bis 23 soll ein Radisson-Hotel mit 168 Zimmern, zehn Veranstaltungsräumen, einem Restaurant und einer Bar im zehnten Stock entstehen. Zudem ist eine große Dachterrasse sowie ein 150 Quadratmeter großer Fitness- und Saunabereich im elften Stock geplant. Doch grundsätzlich soll das Gebäude als Büro-Komplex dienen, "die Mieter stehen aber noch nicht fest", erklärt eine Porsche Sprecherin gegenüber den Stuttgarter Nachrichten zum neuen Porsche Design Tower.

Doch gute Nachrichten gibt es nicht nur für Interessierte. Auch die Gespräche für die Zukunft der Porsche-Mitarbeiter kommen in die nächste Runde. Ende? Ungewiss. Bereits 2017 wurde ein Hochhaus der Firmentochter Porsche Design in Miami eröffnet. Zudem entsteht auch im Europaviertelin Frankfurt ein 80 Meter hoher Tower. Der soll aber ein reines Wohnhaus werden.         

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