Gleichgeschlechtliche Ehe

Erster Segnungsgottesdienst für homosexuelles Paar in Stuttgart 

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In Stuttgart findet am Sonntag erstmals ein Segnungsgottesdienst für ein homosexuelles Paar statt. Lange wurde in der evangelischen Kirche darüber diskutiert.  

  • In Stuttgart feiert am Sonntag erstmals ein homosexuelles Paar einen Segnungsgottesdienst.
  • Lange wurde in der evangelischen Landeskirche um einen Kompromiss gerungen.
  • Weitere Gemeinden in Baden-Württemberg wollen solche Segnungsgottesdienste anbieten. 

Stuttgart: Erster Segnungsgottesdienst für ein homosexuelles Paar

Lange wurde in der evangelischen Kirche um einen Kompromiss gerungen. Doch jetzt steht am Sonntag (10 Uhr) erstmals ein homosexuelles Paar vor dem Altar der evangelischen Landeskirche in Baden-Württemberg, um sich in einem öffentlichen Gottesdienst segnen zu lassen. Zwar sind beide Männer schon zivil verheiratet, für ihren gemeinsamen Lebensweg wünschen sie sich aber auch den Segen Gottes. Etwas, dass gleichgeschlechtlichen Paaren lange verwehrt war. 

Die katholische Kirche lehnt Gottesdienste für homosexuelle Paare bis heute ab - anders die Protestanten in Baden-Württemberg. Denn die hatten im württembergischen Kirchenparlament - der sogenannten Synode -  schon vor mehr als einem Jahr beschlossen, dass ein Viertel der Kirchengemeinden ihre örtliche Gottesdienstordnung ändern und Segnungsgottesdienste nach der zivilen Eheschließung anbieten dürfen. Das berichten die Stuttgarter Nachrichten zur homosexuellen Ehe in der Kirche.

Stuttgart: Protestanten machen Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare möglich

Doch der Beschluss der Synode geht noch weiter. Denn das evangelische Kirchengesetz in Baden-Württemberg ermöglicht auch Menschen des dritten Geschlechts, also Menschen, die weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht angehören, einen Segnungsgottesdienst nach der zivilen Trauung. 

Segnungsgottesdienste für homosexuelle Paare waren lange Zeit tabu. Doch jetzt findet am Sonntag erstmals ein solch öffentlicher Gottesdienst in Stuttgart statt.

Bereits im Jahr 2017 wurde das Thema in den evangelischen Landeskirchen kontrovers debattiert. Damals scheiterte der Vorstoß. Auch, weil viele theologisch konservative Kreise die Homosexualität ablehnen. Sie berufen sich dabei auf ihr Bibelverständnis, das nur eine Ehe zwischen Mann und Frau vorsieht.

Stuttgart: Der Segnungsgottesdienst für homosexuelle Paare ist "lange überfällig"

Der Pfarrer der Stuttgarter Leonhardsgemeinde, Christoph Doll, erklärt in der Stuttgarter Zeitung: "Ich bin sehr froh, dass ich künftig lesbische und schwule Ehepaare nicht mehr wegschicken muss." Die Entscheidung aus der Synode "ist lange überfällig gewesen", sagt der Geistliche. Für die bisher sehr hartherzige Linie der baden-württembergischen Landeskirche habe er sich oft geschämt.

Umso erfreulicher deshalb, dass aktuell 23 der rund 1300 württembergischen Gemeinden Segnungsgottesdienste für homosexuelle Paare anbieten. Weitere 170 der 13000 Gemeinden in Baden-Württemberg sind bereits in Kontakt mit dem evangelischen Oberkirchenrat, um ihre lokale Gottesdienstordnung zu ändern.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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