Krawalle in Stuttgart

Nach Krawall-Nacht in Stuttgart: Diese ungewöhnliche Maßnahme ist jetzt im Gespräch

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Erneut ist es zu Krawallen in Stuttgart gekommen. Die Verantwortlichen sind zum Handeln gezwungen – und plötzlich wird eine ungewöhnliche Maßnahme diskutiert.

  • Nach der Krawall-Nacht in Stuttgart sind die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. 
  • Die zentrale Frage bleibt: Wie können Auseinandersetzungen verhindert werden?
  • Plötzlich rückt eine Maßnahme in den Fokus, die schnellstmöglich umgesetzt werden soll. 

Nach Krawall-Nacht in Stuttgart: Diese ungewöhnliche Maßnahme soll helfen

Es war eine Nacht der Krawalle – und eine Nacht, die noch lange in Stuttgart und ganz Deutschland diskutiert werden wird: In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni war es in der Landeshauptstadt zu schweren Auseinandersetzungen gekommen.

Randalierer hatten dabei Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert. Nach Angaben der Polizei waren 400 bis 500 Menschen an den Randalen beteiligt oder hatten zugeschaut. Die traurige Bilanz: 32 Polizisten wurden verletzt. 

Gut drei Wochen später seien 39 Verdächtige ermittelt. 14 säßen in Untersuchungshaft, sechs weitere Haftbefehle seien außer Vollzug gesetzt worden, hieß es von der Polizei. In der Nacht zum 11. Juli war es in Stuttgart erneut zu Ausschreitungen gekommen.

In der Nacht zum 21. Juni kam es in Stuttgart zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Nach Krawall-Nacht: Stuttgart soll Nachtbürgermeister bekommen

Die Krawall-Nacht zwingt die Verantwortlichen zum Handeln. Jetzt geht es zum einen darum, die Hintergründe der Gewalttaten aufzuklären. Auf der anderen Seite rückt auch die Prävention in den Fokus. Und plötzlich kommt ein Begriff wieder auf den Tisch, der schon vor einiger Zeit im Gespräch war: der Nachtbürgermeister

Mannheim hat bereits einen und Heidelberg sucht noch – jetzt soll auch Stuttgart baldmöglichst einen Nachtbürgermeister bekommen. Dieser hat die Aufgabe, Unfrieden im Nachtleben zu schlichten und zwischen Clubbetreibern, Stadtverwaltung, Anwohnern und Nachtschwärmern zu vermitteln. 

Zwei Stellen, ein Ziel: der neue Nachtbürgermeister in Stuttgart

Wie Ann-Katrin Keicher von der Stadt Stuttgart auf echo24.de-Nachfrage mitteilt, sollen dabei sogar zwei Stellen entstehen. Eine Stelle soll bei der Wirtschaftsförderung Aufgaben mit Bezug zur Verwaltung übernehmen. 

Der zweite Mitarbeitende soll bei einer externen Organisation angegliedert sein, eventuell im Popbüro der Region Stuttgart. Diese Person wäre für den Außenkontakt und den Bezug zur Branche zuständig. 

Es habe bereits einen Workshop mit Vertretern der betroffenen Branchen sowie Politik und Verwaltung gegeben, bei dem auch der Nachtbürgermeister der Stadt Mannheim vor Ort war, so Keicher. 

Nachtbürgermeister in Stuttgart soll noch in diesem Jahr kommen

Stuttgart soll bereits in den kommenden Monaten einen Nachtbürgermeister bekommen. "Unser Ziel ist es, die Stelle dieses Jahr zu besetzen", erklärte Keicher auf Nachfrage. Formal sei das auch möglich, wie die Deutsche Presseagentur berichtet. 

Nach der Sommerpause soll der Gemeinderat einen Vorschlag erhalten, wie die Pläne umgesetzt werden können. Nach Beschlussfassung wird die Stelle in Stuttgart dann ausgeschrieben. Die Aufgaben des Nachtbürgermeisters wurden bereits definiert.

Nachtbürgermeister nach Krawallen in Stuttgart "eine große Hilfe"

Plan ist es, eng mit dem Club-Kollektiv Stuttgart zusammenzuarbeiten. Wie dessen Vorsitzende Hannah Japes laut dpa mitteilt, gibt es bereits ein Konzept für den Nachtbürgermeister – und das seit mehr als einem Jahr. Nach den jüngsten Vorkommnissen sei ein solcher Posten eine große Hilfe, so Japes. 

In Mannheim gibt es bereits seit 2018 einen Nachtbürgermeister. Das Fazit ist positiv: Die Zahl der Beschwerden von verschiedenen Seiten seien zurückgegangen. 

Rubriklistenbild: © Simon Adomat/dpa

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