Trotz Gewinnrückgang

Mega-Gehalt für neuen Daimler-Chef Källenius - trotz Sparmaßnahmen

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Ola Källenius, der Neue an der Daimler-Spitze , setzt auf Sparen - bekommt aber selbst mehr Geld.
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Ola Källenius ist neuer Vorstandsvorsitzender der Daimler AG. Dafür gibt's ein hohes Gehalt - trotz Gewinnrückgang.

  • Ola Källenius ist neuer Vorstandsvorsitzender der Daimler AG.
  • Trotz Sparmaßnahmen steigt das Gehalt des neuen Daimler-Chefs.
  • Vom Sparprogramm dürften vor allem Angestellte betroffen sein. 

Stuttgart: Weniger Geld für die Daimler-Vorstände

Gehälter, die zum Teil an die Geschäftsentwicklung gekoppelt sind, haben sich in der Auto-Branche in den letzten Jahrzehnten als eine wahre Goldgrube erwiesen. Pech nur, wenn eine Diesel-Skandal-Granate einschlägt und die Konzerne auf einmal Milliarden kostet. 

Das bekommt jetzt auch die Chef-Etage im Daimler-Konzern zu spüren, die für 2019 weniger Geld bekommt, wie aus einem aktuellen Geschäftsbericht hervorgeht. Schon im Jahr 2018 sind die Gehälter deutlich geschrumpft, wie die "Stuttgarter Nachrichten" berichten. Vergleichen lassen sich die Zahlen aber nur eingeschränkt. Der Grund: Einige Posten in der Chef-Etage sind neu besetzt worden.

Stuttgart: Mehr Geld für neuen Daimler-Chef Ola Källenius 

Unter anderem auch die Stelle des Daimler-Vorstandsvorsitzenden, die seit Mai Ola Källenius innehat. Und damit steigt auch das Gehalt des 50-Jährigen - verglichen zum Vorjahr - um rund 3,5 Millionen Euro pro Jahr an. Zuvor hatten bereits die "Stuttgarter Nachrichten" darüber berichtet. 

Doch trotz Gehaltserhöhung macht sich der Gewinn-Rückgang der Daimler-AG auch im Portemonnaie von Källenius bemerkbar. Wenn auch nur an dem Teil, der vom Unternehmenserfolg abhängig ist.

Stuttgart: Gewinnbeteiligung bei Daimler im Abwärts-Trend?

Neu ist der Trend allerdings nicht. Auch Ex-Daimler-Chef Dieter Zetsche musste 2018 mit weniger auskommen. Immerhin: Für 2019 stehen Zetsche noch rund 3,8 Millionen Euro zu. In Stein gemeißelt sind die Zahlen allerdings noch nicht. Der Grund: Einzelne Vergütungselemente der Daimler-AG werden nicht sofort, sondern teilweise erst über mehrere Jahre hinweg ausgezahlt. Somit kann sich am Wert der einzelnen Auszahlungen immer mal noch was ändern. 

Zurückzuführen ist das auf die Daimler-Gehälter, die im Grunde aus zwei Teilen bestehen. Nämlich aus einemfixen monatlichen Gehalt und einer variablen Gewinnbeteiligung, die immer erst im darauffolgenden Jahr ausbezahlt wird. Wie sich das auswirken kann, zeigen die Zahlen aus dem Vorjahr im Vergleich zu 2018. Fast sieben Milliarden weniger - das macht sich vor allem bei den Top-Verdienern im Daimler-Konzern in Stuttgart bemerkbar.

Stuttgarter Daimler AG: An diesen Stellen soll gespart werden

Der Diesel-Skandal kosten die Daimler AG in Stuttgart schätzungsweisenochmals 1,1 bis 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2020. Darüber hat zuvor tagesschau.de berichtet. Hinzu kommen steigende Ausgaben, die unter anderem auf diverse Rückruf-Aktionen zurückzuführen sind. 

So rief Daimler in Stuttgart erst Anfang des deutschlandweit rund 105.000 Mercedes-Modelle zurück. Der Grund: akute Brandgefahr durch einen möglichen Kurzschluss im Motor. Auch deshalb soll 2020 der Gürtel enger geschnallt werden. Vor allem beim Personal sollen rund1,4 Milliarden eingespart werden. 

Stellenabbau? Ja - aber laut Daimlersozialverträglich. Das heißt: Offene Stellen werden nicht neu besetzt, Angestellte werden früher in Rente geschickt oder bekommen, wenn sie wollen, eine Abfindung bezahlt. 

Daimler in Stuttgart: Produktion wird zurückgeschraubt

Aktuell wurde bereits die Produktion der neuen X-Klasse eingestellt. Hintergrund sind hier die wuchtigen Pickup-Modelle, die auf dem Markt als fulminanter Flop gepunktet haben. Weitere Details zu den kommenden Sparmaßnahmen sind aber derzeit noch nicht bekannt. 

Klar ist aber: Vom Sparprogramm dürften vor allem Angestellte in befristeten Arbeitsverträgen und Leiharbeiter als erstes betroffen sein. Auch der jetzige Umbau im Vorstand soll zur künftigen Kosteneinsparung beitragen. Am 29. April ist klar: Der Stuttgarter Daimler-Konzern will hohe Abfindungen zahlen, um den Stellenabbau voranzutreiben. Bei Mitarbeiter-Gesprächen sollen Führungskräfte Druck machen.

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